Serie: Wacken-Tour 2018 (Teil 3) Team Berge im ständigen Kampf gegen Staub und Urin

Von Hermann Brands

Wacken 2018 – ein wahrer Glutofen: Wenn die Veranstalter mit riesigen Güllefässern Unmengen von Wasser auf dem Gelände verteilt haben, legt sich der Staub fürs Erste. Mittendrin im Trubel um Judas Priest, Danzig und Udo Dirkschneider – das Team Berge. Foto: Hermann BrandsWacken 2018 – ein wahrer Glutofen: Wenn die Veranstalter mit riesigen Güllefässern Unmengen von Wasser auf dem Gelände verteilt haben, legt sich der Staub fürs Erste. Mittendrin im Trubel um Judas Priest, Danzig und Udo Dirkschneider – das Team Berge. Foto: Hermann Brands

Berge/Wacken. Seit vielen Jahren zieht es den Berger Arzt Hermann Brands mit einer kleinen Truppe aus dem Nordkreis zum Rockfestival nach Wacken. Auch 2018 berichtet er über die Erlebnisse des „Team Berge“. Hier der dritte Beitrag.

„Wieder eine Nacht herum, die zweite kurze in Folge, aber lange liegenbleiben kann man bei diesen Temperaturen einfach nicht. Von der rechten Seite erklingt Nana Mouscouri, „Guten Morgen Sonnenschein“. Echte Frühaufsteher nutzen die Gunst, einen der ersten Wege anzutreten, bevor sich lange Schlangen vor den Dixi-Häuschen bilden. Hier gilt das Wort vom frühen Vogel, der den Wurm fängt, ganz besonders. Während sich der späte besser gleich eine Klammer auf die Nase setzen sollte.

Die erste Dusche ist eine Wohltat, aber leider auch nur für ein paar Augenblicke, dann klebt das T-Shirt wieder. Die Prognose für heute: noch mehr Schweiß. Und viel Durst vermutlich. Manche Menschen treffen es dennoch schlechter, denke ich.

Der Tag beginnt mit Ingos Rührei

Mit dem Kaffee von heute Morgen könnte man Tote aufwecken, glücklicherweise haben das die meisten von uns aber nicht nötig, Team Berge sitzt (nahezu) vollständig vor Ingos Rührei. Nur einer scheint noch mit sich zu ringen, ob er schon aufnahmebereit ist ... Man redet schon wieder miteinander, über Gott und die Welt, das Wetter, Musik, den gestrigen Tag und natürlich über andere. Irgendwo auf diesem Platz soll auch das Zelt von Hannes B. aus Renslage stehen. Man läuft halt immer wieder Bekannten über den Weg.

Gestern habe ich Jean aus Frankreich kennengelernt, er ist zum zweiten Mal auf Wacken, in Begleitung seines Sohnes. Wir sollen unbedingt einmal das Hellfest in Clisson besuchen, meint er. Hellfest ist das französische Pendant zu Wacken. Immerhin, Wacken gefällt ihm noch besser. Und das deutsche Bier!

Der echte Fan nimmt Wacken, wie es ist

Wir haben feststellen müssen, dass es keine Staubmasken mehr gibt. Alle ausverkauft. So ist das auf Wacken. Etwas ist immer ausverkauft. In anderen Jahren sind es regelmäßig die Gummistiefel gewesen. Dieses Jahr gibt es noch welche. Aber die braucht ohnehin keiner. Nasenstöpsel wären in diesem Jahr hilfreicher. Wir haben alle im wahrsten Sinn des Wortes die Nase voll. Über dem Festivalgelände liegt eine dichte Staubwolke. Trotz der Unmengen von Wasser, das aus riesigen Güllefässern hier verteilt wird. Dieses Wacken ist ein sehr trockenes Wacken ! Was besser ist? Schwer zu sagen. Der echte Fan nimmt Wacken, wie es ist. Bereitet sich auf alles vor und freut sich am Ende, wenn er gut ausgerüstet war für sein Wacken. Und lernt, was er im nächsten Jahr anders machen wird. Auch in diesem Jahr werden schon wieder Ideen für das nächste Jahr geboren.

Immerhin, die Wege sind besser in diesem Jahr. Zum Festivalgelände schafft man es in der Hälfte der Zeit. Ohne Verluste an Schuhen und Socken. Auch barfuß ist mancher unterwegs. Eine Herausforderung, der ich mich bislang noch nicht stellen mochte. Es gibt sie ja trotzdem, die nassen Löcher, nur, dass sie nicht durch Wasser entstanden sind…

Das musikalische Highlight? Judas Priest!

Der Staub ist nicht alles auf Wacken. Es gibt ja auch noch Musik. Das Highlight von gestern natürlich Judas Priest mit der markanten Stimme von Rob Halford. Mit einem grandiosen stimmlichen Finale in Gestalt von „Painkiller“. Aber auch andere Acts konnten sich sehen oder besser gesagt, hören lassen. Danzig waren grandios, auch Udo Dirkschneider konnte überzeugen. Und heute? Nightwish stehen auf dem Programm. Mr. Big vielleicht. Schandmaul unbedingt. Running Wild wohl auch. Und natürlich Otto, obgleich er parallel zu den In Flames spielt. Dazwischen wird gegrillt, schätze ich. Mindestens einmal. Aber wer weiß ...

Bleibt zum Schluss die obligatorische Frage nach Enkel Felix … Eingeweihte vermuten mittlerweile, dass er sich noch etwas Zeit lässt. Auch sein Bruder ist an einem Dienstag zur Welt gekommen. Wenn das so ist, habe ich wenig Sorge wegen Wacken. Ich werde weiter darüber berichten.“


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