Verdienste um plattdeutsche Sprache Klemens Mehmann aus Grafeld erhält Fredemann-Gedächtnispreis

Von Jürgen Schwietert

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Mit dem Wilhelm Fredemann-Gedächnispreis der Heimatbünde wurde Klemens Mehmann (Fünfter von links) geehrt. Foto: Erika SchwietertMit dem Wilhelm Fredemann-Gedächnispreis der Heimatbünde wurde Klemens Mehmann (Fünfter von links) geehrt. Foto: Erika Schwietert

Grafeld. Klemens Mehmann aus Grafeld hat den Wilhelm Fredemann-Gedächtnispreises des Kreisheimatbundes Bersenbrück und des Heimatbundes Osnabrücker erhalten. Damit wird einmal im Jahr eine Person ausgezeichnet, die sich um den Erhalt der plattdeutschen Sprache verdient gemacht hat.

Dei Kriesheimatbund Bessenbrügge un die Heimatbund Ossenbrügger Land öwergewet an Herrn Klemens Mehmann ut Groefeld den Wilhlem-Fredemann-Gedächtnispreis 2018“ – so steht es in der Urkunde, die die Vorsitzenden Franz Buitmann (KHBB) und Jürgen Eberhard Niewedde (HBOL) aushändigten. Verbunden war die Preisübergabe natürlich auch mit einer Laudatio, um die Verdienste von Klemens Mehmann zu würdigen. Die hielt Franz Buitmannn – natürlich auch auf Plattdeutsch. „Up Bidde van die Schaul-Fördervereinsvorsitzenden Sabine Schröer fung hei foort in’n Januar 2009 mit die Plattdütschk-AG in de Grundschaule an. Siedem komet hei jede Weeken eine Stunde in die Schule un bringet die Kinner in’t daedde un veirde Schauljoehr Texte un Gedichte up Groefelder Platt bi “, so Franz Buitmann. Er machte deutlich, dass in den Grafelder Haushalten oft noch Platt gesprochen wird. Klemens Mehmann selbst sei als Kind mit dem Plattdeutschen groß geworden und habe das Hochdeutsche erst in der Schule gelernt. Das sei auch der richtige Weg, die plattdeutsche Sprache zu erhalten, wie wissenschaftliche Forschungen zeigten.

Für die Grafelder Heimatpost verantwortlich

Weiterhin ging Franz Buitmann auf die regionalen Besonderheiten des Grafelder Platt sowie auf die weiteren Verdienste des Preisträgers ein. So zeichnet Klemens Mehmann unter anderem für die Grafelder Heimatpost verantwortlich und wirkt in fast allen Grafelder Vereinen und Organisationen mit. „Wir von den Heimatbünden danken für deine umfangreichen Leistungen“, betonte Franz Buitmann, der Ehefrau Renate Mehmann und die Kinder der Familie mit in seinen Dank einbezog.

Nach der Laudatio und Preisübergabe traten die Grafelder Schulkinder unter Leitung des Lehrers Lutz Dalkowski mit Stücken passend zur Jahreszeit auf; Justin Fasthoff las überdies seine Geschichte vor, mit der er den plattdeutschen Vorlesewettbewerb gewonnen hat. Auch Grußworte fehlten nicht. Auf die sprachliche Entwicklung der Schulkinder ging der stellvertretende Landrat Werner Lager ein. Er forderte dazu auf, sich für den Erhalt der plattdeutschen Mundart einzusetzen. Die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat ging auf die Vielfalt der regionalen Mundarten ein. Sie seien auch nach der europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zu schützen, betonte Filiz Polat.

Keine Überlebenschance

Im Namen der Gemeinde Berge gratulierte Bürgermeister Volker Brandt. Er hob das große ehrenamtliche Engagement des Geehrten nicht nur im Bereich des Plattdeutschen hervor. Er befürchte aber, dass es nicht gelingen werde, diese Mundart zu erhalten. Sie werde in den Familien nicht mehr ausreichend gesprochen.

Auch Ulrich Göwert, Präsident des Wiehengebirgsverbands, griff den Erhalt der Mundarten auf. Wenn die Sprache nicht in den Familien gesprochen werde, gebe es keine Überlebenschance. Er wünschte sich, dass die Gemeinden Plattdeutschbeauftragte ernennen würden.

Für den Förderverein und für die Grundschule Grafeld gratulierten der Vorsitzende Ralf Stolte und Schulleiterin Karin Unger. „Du generierst einen Mehrwert für unsere Gemeinde“, betonte Ralf Stolte.

In seinen Dankesworten ging Klemens Mehmann auf erhaltenswerte Bräuche wie Tunscheren krüllen ein. Auch forderte er dazu auf, das Ehrenamt hoch zu halten. Sein besonderer Dank galt seiner Frau Renate.

Im Schlusswort ging Jürgen Eberhard Niewedde auf den Namensgeber des Preises ein. Wilhelm Fredemann (1897–1984) aus Neuenkirchen bei Melle sei Lehrer und Schriftsteller gewesen, der sich besonders für das Plattdeutsche engagiert habe. Der nach ihm benannte Preis wurde zum ersten Mal schon zu seinen Lebzeiten verliehen.


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