Experte rät zu Gelassenheit Fürstenauer Vereinsvertreter informieren sich über Datenschutz

Von Jürgen Schwietert

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Die Grundsätze der Datenverarbeitung nach der DSGVO vermittelt Holger Brinkmeyer den Anwesenden. Foto: Jürgen SchwietertDie Grundsätze der Datenverarbeitung nach der DSGVO vermittelt Holger Brinkmeyer den Anwesenden. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Datenschutz hat mit der neuen Datenschutzgrundverordnung einen neuen Stellenwert bekommen und zugleich für Verunsicherung gesorgt – auch bei den Vereinen. Daher stieß der Informationsabend zum Thema im Fürstenauer Rathaus auf große Resonanz-

Die Freiwilligenagentur der Samtgemeinde Fürstenau hatten die Vereinsvertreter in den großen Sitzungssaal des Rathauses eingeladen und mit Holger Brinkmeyer, Justiziar und Datenschutzbeauftragter des Osnabrücker IT-Dienstleisters Itebo, einen ausgewiesenen Datenschutzexperten für die Veranstaltung gewonnen.

Bei der Einführung zum Thema wies Holger Brinkmeyer auf die Verabschiedung der Verordnung vor über zwei Jahren und ihr Inkrafttreten am 25. Mai 2018 hin. Neben der direkten Verordnung sind die schriftlichen Ausführungen hierzu (Erwägungsgründe) von Relevanz. „Es ist ein wichtiges Thema, sollte aber mit der gebotenen Gelassenheit behandelt und nicht zu hoch gehängt werden“, so der Fachmann.

Die Verarbeitung von Daten ist erforderlich bei der Erfüllung eines Vertrages oder einer rechtlichen Verpflichtung sowie zum Schutz von lebenswichtigen Interessen. Dabei sei die Einwilligung des Betroffenen in der Regel vorhanden, sollte aber möglichst schriftlich fixiert werden. Es seien nur die notwendigen Daten, die rechtmäßig nach Treu und Glauben transparent und dem Zweck entsprechend erhoben und begrenzt gespeichert werden, zu erheben und vertraulich zu behandeln.

Der Nachweis der ordnungsgemäßen Behandlung von Daten liege beim Verarbeiter – beispielsweise beim Vorstand, Geschäftsführer oder Kassierer. Damit würden diese stärker in die Pflicht genommen. Daten, die nicht mehr benötigt werden (Abschluss einer Veranstaltung, Beendigung einer Mitgliedschaft), sollten in der Regel gelöscht werden. Die Verarbeiter sollten ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten erstellen. Dieses Verzeichnis wird nichtöffentlich geführt, muss aber auf Anforderung der Behörde zur Verfügung gestellt werden. Es schützt letztendlich den Verarbeiter. Und ganz wichtig: Datenpannen wie der Verlust des Datenträgers oder die unbeabsichtigte Veröffentlichung von Daten müssen innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden.

Holger Brinkmeyer machte deutlich, dass die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten bei Vereinen in der Regel nicht erforderlich sei.

Abschließend griff er das Thema Fotografieren auf. Hier habe bisher das Kunst- und Urheberrechtsgesetz gegolten. Dieses greife aber nur noch bei journalistischen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder literarischen Zwecken. Das unvorteilhafte Bilder solle möglichst vermieden werden, riet der Experte. Und wenn die Veranstaltung und nicht die Person im Vordergrund stehe, dürfe auch fotografiert werden. Kinder seinen besonders schutzbedürftig.

Bilder von Schützenfesten, Meisterfeiern oder Kindergartenfesten können zu internen Zwecken genutzt und veröffentlicht werden. Aber bei einer Veröffentlichung im Internet sollte immer eine Einwilligung vorliegen.


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