Umbau zum Erlebnishotel Altes Gefängnis in Fürstenau am Tag des Denkmals geöffnet

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Fürstenau. Auf der Schlossinsel in Fürstenau wird derzeit das im Jahr 1720 erbaute Gefängnis zu einem Erlebnishotel umgebaut. Gäste können dort ab 2019 auf Wunsch in Gefängniskluft übernachten. Beim Tag des Denkmals am 9. September erhalten Besucher vorab erste Einblicke.

Initiator des Projektes ist der Fürstenauer Verein für Archäologie und Stadtgeschichte. Dessen Mitglieder haben bereits kräftig in die Hände gespuckt. Viele Umbauarbeiten sind inzwischen erledigt, das Richtfest gefeiert. So steht inzwischen der Anbau, in dem derzeit Bäder sowie ein Ess- und Veranstaltungsraum für die Gefängnisgäste entstehen. Ansonsten wird der Raumzuschnitt im Gebäude im Originalzustand erhalten, um ein möglichst authentisches Gefängnisgefühl zu erzeugen, wie die beiden Vorstandsmitglieder Werner Pries und Ralf Heitkamp erzählen.

300 Jahre alte Gefängnistüren wieder hergerichtet

Das gilt auch für die fast 300 Jahren alten Gefängnistüren – 27 an der Zahl –, in die die Insassen einst Sprüche und Zeichnungen eingeritzt haben. Schüler der Fachrichtung Maler und Lackierer der gewerblich berufsbildenden Schulen in Nordhorn haben sie kostenlos aufgearbeitet. Die Schnitzereien waren mit Farbe übermalt worden.

Zwölf Personen werden in den sechs zur Verfügung stehenden Gefängniszellen – einschließlich der Mörderzellen – übernachten können. Auf Wunsch wird für die Gäste auch Sträflingskleidung bereitgestellt, eine Henkersmahlzeit serviert oder schlicht Wasser und Brot gereicht. Überdies hat der Verein einen alten Leiterwagen organisiert, mit dem sich die Gäste abholen lassen können.

Interessant für Radfahrgruppen

Zwei weitere Gefängniszellen, die im Originalzustand belassen werden, dienen zudem künftig als museale Vorzeigeobjekte bei Stadtführungen. Der Verein für Archäologie und Stadtgeschichte hofft auf diese Weise, eine weitere Touristenattraktion auf der Schlossinsel mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden zu schaffen. Es gebe bereits viele Anfragen, beispielsweise von Radfahrgruppen, freuen sich Werner Pries und Ralf Heitkamp.

Die Sanierung und der Erhalt des Gefängnisses, das bis 1972 noch als Jugendarrest diente und dann verfiel, ist seit vielen Jahren ein Thema in Fürstenau. Im Jahr 2015 entstand schließlich die Idee, das Gebäude in ein Erlebnishotel umzubauen. Um die Finanzierung und Durchführung des Projektes kümmert sich seither in Absprache mit der Stadt mit viel Engagement der Verein für Archäologie und Stadtgeschichte. Werner Pries und Ralf Heitkamp gehen davon aus, dass insgesamt nicht mehr als 130000 Euro an Kosten anfallen werden. Das nicht mehr Geld notwendig ist, liegt vor allem daran, dass viele Firmen und Organisationen aus der Region das Projekt materiell und ideell unterstützen.

Auch die Nord-Ost-Bastion ist geöffnet

Am Tag des Denkmals kann übrigens auch die Nord-Ost-Bastion auf der Schlossinsel besichtig werden. Es handelt sich um den einzig erhaltenen Wehrbau dieser Art im Osnabrücker Land. Die Mauerstärken betragen sechs Meter. Die ursprüngliche Höhe der Bastion lag bei acht Metern über dem Wasserspiegel des Burggrabens. Von 14 bis 17 Uhr werden dort stündlich Führungen angeboten. Geöffnet ist das Gebäude ab 13 Uhr – ebenso wie das Gefängnis.


Weitere Denkmäler, die am Sonntag geöffnet haben:

Bad Essen: Buschoff Dreschkasten, Dorfplatz in Hüsede, 13 - 18 Uhr.

St.-Nikolai-Kirche, Kirchplatz 5, 12 -18 Uhr. Harpenfelder Dorfschmiede und Stellmacherei; Lange Straße 30, Dorfplatz Harpenfeld, 14 - 18 Uhr. Johannes-der-Täufer-Kirche, Lintorfer Straße 29, Lintorf, 15 - 18 Uhr. Wassermühle, Bergstraße 35, 11-18 Uhr.

Bad Iburg: Averbecks Speicher - Heimatkundliches Museum, Averbecks Hof 5, Glane, 11-17 Uhr. Haus der Geschichte, Rathausstraße 2, 14-18 Uhr. Viehhaus des ehemaligen Ritterguts Schleppenburg, An der Schleppenburg 52 b, Visbeck, 10-17.

Bad Rohtenfelde: Brunnenschacht mit Solequelle und Gedenkstein, Konzertgarten, 15-17 Uhr.

Neues Gradierwerk mit Windkunst, Bahnhofstraße, 15 - 17 Uhr. Wittekind Sprudel, Brunnenstraße, 15 - 17 Uhr.

Bramsche: Kloster Malgarten, Am Kloster 1-8, 11-18 Uhr. Museum und Park Kalkriese, Venner Straße 69, 10-18 Uhr.

Dissen: St.-Mauritius-Kirche, Große Straße 12, 14-18 Uhr.

Georgsmarienhütte: Kutscherhaus der Villa Stahmer, Carl-Stahmer-Weg 13 a, 15-18 Uhr.

Hasbergen: Bahnhof , Bahnhofstraße 1, 11- 17 Uhr. Wasserturm, Schulstraße, Nähe Hof Gösmann, 11 - 18 Uhr.

Ostercappeln: Hungriger Wolf, Hungriger Wolf 2, 11-17 Uhr.

Quakenbrück: Hermann-Bonnus-Geburtshaus,m Goldstraße 9, 11-18 Uhr. Hof Hülsmann, Nortruper Straße 17, 11-18 Uhr.

Wallenhorst: Knollmeyers Mühle, Nettetal, 14-18 Uhr. Windmühle Lechtingen, Mühlenstraße, 10-18 Uhr.

Weitere Infos: www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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