Gegründet auf Morast Geschichte der Bastion auf der Schlossinsel in Fürstenau

Von Jürgen Schwietert

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Fürstenau. In der Stadt gibt es ein in der Region einmaliges Gebäude – die Bastion auf der Schlossinsel. Mit ihrer Geschichte hat sich der studierte Historiker und Oberst der Reserve Lothar Lenski intensiv beschäftigt – neben anderen Bauwerken in der Region.

Lothar Lenski hatte bei seinen Studien speziell die Militär- und Garnisonsgeschichte im Blick – und da lohnen sich Recherchen in Fürstenau besonders. Nach Vorgängerbauten begann um die Zeit um 1340 die Errichtung der Stiftsburg Fürstenau – eine von insgesamt 29 Burgen in der Region. So entstand beispielsweise bereits 1227 die Burg Quakenbrück. Die Burg an der Segelfort in Settrup, einer der Vorgängerbauten der Stiftsburg, ließ Fürstbischof Ludwig von Ravensberg um 1300 als Stützpunkt für den Norden seines Territoriums errichten. Dieses führte zum Streit mit Graf Otto IV. von Tecklenburg-Ibbenbüren, der 1308 mit der Schlacht auf dem Haler Feld endete. Als Folge der Friedensverhandlungen wurde die Burg geschleift. Die Streitigkeiten aber gingen weiter. Und so bauten die Tecklenburger Hange bei Freren zur Burganlage aus. Gegenüber von Hange ließ der Osnabrücker Bischof die Bleiburg in Settrup errichten. Sie wurde aber kurze Zeit später ebenfalls wieder geschleift. Aber auch die Befestigungsanlagen von Hange wurden 1336 wieder zurückgebaut.

Hakenbüchsen mit enormen Rückschlag

Im Gegenzug entstand die Burg Fürstenau, zunächst als Kern der jetzige trutzige und gut zu verteidigende Kirchturm von St. Katharina. Die Steine dieser Wehranlage sollen die Reste vorhergehender Burgen sein. Die Burganlage, gegründet in morastigem, um drei Meter erhöhtem Gelände, einwickelte sich kontinuierlich weiter. „Ab dem Jahr 1527 wurde die Anlage erweitert und zu einer quadratischen Festung durch Bischof Erich II. von Grubenhagen ausgebaut“, so Lothar Lenski. Die Bastion im Nordosten der Schlossinsel – auch „Dürersche Bastei“ genannt – entstand.

Dieses Bauwerk weist sechs Meter dicke Mauern auf und besitzt drei Kampfebenen. In den beiden unteren Ebenen konnte durch Schießscharten das Vorfeld mit Hakenbüchsen bestrichen werden. Sie hatten einen enormen Rückschlag, der so manche Soldaten- oder seinerzeit Söldnerschulter zertrümmert haben dürfte. Aus diesem Grunde wurde ein sogenanntes Prellholz eingebaut.

Kanonen in Stellung gebracht

Eine Scharte ist genau auf das ehemalige Burgtor ausgerichtet. Es konnte von hier aus verteidigt werden. Auf der obersten Ebene wurden Kanonen in Stellung gebracht. Rechts und links des unteren gedeckten Eingangs befinden sich zwei Kammern. In der linken Kammer war ein Wachraum, in der rechten Kammer ein verschließbares Pulverlager eingerichtet. Auch eine Etage höher findet sich eine Kammer, die zur Lagerung von Kanonenkugeln diente.

In der frühen Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dann die Festung durch den Kölner Kurfürsten Clemens August I. von Bayern, sogleich Bischof von Osnabrück aufgegeben. Er benötigte Geld für den Bau des Schlosses Clemenswerth, so Lothar Lenski.

Sein Wissen hat er zusammen mit der Reservistenkameradschaft beim Tag des offenen Denkmals weitergeben. Mehr als 300 Gäste informierten sich über das Bauwerk, mehr als 150 Personen nahmen an Führungen teil.

Wer mehr über die Militärgeschichte Fürstenaus wissen will, kann sich auch die Dauerausstellung im Dachgeschoss des „Alten Rathaus“ am Marktplatz ansehen. Die Räume dort sind jeweils mittwochs ab 18 Uhr geöffnet. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Pommernkaserne. Vermittelt wird aber auch die Garnisonsgeschichte von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zur Auflösung des Pommernkaserne im Jahr 2007.


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