Bolzplatz wird umgenutzt Wegen der großen Nachfrage: Gemeinde Berge schafft neue Bauplätze

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Berge. Es geht voran: Der Rat der Gemeinde Berge hat am Mittwochabend einstimmig beschlossen, eine Änderung des Bebauungsplanes „Asterfeld II“ im beschleunigten Verfahren vorzunehmen. Überdies stimmte das Gremium bereits erstellten Vorentwürfen sowie einer öffentlichen Auslegung zu. Bei dem Projekt geht es darum, die große Nachfrage nach Bauplätzen zu befriedigen.

Wie berichtet, soll zum einen der Asterfeld-Bolzplatz im Rahmen einer „Nachverdichtung“ – bis auf einer Fläche gut 2000 Quadratmetern für einen Spiel- und Sportplatz – Raum für acht Bauplätze bieten. Zum anderen ist geplant, für die östlich am Bolzplatz angrenzenden Flächen die Bauverbotszone aufzuheben, sodass dort Häuser in zweiter Reihe gebaut werden können. Insgesamt geht es um sieben Grundstücke, von denen vier über eine Straße im neuen Baugebiet erschlossen werden. Drei weitere Grundstücke müssen einen Zugang über den Pappelweg erhalten.

Fragen zur Erschließung

An diesem Montag ging es vorab in einer Sitzung des Bauausschusses um die Erschließung. Ursprünglich sollte die Fläche über die Straße „Am Wall“ erschlossen werden. Das stieß auf Kritik. Könnten die Flächen nicht direkt über die Asterfeldstraße erschlossen werden? So lautete die Frage. Die Verwaltung bat deshalb kurzfristig das beauftragte Planungsbüro aus Osnabrück, einen geänderten Entwurf vorzulegen. Den reichte Bürgermeister Volker Brandt am Mittwochabend nach.

Insgesamt 1,7 hektar Fläche

Die überarbeitete Planung sieht vor, dass an der östlichen Seite des Bolzplatzes von der Asterfeldstraße aus eine Straße in das künftige Baugebiet führt, von der dann via Wendehammer eine Stichstraße abzweigt.

Insgesamt hat das Plangebiet eine Größe von 1,7 Hektar. Wichtige Vorarbeiten zu Fragen wie der Regenwasserkanalisation oder Altlasten sind bereits geklärt. Gleichwohl sind zum Baugebiet generell noch keine abschließenden Entscheidungen getroffen worden, so Volker Brandt. Im Rahmen des öffentlichen Verfahrens habe jeder die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken vorzutragen. Überdies wird es am 14. November, 19 Uhr, bei Schohaus eine Infoveranstaltung zu allen geplanten Baugrundstücken geben.


Wenn im nächsten Jahr auf dem Asterfeld-Bolzplatz die ersten Bagger anrücken, um Keller für neue Wohnhäuser auszuheben, geht unwiderruflich ein besonderes Kapitel Berger Fußball-Geschichte zu Ende, die 1920 ihren Anfang nahm. Ein kurzer Rückblick.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg begeisterten sich immer mehr Berger für den Fußball. Sie gründeten den Ballsportverein (BV) Berge. Die ersten Heimspiele gingen noch auf „Overbergs Wiese“ gegenüber der damaligen Gaststätte Hagemann in Dalvers über die Bühne, wie es in einer Vereinschronik heißt. Das sollte sich aber 1922 ändern. Fortan trug der BV seine Spiele in der „Arena“ aus – dem Asterfeld. Dafür hatten die Vereinsmitglieder zuvor mit viel Einsatz Bäume gefällt, Stümpfe gerodet und den Boden planiert. Dann konnte es losgehen. Ligen gab es noch nicht, lediglich Pokalturniere und Freundschaftsspiele. Auch sonst war noch vieles anders – und heute kaum denkbar. So fuhren die Spieler noch mit dem Fahrrad zu ihren Spielen in Quakenbrück oder Ankum. Idealismus pur.

In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges ruhte der Ball, das Vereinsleben ebenso. Das änderte sich erst am 1. April 1946. Der BV erstand als TuS wieder auf. Die ersten Heimspiele fanden auf „Tholenbehrens Wiese“ in Dalvers statt, da das „Asterfeld“ erst wieder hergerichtet werden musste. Diese Aufgabe übernahm federführend Paul Emons, der auskofferte und planierte, was das Zeug hielt. Das Engagement lohnte sich. Die Berger Fußballer machten das Asterfeld in den 50er-Jahren zu einem unter Kickern gefürchteten Platz im Kreis. Dort zu gewinnen war schwer, der TuS ein Spitzenteam in der Region.

1968 war dann Schluss. Wegen der wachsenden Siedlung um den Platz herum zog der TuS an den Buchbach um, wo Verein und Gemeinde eine neue Sportstätte hergerichtet hatten. Aus der Asterfeld-Arena wurde ein Bolzplatz für Kinder, der nun auf gut 2000 Quadratmeter schrumpfen wird.

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