Generalversammlung Dorfladen Grafeld erwirtschaftet 490.000 Euro Umsatz

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Gut Lachen haben die Mitstreiter des Grafelder Dorfladens, die aus einer ersten Projektidee innerhalb eines Jahres einen Nahversorger mit guter Zukunftsperspektive entwickelt haben. Foto: Peter SelterGut Lachen haben die Mitstreiter des Grafelder Dorfladens, die aus einer ersten Projektidee innerhalb eines Jahres einen Nahversorger mit guter Zukunftsperspektive entwickelt haben. Foto: Peter Selter

Grafeld. Der Dorfladen in Grafeld hat seine Feuertaufe bestanden. In den ersten acht Geschäftsmonaten hat er einen Umsatz von 490.000 Euro erzielt. Ein Fehlbetrag von 25.000 Euro dürfte kurzfristig wieder erwirtschaftet werden, hieß es in der Generalversammlung – natürlich auf Plattdeutsch.

„Alleine kann keiner so etwas schaffen, aber zusammen ist es eine runde Sache“ – ganz in diesem genossenschaftlichen Sinne hätte die Grafelder Gemeinschaft gehandelt, freute sich Franz-Josef Morhaus vom Aufsichtsrat der Genossenschaft. Bevor sich die Blicke auf die genauen Zahlen des ersten „Rumpfgeschäftsjahres 2017“ richteten, ließ Vorstandsmitglied Klemens Mehmann für die gut 80 Teilnehmer der Generalversammlung im Saal Holtkamp noch einmal die Entstehungsgeschichte des Dorfladens Revue passieren. Dem Geschäftsbeginn am 2. Mai 2017 um sechs Uhr seien intensive Vorarbeiten vorausgegangen.

Gut 220 Kunden pro Tag

Wichtigste Grundlage für den Aufbau der Nahversorgung in Grafeld sei es gewesen, dass sich schließlich 374 Mitglieder mit 528 Geschäftsanteilen zu je 250 Euro in die Genossenschaft eingebracht hätten und so ein Geschäftsguthaben von 132.000 Euro zur Verfügung stand und steht, so Klemens Mehmann weiter. Die aktuellen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Dorfladens sprechen für sich: Gut 220 Kunden pro Tag seien es durchschnittlich, die in dem Ladengeschäft einkaufen, berichtete Klemens Mehmann. An Spitzentagen steige die Zahl der Kunden auch mal auf 270 bis 280 Personen. Mehmann: „Bei 800 Einwohnern schon mal eine ordentliche Zahl“.

Anfangsverlust von 25.000 Euro

Die wichtigste Zahl ist jedoch der durchschnittliche Umsatz je Einkauf, ohne Getränkevertrieb. Lag der Betrag je Einkauf im Mai 2017 noch bei 8,40 Euro, gaben die Kunden im Mai dieses Jahres durchschnittlich 11,24 Euro aus, wenn sie an der Kasse des Dorfladens ihr Portemonnaie zückten. Auf Basis der Planungsrechnungen wurde in der ersten Generalversammlung ein Anfangsverlust im Jahr 2017 von bis zu 20.000 Euro prognostiziert. Dieser Ist-Wert liegt jetzt bei 25.000 Euro. Ausführlich erläuterte Klemens Mehmann die Entstehungsgeschichte des Fehlbetrages, der im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass mit zusätzlichen Renovierungen und Investitionen ein zeitgemäßer Neustart des Dorfladens unterstützt werden sollte.

Neubesetzung der Gremien

Die Erläuterungen nahmen die Mitglieder ausgesprochen unaufgeregt zur Kenntnis, war doch allen bewusst, dass angesichts der Vielzahl der Arbeiten und Anschaffungen der Aufwand eigentlich noch viel höher hätte sein müssen. Das ist nicht zuletzt den vielen Handwerkern und Unterstützern vor Ort zu verdanken, die oft unentgeltlich oder sehr günstig dafür gesorgt hätten, dass der Aufwand für die erforderlichen Arbeiten klein gehalten werden konnte, so Mehmann. Auch die Neubesetzung der Gremien erfolgte gut vorbereitet und ohne große Formalien. Ann Oldiges und Christoph Lübben wurden in ihren Aufsichtsratsfunktionen bestätigt.

Dank an alle Unterstützer

Neu im Kundenbeirat, der sich im vergangenen Jahr unter anderem um das Angebot von Backwaren, das zunächst zu kurze Laufband an der Kasse und verkaufsfördernde Maßnahmen gekümmert hat, sind Tanja Kadagis und Christian Timpe. Bernhard Schröer und Helmut Morhaus, der jetzt ausführlich über die Arbeit des Beirates berichtete, stehen aus persönlichen Gründen für die Aufgabe nicht mehr zur Verfügung. „Wir haben unseren Nahversorger – und zwar uns selber“. Auf diesen Satz brachte Guido Holtheide das Ergebnis der Arbeit zahlreicher Akteure, der die Sitzung der Dorfladen-Genossenschaft nutzte, um allen Unterstützern zu danken.

„Umsatzentwicklung mehr als erfreulich“

„Wir alle können stolz auf das Erreichte sein, die Umsatzentwicklung ist mehr als erfreulich“, betonte Klemens Mehmann. Ziel ist es, künftig einen Jahresüberschuss von fünf- bis zehntausend Euro zu erwirtschaften und eine angemessene Eigenkapitalbildung für die Genossenschaft zu ermöglichen. Das Ergebnis werde Ende des Jahres 2018 schon ganz anders aussehen, kündigte Franz-Josef Morhaus an. Es sei eine Aufgabe für alle Beteiligten, die anspruchsvoll sei und bleibe, oder wie es in bestem Grafelder Platt hieß: Sie hätten noch „vööl to verhackstücken“.


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