Ambulante Pflege stärken Schnupperangebot der Tagespflege St. Hedwig Fürstenau

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Fürstenau Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Er informierte sich über die Tagespflege in St. Hedwig: Manfred Mothsche – hier mit Altenpflegerin Tanja Voskors (links) und Betreuerin Annegret Zander. Foto: Kathrin BockhorstEr informierte sich über die Tagespflege in St. Hedwig: Manfred Mothsche – hier mit Altenpflegerin Tanja Voskors (links) und Betreuerin Annegret Zander. Foto: Kathrin Bockhorst

Fürstenau. Wenn Manfred Mothsche früher in Fürstenau Altenpflegeeinrichtungen besuchte, dann tat er das als Redakteur des Kreisblattes. Dieses Mal war der Rentner aus einem anderen Grund vor Ort in der Tagespflege St. Hedwig. Er wollte wissen, ob für ihn eine Tagespflege sinnvoll ist. Kamera und Stift hatte er dennoch dabei.

Gemeinsam mit Annegret Zander, Pflegekraft des Caritas Pflegedienstes Fürstenau/Neuenkirchen, startete er um acht Uhr nach einem kurzen Frühstück mit Ehefrau Ursula in den Tag. Dabei ging es im Hintergrund auch um das so- genannte Bepfle-Projekt. Das ist die Abkürzung für „Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum“.

Bepfle-Projekt

An diesem Projekt, das das niedersächsische Ministerum für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung aufgelegt hat, nehmen auch die Caritas- Pflegedienste in der Region teil. Zum einen geht es um die Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter. Zum anderen soll die Versorgung von Menschen mit Pflege- oder Betreuungsbedarf durch verbesserte Strukturen und die Vernetzung von Angeboten optimiert werden – immer mit dem Gedanken verbunden, pflegebedürftige Personen so lange wie möglich weitgehend zu Hause zu versorgen.

Die Pflegekräfte des Caritas-Pflegedienstes haben im Bepfle-Projekt die Aufgabe bekommen, die Pflege- und Betreuungssituation ihrer Patienten vor Ort noch einmal genau zu überdenken, wie eben bei Manfred Mothsche. Er wird bereits seit einigen Jahren vom Caritas-Pflegedienst unterstützt. Aber wo gibt es noch Verbesserungspotenzial in der Versorgung? Welche zusätzlichen Hilfen könnten sinnvoll sein? Das sind der Fragen, auf die es Antworten zu finden gilt.

Niederschwellige Angebote

Die Caritas-Pflegedienste haben vor diesem Hintergrund besonderen Wert gelegt auf die Vermittlung niedrigschwelliger Angebote wie die Pflegeberatung durch den Landkreis, die Nutzung von zusätzlichen Betreuungsleistungen oder die Möglichkeit der Kurzzeitpflege.

Die Pflegekräfte sind im Vorfeld zunächst geschult worden, im Anschluss bekam jeder Teilnehmer zusätzlich die Möglichkeit, in einem Einzelgespräch die spezifische Situation des eigenen „Patienten“ zu besprechen – auch mit Blick auf eine patientenorientierte Dokumentationsart, die seit 2018 genutzt wird.

Akzeptanz noch gering

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist, die Mitarbeiterzufriedenheit durch die Durchführung einer ganzheitlichen Pflege weiter zu erhöhen, zeitgleich aber auch den Blick für weitere Leistungen im ambulanten Bereich zu schulen. Die Praxis zeige, dass, je mehr Leistungen und Angebote angenommen würden, umso länger die Zeitspanne werde, die ein pflegebedürftiger Mensch zu Hause bleiben könne, so die Caritas-Pflegedienste. Leider sei die Akzeptanz niedrigschwelliger Angebote wie beispielsweise die Kurzzeitpflege gerade im ländlichen Bereich immer noch gering.

In dem Bepfle-Projekt können die Pflegekräfte daher auch als „Brückenbauer“ fungieren – zum Beispiel bei Manfred Mothsche. Die Anregung von Betreuerin Annegret Zander, ob ein Schnuppertag in der Tagespflege für ihn das Richtige sei, griff der Fürstenauer gerne auf – getreu der Devise, einfach mal wieder aus dem eigenen Haus zu kommen.

„Schnuppertag war toll“

Manfred Mothsche hat es gefallen. „Mein Schnuppertag in der Tagespflege war toll“, gab er zu Protokoll. Gemeinsam mit seiner Ehefrau überlegte er anschließend, wie es weitergehen könnte. Besuchte er beispielsweise einmal in der Woche die Tagespflege, hätte Ursula Mothsche einen „pflegefreien“ Tag und könnte beispielsweise Besorgungen machen oder Freunde besuchen. Das Ergebnis nach kurzer Abwägung: Der ehemalige Journalist besucht nun jeden Donnerstag die Tagespflege.

Wie Manfred Mothsche inzwischen festgestellt hat, bringt ein Tag dort viel Neues. Überdies trifft er auch immer wieder alte Bekannte. „Es ist schön zu sehen, wie gut es Herrn Mothsche hier geht“, freut sich auch Annegret Zander. pm


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN