Warnstreik von 90 Mitarbeitern IG Metall: Stöckel lässt Tarifverhandlungen eskalieren

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Fürstenau Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Rund 90 Mitarbeiter der Firma Stöckel aus dem Bippener Ortsteil Vechtel haben am Montag für einen Warnstreik ihre Arbeit niedergelegt. Foto: IG MetallRund 90 Mitarbeiter der Firma Stöckel aus dem Bippener Ortsteil Vechtel haben am Montag für einen Warnstreik ihre Arbeit niedergelegt. Foto: IG Metall

ja/pm Vechtel. Am Montag haben knapp 90 Mitarbeiter der Stöckel GmbH im Bippener Ortsteil Vechtel die Arbeit für einen Warnstreik niedergelegt, wie die IG Metal mitteilt. Der alte Tarifvertrag sei Ende Oktober ausgelaufen. Die IG Metall fordere seither fünf Prozent mehr Einkommen mit einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Mehrere Gesprächsrunden hätten bereits stattgefunden, so die IG Metall weiter. Immer wieder werde durch den Arbeitgeber ein interner langjähriger Streit mit dem Betriebsrat über die Arbeitszeitverteilung mit der laufenden Tarifrunde vermischt. Brigitte Langguth, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Osnabrück habe darüber berichtet, dass dies offensichtlich der „Knackpunkt der Verhandlungen“ aus Sicht des Arbeitgebers sei. Rechtlich gesehen seien dies allerdings zwei Paar unterschiedliche Schuhe. „Für die Gestaltung der Arbeitszeit ist der Betriebsrat und für die Entgeltverhandlung die IG Metall zuständig.“

„Katze aus dem Sack gelassen“

Am 13. Juni habe dann die Geschäftsleitung von Stöckel „die Katze aus dem Sack“ gelassen, so Brigitte Langguth über den weiteren Verlauf der Verhandlungen. Das Angebot der Firma Stöckel spiegele das Rechtsverständnis des Gesellschafters wider: ein Prozent Entgelterhöhung für 24 Monate. Falls der Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit bis zu 45 Stunden in der Woche mit Verzicht auf seine Mitbestimmung akzeptiere –, bietet das Unternehmen 5,4 Prozent für 36 Monate in drei Schritten an.

„Unmoralisches Angebot“

Wie die IG Metall weiter mitteilt, bewerte Brigitte Langguth „dieses als ein unterirdisches und unmoralisches Angebot“. So sehe keine Wertschätzung der Beschäftigten aus. Mit Pfeifkonzerten und der symbolischen Hand für „gib mir fünf“ hätten die Stöckel-Beschäftigten nun auf das Arbeitgeberangebot reagiert.

„Die Beschäftigen stehen hinter der IG Metall-Forderung von fünf Prozent und stärken zeitgleich ihrem Betriebsrat den Rücken. Das zeigt die tolle Beteiligung an diesem Warnstreik“, zieht Brigitte Langguth eine erste Bilanz. Sie sei sich sicher, dass dieses nicht die einzige Aktion der Stöckel-Mannschaft gewesen sein werde, wenn der Arbeitgeber bei seinem Angebot bleibe und weiterhin betriebliche Themen mit Tarifthemen miteinander vermische.

Wie Geschäftsführer Reiner Stöckel mitteilte, dauere die Auseinandersetzung über eine Betriebsvereinbarung bereits seit vielen Jahren an. Dem Betriebsrat gehe es im Kern darum, unter anderem über die Arbeitszeiten zu bestimmen – auch über den Kopf der Geschäftsführung hinweg. Wenn es denn so sein solle, müsse dies wirtschaftlich entsprechend eingepreist werden. Das habe Auswirkungen auf die Tarifvereinbarung, so Reiner Stöckel. Insgesamt wünsche er sich eine einvernehmliche Lösung, die auch wirtschaftlichen Aspekten und mithin dem Wohl des Unternehmens Rechnung trage.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN