Ein Kapitel Dorfgeschichte Berger Schuhhaus Rocho hat seine Räume erweitert

Von Jürgen Schwietert


Berge. Im Schuhhaus Rocho, welches seit etwa 25 Jahren von Heiner Rocho geführt wird, tut sich etwas: Jüngst wurde die Werkstatt modernisiert und erweitert. Auf etwa 60 Quadratmetern wird jetzt das Handwerk betrieben.

Heiner Rochos Vater Heinrich erlernte das Handwerk ebenso bei seinem Vater Johannes Rocho im idyllischen Ort Voltlage wie sein älterer Bruder Johannes. Heinrich, der jüngere Bruder, aber musste sich anderweitig ein Standbein aufbauen. Nach Gesellenzeit in Fürstenau und Meisterprüfung in Göttingen zog es ihn nach Berge. Dort übernahm er 1955 das Schuhgeschäft von Fritz Zingler an der Antener Straße. In der Scheune von Seemanns konnte er zwölf Quadratmeter für Laden und Werkstatt anmieten.

Der Laden florierte und wurde auf eine Verkaufsfläche von 32 Quadratmeter, natürlich mit Werkstatt, umgebaut. Dabei entstanden zwei Schaufenster. „Wenn mein Großvater am Wochenende nach Hause fuhr, wurde er gefragt, ob er denn auch 100 D-Mark in der Woche eingenommen hätte“, berichtet Rocho, „da musste er sagen: Nicht ganz.“ Als Heinrich Rocho dann in Berge die richtige Frau fand, die auch im Geschäft tatkräftig mithalf, wurde 1958 geheiratet. 1962 wurde das Geschäftshaus an der Tempelstrasse gebaut, wo die Firma noch immer ansässig ist.

Der Laden zu groß, die Werkstatt zu klein?

„Mein Opa kontrollierte während der Bauphase den Rohbau und meinte: Junge machst du da nicht was falsch? So ein großer Laden, und die Werkstatt ist doch viel zu klein.“ Im Jahre 1964 sicherte er sich den Alleinverkauf der Marke Salamander. 1968 schloss er sich dem Salamander Bund an. 1970 stellte sich die erste Veränderung an der Ladeneinrichtung ein.

Es wurden neue fahrbare Regale aus Metall angeschafft. Jetzt wurde nicht mehr aus dem Karton verkauft, sondern dem Kunden eine kleine Auswahl an Schuhen präsentiert. In dieser Zeit kamen die Festsortimente auf. Von einem Modell mussten zwölf Paar abgenommen werden. „Das sei für Berge zu viel, meinte mein Vater“, erinnert sich Heiner Rocho. Aus einem Kontakt seiner Mutter zu ihrer alten Heimat in Nortrup ergab sich 1975 die Übernahme des Schuhgeschäft Klaphake. „Wir Kinder waren sehr froh darüber, dass die Filiale in Nortrup gewesen ist, denn dadurch bot sich eine gute Möglichkeit in den Ferien zum Baden mitzufahren“, so Heiner Rocho. Eine Erweiterung und Modernisierung der Geschäfts- und Lagerräume fand in Berge im Jahre 1980 statt. Der Verkauf wurde ganz auf Vorwahl umgestellt, um der Kundschaft einen besseren Überblick geben zu können. Im Herbst feierte man dann das 25-jährige Geschäftsjubiläum.

Angebotspalette weiter verbreitert

Im Jahre 1983 wurde in Nortrup an der Farwickstrasse 19 ein eigenes Geschäftshaus gebaut. Im Jahre 1991 legte Heiner Rocho die Meisterprüfung in der Orthopädieschuhtechnik ab. Er wurde gleich zuhause eingespannt. Mitte der 1990er Jahre war es dann soweit, dass Vater Heinrich Rocho seinem Sohn die Geschäftsführung anvertraute. In den vergangenen zwanzig Jahren folgten zahlreiche Um- und Ausbauten in Berge ebenso wie in Nortrup. Im Jahr 2005 wurde das Jubiläum „50 Jahre das Orthopädieschuhhaus Rocho“ gefeiert.

Vor drei Jahren erfolgte die Übernahme des Geschäftes Reha- & Gesundheitspartner in Fürstenau mit Erweiterung der Produktpalette um die Kompressionsversorgung mit Bandagen. Jetzt erfolgte der Neubau und die Erweiterung der Werkstatt mit Räumlichkeiten für Lager, Aufenthaltsraum und Personaltoilette. Der frei gewordene Platz beherbergt Büros, Aufzeichnungsplätze und Anmessraum für Kompressionsstrumpfversorgung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN