Neue Projekte geplant Ökumenische Pfarrkonferenz in der Samtgemeinde Fürstenau vorbildich

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Die ökumenische Pfarrkonferenz tagt: Diakon Ralf Mehnert, Pastor Hubert Schütte, die pastorale Koordinatorin Christiane Becker, Pastorin Anke Kusche, Pastor Jürgen Loharens, Pastorin Katrin Seelenbinder, Pastoralassistentin Anne Schwieger, Pastor Christoph Scholz sowie Gemeindereferentin Ute von der Wellen. Foto: Jürgen AckmannDie ökumenische Pfarrkonferenz tagt: Diakon Ralf Mehnert, Pastor Hubert Schütte, die pastorale Koordinatorin Christiane Becker, Pastorin Anke Kusche, Pastor Jürgen Loharens, Pastorin Katrin Seelenbinder, Pastoralassistentin Anne Schwieger, Pastor Christoph Scholz sowie Gemeindereferentin Ute von der Wellen. Foto: Jürgen Ackmann

Fürstenau/Bippen/Berge. Es ist eine vertraute Runde, die da im Canisius-Haus in Fürstenau zusammensitzt – fünf Pastoren, eine Gemeindereferentin, eine Pastoralassistentin, eine pastorale Koordinatorin, ein Diakon. Viermal evangelisch, fünfmal katholisch – kurz, die ökumenische Pfarrkonferenz. Sie hat viel bewegt.

Die Pfarrkonferenz umfasst alle Orte in der Samtgemeinde Fürstenau und überdies Menslage im Artland. Die meisten Mitglieder der ökumenischen Konferenz kennen sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt und sind bestens eingespielt, nicht nur, wenn es um die Besprechung von anstehenden Terminen oder Projekten geht. Auch zwischenmenschlich kommt die Runde gut miteinander aus. Neu im Konferenzteam sind seit August Pastoralassistentin Anne Schwieger, die gebürtig aus Hildesheim stammt, sowie Pastorin Katrin Seelenbinder, die im Sommer mit ihrem Mann Hartmut und Landseer-Rüde Tammo ins Gemeindehaus in Menslage eingezogen ist.

Entdeckungsreise für Gläubige

Den Grundstein für die ökumenische Pfarrkonferenz ist im Jahr 2000 gelegt worden, dem Millennium-Wechsel. Die evangelisch-lutherischen sowie die katholischen Kirchengemeinden in der Samtgemeinde Fürstenau verbanden dieses Ereignis mit zwölf ökumenischen Gottesdiensten, die abwechselnd in den sieben Kirchen stattfanden. Für viele Gläubige war es eine Entdeckungsreise, sie kannten bis zu diesem Zeitpunkt nur ihr eigenes Gotteshaus. „Wir haben uns auf diese Weise näher kennengelernt“, erinnert sich Pastor Hubert Schütte auch heute noch gerne an die Aktion. Und, wer weiß, vielleicht gebe es ja mal ein „Revival“, so Hubert Schütte.

Das Verbindende betonen

Eine weitere besondere Aktion war der erste ökumenische Pfingstgottesdienst 2004 in Fürstenau. Damals nahm die evangelisch-lutherische Gemeinde St. Georg gerne die Einladung der katholischen Kirchengemeinden in Fürstenau St. Katharina, St. Bartholomäus und Maria Rosenkranz an. Sie schlossen sich damit nicht der Haltung der katholischen Bischofskonferenz an. Die plädierte weiterhin für getrennte Gottesdienste. „An Pfingstmontag können Christen und Christinnen öffentlich machen, was sie verbindet – die Taufe, das Bekenntnis zum dreieinen Gott“, erklärte damals Hubert Schütte und fügte hinzu: Pfingsten könne als Fest der Öffnung der Kirchen und Tag der Kircheneinheit dienen.

Heute gibt es nicht nur einen ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag. Im vergangenen Jahr hat die Pfarrkonferenz vereinbart, auch Ostern und Weihnachten zu ökumenischen Gottesdiensten einzuladen. Die Resonanz sei gut, die Kirche „proppenvoll“, freut sich Pastorin Anke Kusche.

Ökumenische Tauferinnerung

Auch sonst hat der ökumenische Gedanke in den vergangenen Jahren stetig weiter Fuß gefasst – ob es um Gottesdienste an Schulen, um Gemeindefeste oder um ein Candle-Light-Dinner für alle ökumenisch getrauten Paare in Fürstenau am Valentinstag geht. Gut in Erinnerung ist auch der ökumenische Tauferinnerungsgottesdienst in diesem Jahr in Bippen anlässlich der 925-Jahr-Feier der Gemeinde. Da die St.-Georg-Kirche bereits vor 800 Jahren die zentrale Taufstelle in der Region war, lag es nahe, daran im Sinne der Ökumene zu erinnern.

Im nächsten Jahr wird es eine weitere besondere Aktion geben: Eine ökumenische Pilgerreise mit einem Besuch in Jerusalem am Palmsonntag, also an jenem Tag, an dem des Einzugs Jesu Christi in die Stadt gedacht wird. In der vergangenen Woche hat es ein erstes Treffen der Teilnehmer gegeben.

Amtshilfe ist selbstverständlich

Ein schöner Nebeneffekt der Pflege des ökumenischen Gedankens: Amtshilfe ist längst selbstverständlich und jederzeit auf dem kurzen Dienstweg möglich. Ein Beispiel: Als in der evangelisch-lutherischen St.-Georg-Kirche in Fürstenau im vergangenen Jahr im Winter kurz vor einem Konzert die Heizung ausfiel, sprang die katholische Kirchengemeinde ohne zu zögern ein und stellte die Schlosskirche St. Katharina zur Verfügung. Nach einer halben Stunde war alles geregelt. Die Zusammenarbeit sei sehr unkompliziert, sind sich die Mitglieder der Pfarrkonferenz einig. Alle würden sich gut kennen – und auch die Macken. Als dieser Satz fällt, lachen alle laut auf. Ganz ökumenisch natürlich.


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