Serie: Wacken-Tour 2018 (Teil 1) Team Berge in diesem Jahr mit Wohnwagen nach Wacken

Von Herbert Brügge


Berge/Wacken. Seit vielen Jahren zieht es den Berger Arzt Hermann Brands mit einer kleinen Truppe aus dem Nordkreis zum Rockfestival nach Wacken. Auch 2018 wird er über die Erlebnisse des „Team Berge“ berichten. Hier der erste Beitrag.

„Wacken wirft seine Schatten voraus, auch bis ins Osnabrücker Land. Die Vorbereitungen laufen, Bier, Salate, Eier und Grillfleisch sind bestellt, dieses Jahr gibt’s auch wieder Rührei mit Krabben, sagt Küchenchef Ingo. Die Helden der vergangenen Jahre sind inzwischen etwas älter und anspruchsvoller geworden. Gerne wird schon mal auf überschwemmte Zelte und mehrere Handbreit Wasser in der Reisetasche verzichtet. Es zeichnet sich eine Tendenz zum Upgrade ab. Wacken 2018 wird in diesem Jahr keine reine Bodenveranstaltung sein. Team Berge plant für dieses Jahr etwas Neues. Früher hätte man das eine Wagenburg genannt.

Vier Wohnwagen haben wir aufgetrieben, alles Unikate, die schon mal bessere Zeiten gesehen haben. Allesamt in wochenlanger Eigenarbeit restauriert, allein das Abenteuer TÜV könnte schon eine ganze Kolumne füllen. Zumindest, was meinen „neuen“ alten holländischen Klappwohnwagen von 1983 betrifft. Ja, es gab Startschwierigkeiten. Jedoch darf er nun endlich (dank Herrn Landwehr vom TÜV Bersenbrück) stolz sein neues Kennzeichen „BSB WA 18“ tragen!

Hitze und Staub statt Matsch und Schlamm?

Molli, Ingo und Flo waren nicht weniger aktiv, nach der ersten großen Ernüchterung erstrahlt ihr neues Wackenmobil in freundlich einladendem Schwarz. „Tür“ steht für ganz verwirrte Spätheimkehrer über den Eingang, BSB-Kennzeichen ist natürlich ebenfalls Ehrensache. Zur Sicherheit für den Heimweg gibt es auch noch einen langen LED-Leuchtmast auf dem Dach. Lediglich den außen liegenden Hahn für unsere Zapfanlage werden wir in diesem Jahr wohl nicht mehr schaffen. Ein dritter Wohnwagen hat früher der SPD als Infomobil gedient.

Wie es aussieht, werden dieses Jahr allerdings die Fans von Matsch und Schlamm enttäuscht werden. Wacken 2018 dürfte ziemlich heiß und trocken werden, so die aktuellen Prognosen. „Bislang ist noch meine Hoffnung“, so ein bekannter Landwirt, „dass ihr da wieder absauft. Sonst weiß ich nicht, woher noch Regen kommen soll.“ Wenn es den Bauern im Osnabrücker Land helfen würde, nähmen wir natürlich gerne auch wieder Matsch und Schlamm in Kauf.

Zehn eingeschworene Metalfans aus dem Nordkreis

Zehn Metalfans sind es dieses Jahr, die sich mit mir im Team Berge zusammengefunden haben, um das Abenteuer Wacken zu stemmen. Team Berge deshalb, weil von hier der größte Anteil stammt, vier Männer aus unserem Team sind hier zuhause. Aus Menslage kommen immerhin drei dazu, ein Bippener Fan, Rocco aus Sachsen und unsere „Quotenfrau“ Anja aus dem Münsterland komplettieren die Truppe, die so schon fast international wird.

Auch musikalisch ist die Region immer wieder vertreten, zum Beispiel mit Nachtblut, Mr. Hurley und die Pulveraffen, nur um ein paar regionale Namen aus den vergangenen Jahren zu nennen. International wird es dann auf jeden Fall in Wacken zugehen. Besondere nostalgische Leckerbissen für die Älteren von uns: Judas Priest, Nazareth, Fisher Z, Mr. Big, einige von uns werden sich sogar Otto und die Friesenjungs ansehen.

Ein echter familiärer Entscheidungsnotstand...

Und dann ist da noch Helmut aus Kettenkamp. Der hat früher vermutlich wenig Gelegenheit gehabt, in die Ferne zu schauen, noch vor ein paar Jahren hat er mit fast 80 Jahren viele Stunden in seinem Betrieb zugebracht. „Wäre ich jünger, ich würde glatt einmal mitfahren“, meint er. Aber im Fernsehen, da hat er sich das schon angeschaut. Und dank des Kreisblattes fiebert schon eine große Community mit uns auf das Wacken-Camp hin.

Und dann ist da noch eine Sache. Am 4. August soll laut Prognose mein zweiter Enkel zur Welt kommen. Ausgerechnet Wackensamstag! Einer der wichtigsten Tage. Schon ein echter Entscheidungsnotstand. Ich hoffe, der Kleine hat noch etwas Geduld. Sonntag wäre okay. Ansonsten werde zumindest ich mein Auto so parken, dass dem Antrittsbesuch beim Enkel nichts im Wege steht.

Schließlich gilt: Nach Wacken ist immer wieder vor Wacken!“


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