Leidenschaftliche Pädagogin Hildegard Jubt nimmt Abschied von der IGS Fürstenau

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Infos in die Postfächer der IGS-Lehrer wird die didaktische Leiterin Hildegard Jubt künftig nicht mehr stecken. Am 26. Juni nimmt sie im Rahmen einer kleinen Feier Abschied von der Schule. Auch ihr Kollege Klaus Großheide geht in den Ruhestand. Foto: Jürgen AckmannInfos in die Postfächer der IGS-Lehrer wird die didaktische Leiterin Hildegard Jubt künftig nicht mehr stecken. Am 26. Juni nimmt sie im Rahmen einer kleinen Feier Abschied von der Schule. Auch ihr Kollege Klaus Großheide geht in den Ruhestand. Foto: Jürgen Ackmann

Fürstenau. Die didaktische Leiterin der IGS Fürstenau geht in den Ruhestand. Sie habe ihren Beruf immer mit Leidenschaft ausgeübt, sagt Hildegard Jubt. Wer der Lehrerin zuhört, merkt sofort, dass das keine Phrase ist.

18 Jahre lang hat sich Hildegard Jubt um die Qualität von Lehre und Lernen an der IGS gekümmert. Also darum, dass die Jungen und Mädchen in einem möglichst differenzierten Unterricht im jeweils zu ihnen passendem Tempo ihre Wissenshorizonte erweitern. Außerdem darum, dass die Schüler so viel wie möglich gemeinsam lernen und so viel wie nötig in unterschiedlichen Lerngruppen und auch darum, dass das Thema „Unterrichtsmethoden“ immer wieder ein Tagesordnungspunkt an der IGS war. Nun also wird sie ihre Arbeit in andere Hände legen. Eine mögliche Nachfolgerin gibt es bereits.

Dass mit dem Beginn der Sommerferien in der nächsten Woche Schluss sei, habe sie in den vergangenen Monaten einerseits als faszinierend empfunden, andererseits aber auch als beängstigend. Die Entscheidung sei aber gefallen. Nun freue sie sich darauf, mit ihrem Mann Manfred – ebenfalls Lehrer und seit drei Jahren pensioniert – und dem neuen Wohnmobil auf Tour zu gehen. „Es steht schon da und wartet auf die erste Urlaubsreise“, sagt Hildegard Jubt.

Kinderladen nach Berliner Vorbild gegründet

Ihre Lebensreise begann übrigens 1955 in Thuine im Emsland. Aufgewachsen in Freren, wo sie seit vielen Jahren wieder wohnt, bekam sie bereits mit 17 Jahren ihr erstes Kind. Da besuchte sie noch das Franziskus-Gymnasium in Lingen. Mit Hilfe ihrer Familie sowie der Unterstützung ihres damaligen Partners und heutigen Ehemanns machte sie dennoch ihr Abitur und immatrikulierte sich zum Wintersemester 1974/75 an der damaligen pädagogischen Hochschule in Hannover. Als sie 21 Jahre alt war, folgte das zweite Kind.

Dass sie so früh Mutter geworden sei, habe wesentlich zu ihrer pädagogischen Prägung beitragen, sagt Hildegard Jubt mit einem Strahlen in den Augen. Außerdem seien die Kinder der Grund gewesen, dass sie mit ihrem Mann und einem befreundeten Ehepaar den ersten Kinderladen nach Berliner Vorbild in Hannover gegründet habe. Es ging um eine passende Betreuung. Die gab es damals für studierende oder berufstätige Mütter nicht.

Förderndes und forderndes Lernumfeld geschaffen

Nach einer Reihe von beruflichen Stationen unter anderem an der Grundschule Olbersstraße in Hannover, im Schulaufsichtsamt Emsland sowie am Studienseminar in Nordhorn als Leiterin des fachdidaktischen Seminars Sport freute sich Hildegard Jubt, dass sie im August 2000 eine Stelle als Leiterin der Sekundarstufe I an der IGS Fürstenau antreten konnte. Drei Jahre später übernahm sie von Friedemann Meyer die didaktische Leitung an der Schule. Sie sei stolz, dass sie an der IGS habe arbeiten können, betont Hildegard Jubt.

In den vergangenen 18 Jahren hat sie sich mit einer Flut von Erlassen befasst, eine große Zahl an Referendaren betreut und sich immer wieder Zeit für Unterrichtsbesuche genommen. Dabei sei es nicht um Kontrolle gegangen. Es sei vielmehr um ein gutes, förderndes und forderndes Lernumfeld für die Jungen und Mädchen gegangen. „Wenn sich die Schüler wohlfühlen, entwickeln sie sich auch,“ betont Hildegard Jubt. Zugleich sei es Ziel gewesen, die Kollegen bei ihrer Arbeit zu begleiten und ihnen bei Problemen zu helfen. Das sei nicht minder wichtig.

Vorfreude auf das Jubiläumsfest

Mit dem „pädagogischen Tag“ vor einigen Wochen hat Hildegard Jubt nun noch einmal einen besonderen didaktischen Schlusspunkt gesetzt. Es ging um den Umgang mit herausfordernden Schülern. Dazu hatte sie den renommierten Sportlehrer und Sonderpädagogen Torsten Schumacher aus Köln eingeladen. Das wiederum geschah vor dem Hintergrund, dass sich die IGS ein neues verbindliches Regelwerk zum Umgang von Lehrern und Schülern geben wird. Pädagogische Geschlossenheit sei elementar und präge zudem die Mentalität der Schulgemeinschaft, betont Hildegard Jubt.

Die didaktische Leiterin ist überzeugt, dass sich die IGS auch künftig pädagogisch gut entwickeln wird. Wichtig ist ihr, dass nun auch am Raumkonzept der Schule gearbeitet wird. Schließlich sei der Klassenraum der dritte Pädagoge, sagt Hildegard Jubt. Wenn die IGS 2022 ihr 50-jähriges Bestehen feiere, werde es sicher umgesetzt sein. Sie freue sich schon drauf und werde zum Jubiläumsfest kommen. Einfach mit der Schule abschließen – das kann und will Hildegard Jubt nicht. Sie wird immer eine leidenschaftliche Pädagogin bleiben.


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