Angela Gülck und Jirka Sova geben Gastspiel in Restrup Theater Divadlo beeindruckt mit Temperament und Vielfalt

Von Liesel Hoevermann

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Angela Gülck und Jirka Sova begeisterten in Restrup mit ihrem temperamentvollen Programm. Foto: Liesel HoevermannAngela Gülck und Jirka Sova begeisterten in Restrup mit ihrem temperamentvollen Programm. Foto: Liesel Hoevermann

Restrup. Angela Gülck und Jirka Sova beeindruckten das Publikum in der Compagnia Buffo in Restrup mit ihrer temperamentvollen „Best of Balkanroute 66“ – einer bunten Mischung aus Musik, politischem Kabarett und satirischen Dialogen.

Beide Künstler gehörten jahrelang zum Standortensemble der Compagnia Buffo, bevor sie vor rund zehn Jahren als Theater Divadlo mit eigenem Programm und Bühnenzelt auf Dauer-Tournee gingen. Das Gastspiel in Restrup war somit ein Heimspiel mit Nostalgieeffekt.

Das passte auch ganz gut zur Botschaft ihres aktuellen Stücks, das die beiden mit viel Temperament, Slapstickeinlagen und musikalischer Vielfältigkeit im Theatersaal präsentierten. Mit einer Mischung aus ursprünglicher Naivität, der Bereitschaft zur Adaption gesellschaftlicher Regeln und einem natürlichen Selbstbewusstsein überzeugte Angela Gülck als polynesische Flüchtlingsfrau Kalula. Ihre musikalische Weltgewandtheit zeigte sie auf der Ukulele ebenso souverän wie an der Blechschüssel und den singenden Gläsern.

Mit bayrischer Westernmusik

Im Duett mit ihrem Partner Jirka Sova sang sie zudem ein polyglottes Potpourri aus diversen Zeit- und Stilrichtungen. Swing, Jazz, polynesische Klänge, bayrische Westernmusik, 20-er Jahre Rhythmen – eine beeindruckende musikalische Bandbreite, der Jirka Sova mit seiner markanten Stimme das jeweils passende Feeling verleiht. Genau so sicher beherrscht er die passenden Instrumente wie polynesische Slideguitar und Dobro, die er mit Klingel und Minischlagzeug am Pult ergänzt oder durch Jodeleinlagen und Steppsequenzen aufpeppt. Kurzum ein multimusikalisches Allroundtalent, bei dem sogar das Stottern zum akustischen Vergnügen fürs Publikum wird.

Satirischer Spiegel

Als selbst ernannter Integrator versucht er, seiner registrierten Gästin die Feinheiten der abendländlichen Kultur näher zu bringen. Die kuriosen Resultate seiner Bemühungen wie etwa das exakte Begrüßungsritual amüsierten und verschreckten die Zuschauer gleichermaßen. Ein satirischer Spiegel zeitgemäßer Integrationsbemühungen um fast jeden Preis. Den Spagat zwischen menschlichem Bemühen und dem Scheitern an gesellschaftspolitischen Realitäten verpackten Gülck und Sova in einer Flut satirischer Dialoge, die dem Publikum manchmal kaum Zeit zum Mitdenken ließen.

Im Wechsel mit den musikalischen Einspielungen also ein spannendes Programm und ein unterhaltsamer Abend für die Zuschauer in Restrup.


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