Daniel Unfeld stellt sich vor Das ist der neue Leiter des Berger Kindergartens St. Servatius

Von Christian Lang

Sein neues Büro hat Daniel Unfeld schon bezogen. Foto: LangSein neues Büro hat Daniel Unfeld schon bezogen. Foto: Lang

Berge. Daniel Unfeld übernimmt ab 1. August die Leitung des Berger Kindergartens St. Servatius. Mit unserer Redaktion hat sich der 37-Jährige im Vorfeld über seinen Werdegang, seine Erwartungen an die neue Stelle und den geringen Männeranteil in der Erzieher-Branche unterhalten.

Für Daniel Unfeld bedeutet seine neue Position im Kindergarten einen Karrieresprung – aber auch eine große Herausforderung. Bislang hat er in keiner Leitungsfunktion, sondern als Erzieher gearbeitet. „Das ist schon ein bedeutender Schritt für mich. Ich habe durchaus einen gewissen Respekt vor der Aufgabe“, sagt der 37-Jährige, der ab 1. August Christiane Becker beerben wird, die den Kindergarten zehn Jahre lang geleitet hat. In dieser Zeit hat sie unter anderem den Umbau und die Erweiterung des Gebäudes sowie die Einführung von Ganztagesgruppen begleitet. Daniel Unfeld ist sich bewusst, dass die Fußstapfen, die Christiane Becker hinterlässt, recht groß sind. Angst, dass er den Ansprüchen nicht gerecht werden könnte, hat er jedoch nicht.

Studium abgebrochen

Dabei war es vor einigen Jahren noch nicht absehbar, dass es den 37-Jährigen beruflich mal längerfristig in einen Kindergarten verschlagen würde. An der Uni Münster hatte er katholische Theologie und Geschichte auf Lehramt studiert – allerdings ohne Abschluss abgebrochen. „Es war einfach nicht mein Ding“, sagt Unfeld. Während seines Studiums arbeitete er nebenbei als pädagogischer Mitarbeiter in einer Grundschule. Eine Tätigkeit, die ihm mehr Spaß bereitete als die Aussicht, Lehrer zu werden. „Ich habe gemerkt, dass ich den Schülern dadurch noch eher helfen konnte“, so der 37-Jährige.

Daniel Unfeld startet am 1. August als Leiter des Berger Kindergartens St. Servatius. Foto: Lang

Seine Ehefrau brachte dann schließlich die Idee ein, ob nicht der Beruf des Erziehers für ihn geeignet wäre. Daniel Unfeld gefiel der Vorschlag – nach einer Ausbildung in Osnabrück verschlug es ihn als Erzieher an einen Kindergarten in Alfhausen. Als er dann sah, dass die Leitungsstelle im Berger Kindergarten St. Servatius frei wird, musste er nicht lange überlegen. Zum einen hatte er schon vorher den Entschluss gefasst, dass er irgendwann einmal in den administrativen Bereich wechseln möchte. Zudem hatte er während der Ausbildung bereits sein Abschlusspraktikum in dem Kindergarten absolviert. Eine Erfahrung, die Spuren hinterlassen hat: „Damals wurde ich vom Team sehr gut aufgenommen. Außerdem habe ich gesehen, wie erfahren und kompetent die Kollegen sind“, sagt Unfeld.

„Man muss den Job lieben“

Mit der früheren Kindergarten-Leiterin Christiane Becker hat sich der 37-Jährige in den vergangenen Wochen mehrfach ausgetauscht. Dabei konnte sie ihm auch einige Tipps geben und ihm helfen, berichtet er. Dennoch ist sich der Erzieher bewusst, dass er erstmal in die neue Rolle hineinwachsen muss. „Da wird am Anfang viel ,learning by doing‘ dabei sein“, sagt Unfeld. Als männlicher Erzieher ist er gewissermaßen ein Exot in einer Branche, in der rund 95 Prozent der Beschäftigten weiblich sind. Den Hauptgrund dafür, warum der Beruf für viele Männer keine attraktive Option darstellt, sieht er vor allem in der vergleichsweise geringen Bezahlung. „Man muss den Job schon lieben, um ihn auszuüben. Es muss nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung sein“, sagt Unfeld.

Keine Vorbehalte von Eltern

Hinzu komme aber auch, dass der Job des Erziehers in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch als reine Frauendomäne gilt. „Auch ich wurde von meinen Freunden etwas belächelt, als ich ihnen sagte, dass ich Erzieher werden möchte“, sagt Unfeld. In den vergangenen Jahren habe es nach seiner Ansicht in diesem Bereich zwar einige Verbesserungen gegeben. Doch dies sei noch nicht genug. „Je mehr das Thema in die öffentliche Wahrnehmung rückt, desto mehr Interessenten könnte es geben“, prognostiziert der 37-Jährige.

Nicht selten ist zu hören, dass einige Eltern durchaus Vorbehalte hätten, ihre Kinder in die Obhut eines männlichen Erziehers zu geben. Diese Erfahrungen kann Daniel Unfeld jedoch nicht bestätigen. „Das Feedback, was ich von den Eltern bislang bekommen habe, war ausnahmslos positiv“, berichtet er.

Im Kindergarten in Berge hofft er, dass er die Zusammenarbeit mit den Eltern ähnlich fruchtbar verläuft – dann aber primär nicht als Erzieher, sondern als Kindergartenleiter.


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