Gefängnisumbau kommt voran Sträflingstrupp mit Karren und Trecker in Fürstenau auf Tour

Von Günter Sponheuer und Jürgen Ackmann

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ja/spony Fürstenau. Nein. Es waren keine ausgebrochenen Sträflinge, die da mit Leiterwagen und Trecker durch die Fürstenau tuckerten. Vielmehr handelte es sich um den Probelauf für ein neues touristisches Angebot. Bekanntlich wird das Amtsgefängnis auf der Schlossinsel zum Erlebnishotel umgebaut.

Der Umbau des Gefängnisses von 1720 kommt derzeit gut voran. Spätestens im nächsten Frühjahr 2019 sollen dort die Gäste übernachten können – auf Wunsch ganz stilecht bei Wasser und Brot sowie in Sträflingskleidung. Auch Henkersmahlzeiten wird es geben. Das Projekt wird in Regie des Arbeitskreises Archäologie und Stadtgeschichte Fürstenau umgesetzt. Der organisierte nun auch die Sträflingstour als kleinen Vorgeschmack auf das, was da kommen möge.

Dann doch lieber mit dem Trecker

In quer gestreiften Knasti-Kostümen, bei denen nur noch die, an den Füßen hängenden Ketten mit Eisenkugeln fehlten, begaben sich neun Frauen und Männer des Vereins auf den Weg vom Fürstenauer Draisinenbahnhof am Bürgerschützenplatz durch die Innenstadt zum früheren Gefängnis auf der Fürstenauer Schlossinsel. Aber diese Strecke sollte nicht zu Fuß bewältigt werden. Werner Pries, der Vorsitzende des Vereins, hatte die Idee, die gesetzeslosen Knackis in ihren Alcatraz-Outfits im, zum Gefangenen-Transportkarren umgebauten Leiterwagen zum Gefängnis zu transportieren. Seine zweite Idee, die Herren der Schöpfung mögen dabei auch noch den, mit ihren Knastschwestern beladenen, Karren selber ziehen, ließ er aber wieder fallen und besorgte einen alten Deutz-Traktor als Zugmaschine mit dem es dann auch direkt durch die Innenstadt ging – ein Spektakel. Diesen „Shuttle“ können künftig auch die Gefängnis-Gäste in Anspruch nehmen.

Zwei Gefängniszellen bleiben im Originalzustand

Schon seit 2015 kümmert sich der Arbeitskreis mit viel ehrenamtlicher Arbeit um die Restaurierung des ehemaligen Amtsgefängnisses, das bis 1972 noch als Jugendarrest diente. Mit dem Anbau des Nebengebäudes, das mit einem Aufenthaltsraum, einer Küchenzeile, sowie barrierefreien Duschen und Toiletten ausgestattet ist, sind nun bald Übernachtungen möglich. Zwei der acht Gefängniszellen bleiben dabei im Originalzustand erhalten und dienen als museale Vorzeigeobjekte. Besonders für Kleingruppen stelle sich das Gefängnis als informativer Lernstandort und kommunikative Begegnungsstätte dar, so der Verein.


Weitere Informationen: Telefon 0171/ 7745688 (Werner Pries).

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