Wer hilft beim Restaurieren? Heimatverein Berge will Bahnwaggons wieder herstellen

Von Jürgen Schwietert

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An den Kleinbahnwaggons hat der Zahn der Zeit genagt. Sie sollen demnächst restauriert werden. Foto: Jürgen SchwietertAn den Kleinbahnwaggons hat der Zahn der Zeit genagt. Sie sollen demnächst restauriert werden. Foto: Jürgen Schwietert

Berge. Der Heimatverein Berge will die beiden ausgedienten Güterwaggons der ehemaligen Kleinbahn restaurieren. Für dieses Projekt suchen die Heimatfreunde noch Unterstützer.

Die Kleinbahn von Quakenbrück über Berge nach Lingen ist schon lange Geschichte. Vor wenigen Jahren wurde der ehemalige Bahnhof in Berge abgerissen und an dessen Stelle Seniorenwohnungen errichtet. Jetzt erinnern nur noch zwei gedeckte Waggons und der Straßenname Schienenweg an die ehemalige Schmalspurbahn. Die stark renovierungsbedürftigen Waggons gehören dem Heimatverein Berge, der sie demnächst restaurieren will.

Den ländlichen Raum erschließen

Die Kleinbahnlinie fuhr zwischen dem 31. Mai 1904 und dem 31. Mai 1952. Genau 48 Jahre nach der Eröffnung wurde diese für die ländliche Bevölkerung damals wichtige Linie stillgelegt. Unter anderem wurden Sand und Kies für Baustellen in Dalvers mit der Bahn angeliefert, wusste Bernd Sandhaus zu berichten. Und sie diente auch dem Personen- und Schülerverkehr. Die knapp 57 Kilometer lange Kleinbahn mit ihren Bahnhöfen entstand aus dem Bestreben der Gemeinde Berge, den umgebenden ländlichen Raum verkehrsmäßig besser zu erschließen. Berge war die größte Zwischenstation. Eigene Bahnhofsgebäude besaß die Kleinbahn nur an den Bahnhöfen Lingen, Bawinkel, Gersten, Wettrup, Berge, Menslage und Quakenbrück. An den übrigen Stationen wurde der Verkauf der Fahrkarten und die Stückgutabfertigung durch Agenten, oftmals die Dorfwirte, erledigt.

Finanzierung über GmbH sichergestellt

Ein erster Versuch, ein solches Bahnprojekt zu realisieren, scheiterte 1897. Erst nachdem die Gemeinde Wettrup ebenfalls Interesse an einer Bahnverbindung gezeigt hatte, wurde ein Komitee der beiden beteiligten Kreise Lingen und Bersenbrück und der an der Bahnstrecke anliegenden Ortschaften gegründet, welches bis zum Jahresende 1899 die Vorarbeiten für die Bahnstrecke ausarbeitete. Am 2. Oktober 1901 wurde die Kleinbahn Lingen – Berge – Quakenbrück GmbH gegründet, über die die Finanzierung sichergestellt wurde. Die Beförderungsleistungen an Gütern und Personen entwickelten sich zwar besser als am Anfang geplant, aber nicht ausreichend genug. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sorgte die Entwicklung des Straßenverkehrs für ein schnelles Aus.

Holz muss komplett erneuert werden

Die zwei Güterwagen der Kleinbahn wurden Ende der 1970er Jahre in Berge auf einem Originalabschnitt der Bahntrasse aufgestellt. Der Zahn der Zeit hat ganz erheblichen an ihnen genagt. Das Holz ist morsch und somit abgängig und muss komplett erneuert werden. Und wenn dann die Mitarbeiter des Heimatvereins an die Arbeit gehen, soll auch das komplette Eisen gesandstrahlt, mit Rostschutz versehen und neu gestrichen werden. Die arbeiten sollen vor Ort erfolgen, da ein Transport zu teuer ist. „Die Arbeiten, die wir selbst machen können, wollen wir erledigten. Weiterhin haben Berger Firmen uns schon ihre Unterstützung signalisiert“, so der Vorsitzende des Heimatvereins Berge, Ingo Hollermann. Der Heimatverein Berge würde sich über zweckgebundene Zuwendungen für den Erhalt dieses wichtigen Kulturdenkmals freuen.


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