Regenwasser flutet den Hausflur Im Schwagstorfer Ortskern ist regelmäßig Land unter

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Schwagstorf. Am 9. August 2018 war es wieder so weit. Ein Platzregen setzte die Bippener Straße kurz vor dem Kreisel in Schwagstorf unter Wasser. Das floss – auch wieder einmal – in den Garten und den Hausflur der Familie Meiners. Sie möchte, dass die Stadt endlich Abhilfe schafft.

Anita Meiners ist ein ruhiger Mensch, keine Person, die sofort aggressiv wird und sich beschwert, wenn ihr etwas nicht passt. Am 9. August jedoch war sie mit ihrer Geduld am Ende. Zum vierten Mal in zwei Jahren musste ihre Familie gegen Wasserfluten in ihrem Haus ankämpfen. Inzwischen trauen sich Anita Meiners und ihr Mann Heinrich nicht mehr, in den Urlaub zu fahren. Es könnte ja so stark regnen, dass das Wasser wieder ins Haus läuft. Auch wenn es in der Nacht schüttet, ist das Ehepaar sofort auf den Beinen. Einer behält die Tür zur Bippener Straße im Blick, einer die zum Garten. „Es ist schrecklich“, sagt Anita Meiners. Hinzu komme, dass ihr Mann schwer krank sei.

Das erste Mal sahen sich die Meiners 1969 mit eindringenden Wassermassen konfrontiert. Damals gab es noch einen Kellerschaft zur Straße hin. So kam es, dass der volllief und die Familie zugleich im Erdgeschoss knietief durch Wasser watete. Ein Albtraum. Zwar verbesserte sich nach dem Neubau von Straße und Kanalisation die Situation etwas, inzwischen wird es aber wieder schlimmer.

Wenn das eigene Heim ungewollt zum Haus am See wird

Das Haus der Meiners liegt in einer kleinen Senke am tiefsten Punkt im Schwagstorfer Ortskern – direkt an der Bippener Straße und nur wenige Meter vom Kreisel entfernt. Bei Starkregen – am 9. August kamen gut 21 Liter pro Quadratmeter vom Himmel herunter – können die zu klein bemessenen Rohre an der Straße das Wasser nicht mehr aufnehmen. Es drückt durch die insgesamt elf Gullideckel im Umfeld zurück auf die Bippener Straße. Die verwandelt sich dann in kurzer Zeit in einen See. Das Wasser kommt aber nicht nur von oben und aus den Gullideckeln, es läuft auch aus Richtung Klein Bokern kommend die Bippener Straße hinunter, in die Senke vor dem Haus der Meiners.

Betroffen ist auch der schräg gegenüberliegende Gasthof. Allerdings liegt der etwa höher, wie Andreas Reinermann sagt. Da läuft das Wasser in der Regel wenigsten nicht ins Gebäude. Dafür steht aber der Parkplatz an der Bippener Straße regelmäßig unter Wasser. Erschwerend kommt hinzu, dass sich einige Autofahrer den zweifelhaften Spaß machen, mit Tempo durch die Senke zu fahren. Das Wasser schwappe dann an der Hauswand hoch, so Anita Meiners. Sie findet dieses Verhalten rücksichtslos.

Problem hätte längst gelöst sein können

Worüber sich die Schwagstorferin ebenfalls ärgert: 2016 seien der Kreisel und auch die Bippener Straße erneuert worden. Warum seien bei der Gelegenheit nicht gleich Rohre mit einem größeren Durchmesser eingebaut worden? Dann wäre das Problem gelöst gewesen, sagt Anita Meiners. Sie habe den Bauleiter damals darauf hingewiesen. Er habe erklärt, nichts von der Angelegenheit zu wissen. Auch Hinweise und Anrufe bei der Stadt hätten nicht zum Erfolg geführt. Sie hoffe, dass sich bald etwas tue, so Anita Meiners

Und in der Tat: Es soll sich tatsächlich etwas tun. Nicht in diesem Jahr, aber wahrscheinlich 2019. Wie Stadtdirektor Benno Trütken auf Nachfrage mitteilte, habe die Stadt Anfang des Jahres nach einem entsprechenden Beschluss des Rates in dieser Frage Gespräche mit dem Wasserverband aufgenommen. Zudem sei ein Ingenieurbüro beauftragt worden, den Fall mit Blick auf mögliche Lösungen zu untersuchen. Nun werde es im nächsten Schritt darum gehen, wie das Problem konkret angegangen werden solle.

Stadtdirektor will „Flaschenhalssituation“ 2019 beseitigen

Dabei werde die Stadt aber nicht ausschließlich die Bippener Straße im Blick haben. Generell solle der Schwagstorfer Ortskern besser vor den zunehmenden Starkregenereignissen geschützt werden. Dazu gehöre auch die Erweiterung des Regenrückhaltebeckens an der Voltlager Straße. Neben größeren Rohren sei das ebenfalls notwendig. Die Erweiterung des Rückhaltebeckens sei überdies erforderlich, weil Schwagstorf siedlungstechnisch gewachsen sei, so Benno Trütken.

Der Stadtdirektor geht davon aus, dass 2019 Geld für eine bessere Entwässerung in Schwagstorf in den Haushalt eingestellt werden könne – vor allem natürlich auch, um die „Flaschenhalssituation“ in der Senke an der Bippener Straße zu beseitigen.


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