Einwände noch bis zum 10. August Börsteler Wald soll unter Landschaftschutz gestellt werden

Von Mirko Nordmann

Dem Stift Börstel gehören rund 90 Prozent des Waldgebietes, das der Landkreis Osnabrück als Landschaftsschutzgebiet ausweisen will. Foto: Christof HaverkampDem Stift Börstel gehören rund 90 Prozent des Waldgebietes, das der Landkreis Osnabrück als Landschaftsschutzgebiet ausweisen will. Foto: Christof Haverkamp

Berge Vor zwei Jahren wollte der Landkreis Osnabrück den Börsteler Wald unter Naturschutzstellen, was heftigen Widerstand seitens des Stiftes Börstel und der Gemeinde Berge auslöste. Die Reaktionen hatten Erfolg. Denn nun will der Landkreis das 141 Hektar große Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) „Börsteler Wald und Teichhausen“ nur noch unter Landschaftsschutz stellen.

Derzeit läuft im Sicherungsverfahren die Öffentlichkeitsbeteiligung. Seit dem 9. Juli liegen die Unterlagen und Planskizzen bei der Samtgemeinde Fürstenau, Obergeschoss Westflügel, Zimmer 62, Schlossplatz 1, und beim Landkreis Osnabrück, Fachdienst Umwelt, Zimmer 4015, Am Schölerberg 1 in Osnabrück aus. Noch bis zum 10. August können die Unterlagen während der Dienstzeiten eingesehen sowie Einwendungen und Anregungen zum Verfahren abgegeben werden.

Mit dem Verfahren setzt der Landkreis Osnabrück eine Forderung der Europäischen Union um, die bestehenden durch EU-Recht geschützten FFH-Gebiete auch per nationalem Recht abzusichern. Das wollte der Landkreis im Falle des Börsteler Waldes ursprünglich tun, indem er das FFH-Gebiet als Naturschutzgebiet ausweist. Im Frühjahr 2016 hatte die Behörde einen Verordnungsentwurf für ein Naturschutzgebiet öffentlich ausgelegt. In ihren Stellungnahmen hatten sowohl das Stift Börstel, dem rund 90 Prozent des Waldes im Schutzgebiet gehören, als auch die Gemeinde Berge deutlich gemacht, dass das Stift durch die geplante Ausweisung eines Naturschutzgebietes in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht sei. Die geplante Ausweisung sei ein „enteignungsgleicher Eingriff“, hieß es in der Stellung des Stiftes.

Waldwirtschaft möglich

Die Gemeinde Berge hatte sich dafür ausgesprochen, das Waldgebiet, das unter anderem als Lebensraum für den schützenswerten Hirschkäfer von Bedeutung ist, lediglich als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Im Vergleich zu einem Naturschutzgebiet gelten in einem Landschaftsschutzgebiet geringere Nutzungseinschränkungen. So wäre es dem Stift Börstel in einem Landschaftsschutzgebiet weiterhin möglich, Waldwirtschaft zu betreiben. nor


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