Aussetzungsfrist abgelaufen Wie geht es weiter mit der „Freien Kunstakademie Maiburg“?

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172.000 Euro bietet ein Kaufinteressent für das Anwesen der „Freien Kunstakademie Maiburg“. Seit November 2017 wartet er vergeblich auf den Zuschlag. Doch nun könnte das Verfahren bald fortgesetzt werden.Foto: Jürgen Schwietert/Archiv172.000 Euro bietet ein Kaufinteressent für das Anwesen der „Freien Kunstakademie Maiburg“. Seit November 2017 wartet er vergeblich auf den Zuschlag. Doch nun könnte das Verfahren bald fortgesetzt werden.Foto: Jürgen Schwietert/Archiv

Bippen. Wie geht es weiter mit dem Areal der „Freien Kunstakademie Maiburg“? Seit Oktober 2017 läuft das Zwangsversteigerungsverfahren, das zuletzt für ein halbes Jahr ausgesetzt worden ist. Am Montag ging die Frist zu Ende. Doch einen neuen Verhandlungstermin gibt es noch nicht.

Beim letzten Zwangsversteigerungstermin vor dem Amtsgericht Bersenbrück am 13. Februar hatte das Gericht das Verfahren wegen schwerer Bedenken um den Gesundheitszustand des Schuldners Dieter Mastall für ein halbes Jahr ausgesetzt. Der freischaffende Künstler, der seit fast 40 Jahren mit seiner Familie auf dem Anwesen im Bippener Ortsteil Klein Bokern wohnt und die Freie Kunstakademie Maiburg ins Leben gerufen hat, hatte zur Auflage bekommen, sich einer Therapie zu unterziehen.

Ein halbes Jahr später scheint alles wie gehabt. Dieter Mastall und seine Frau Lilo, die sich auf Anfrage der Redaktion nicht zum derzeitigen Stand des Verfahrens äußern wollten, leben weiter auf dem rund 1,4 Hektar großen Anwesen, für das ein Kaufinteressent bei einem Gerichtstermin 172.000 Euro geboten hatte. Die Investorin aus Friesoythe hatte zuvor bereits Forderungen der Kreissparkasse Bersenbrück an die Familie Mastall übernommen. Im Laufe der Jahre hat sich ein Schuldenberg von mehr als 300.000 Euro angehäuft. Zu einer gütlichen Einigung zwischen Schuldner und Gläubiger ist es offenbar in der Zwischenzeit ebenfalls nicht gekommen.

Antrag auf Fortsetzung

Nachdem die Aussetzungsfrist nun am Montag abgelaufen ist, können Kaufinteressierte ab beim Amtsgericht Bersenbrück die Fortsetzung des Verfahrens beantragen, erklärt Oliver Sporré, Direktor des Amtsgerichtes Bersenbrück. Erst dann kann das Gericht einen neuen Termin zur Verhandlung über den Zuschlag ansetzen. Sollte kein Antrag bei Gericht eingehen, werde das Verfahren nicht weitergeführt. Damit ist allerdings nicht zu rechnen.

Schon mehrfach hatten Lilo und Dieter Mastall um den Fortbestand ihres Lebenswerkes fürchten müssen. Im Jahr 1992 konnten sie eine Zwangsräumung abwenden, 2013 endete ein Zwangsversteigerungsverfahren, das die Kreissparkasse Bersenbrück als damaliger Hauptgläubiger im Jahr 2010 beantragt hatte, ergebnislos, weil kein Gebot für die denkmalgeschützte Hofanlage eingegangen war. Gutachter hatten den Wert des Grundstücks und der Gebäude auf 580.000 Euro geschätzt. Im aktuellen Fall wurde der Verkehrswert auf 342.000 Euro festgelegt.

Kaum Spenden

Äußerst fraglich bleibt jedoch, wie die Familie Mastall ihre immensen Schulden abbauen will. Bei der vor elf Monaten gestarteten Online-Spendenaktion sind gerade einmal 1075 Euro eingegangen. Darüber hinaus konnten die Initiatoren der „Freien Kunstakademie Maiburg“ bislang nicht darlegen, wie sie ihre „soziale Plastik“ nach dem Vorbild von Joseph Beuys auf eine wirtschaftlich tragfähige Basis stellen wollen.


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