Bürger ärgern sich über Eingang Gutachten für das Freibad Bippen ist in Arbeit

Von Jürgen Ackmann

So sieht der Eingangsbereich des Freibades inzwischen aus. Links gehen die Gäste an der Kasse vorbei hinein, durch das Drehkreuz wieder heraus. Die Samtgemeinde möchte auf diese Weise verlässliche Angaben über die tatsächliche Zahl der Besucher erhalten. Das wiederum ist notwendig, weil eine neue Freibadtechnik installiert werden soll. Foto: Jürgen AckmannSo sieht der Eingangsbereich des Freibades inzwischen aus. Links gehen die Gäste an der Kasse vorbei hinein, durch das Drehkreuz wieder heraus. Die Samtgemeinde möchte auf diese Weise verlässliche Angaben über die tatsächliche Zahl der Besucher erhalten. Das wiederum ist notwendig, weil eine neue Freibadtechnik installiert werden soll. Foto: Jürgen Ackmann

Bippen. Wie geht es mit dem Bippener Freibad weiter? Eine Frage, die sich derzeit viele Bürger stellen. Eine Zweite: Warum ist der Eingangsbereich neu gestaltet worden? Antworten darauf hat nun Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken gegeben.

In einem Schreiben an die Redaktion, das von 38 Bürgern unterzeichnet ist, heißt es, dass langjährige Besucher des Freibades immer mal wieder neue Unstimmigkeiten beobachten würden, was den Umgang der Samtgemeinde Fürstenau mit dem Freibad in Bippen angehe. Nun gehe es offenbar um das Misstrauen mit Blick auf die tatsächlichen Besucherzahlen. Wie in einem Irrgarten müssten jetzt die Besucher beim Herein- und Herausgehen einen kleinen Parcours absolvieren – wie beim Check-in am Flughafen. Es könne ja im vergangenen Jahr falsch gezählt worden sein. Habe Bippen etwa zu viele Badegäste? Und warum vermute die Samtgemeinde das?, so die Bürger ironisch. „Fragen, die wir leider nicht beantworten können. Super schade ist aber, dass ein gut laufender Betrieb gestört wird durch solche Gängelung“, heißt es weiter. Es werde schon nicht in das Freibad Bippen investiert. Da müsse die Samtgemeinde doch nicht auch noch die Besucher vergraulen. Und überhaupt: Warum werde nichts investiert?, so die abschließende Frage.

Besucherzahl möglichst genau ermitteln

Wie Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken erklärte, wolle die Samtgemeinde – wie berichtet – in den nächsten Jahren in das Freibad investieren. Das sei auch ein Grund für die Umgestaltung des Eingangsbereiches. Es gehe darum, die Zahl der Freibadbesucher möglichst genau zu ermitteln. Das sei wichtig, da neben einem neuen Becken auch eine neue Technik installiert werden solle. Sie werde in Hinblick auf die Auslastung entsprechend der Gästezahlen ausgelegt. Und die würden nun möglichst genau ermittelt, so Benno Trütken. Bei der Ermittlung der Zahlen mittels Lichtschranke sei es bisher immer zu Ungenauigkeiten gekommen. Gäste hätten sie umgehen können. Auch sei es zu Fehlern gekommen, wenn beispielsweise ein Gast eine Tasche oder einen anderen Gegenstand hinter sich hergezogen habe. Dann sei wiederum zweimal gezählt worden.

Kassiererin kannte viel Gäste persönlich

Ein weiterer Grund für den neuen Eingangsbereich, der nun so gestaltet sei, dass der Weg unmittelbar an der Kasse vorbeiführe, sei die Tatsache, dass die langjährige Kassiererin und Kioskbetreiberin Margitta Tolsdorf ihr Amt abgegeben habe. Sie habe einen Großteil der Besucher des Freibades zumindest vom Gesicht her gekannt und gewusst, ob sie Dauerkarten hätten. Da hätte ein Blick genügt, so Benno Trütken. Das sei nun nicht mehr so. Mitarbeiter der Bäckerei Büscher aus Schwagstorf führten nun Kiosk und Kasse. Sie könnten nicht alle Badegäste kennen. Auch aus diesem – weiteren – Grund sei der Eingangsbereich nun so gestaltet, dass alle Besucher des Freibades unmittelbar an der Kasse entlang gehen müssten. So lasse sich besser kontrollieren, wer eine Dauerkarte habe und wer nicht, so Benno Trütken. Weiterhin erklärte er, dass die Samtgemeinde prüfen werde, ob und wie sie die Besucherführung verbessern könne. Die Situation sei tatsächlich nicht optimal, wenn bei stärkerem Andrang Besucher hineinwollten und im Gegenzug sich Gäste am direkt angrenzenden Kiosk etwas bestellen wollten.

Samtgemeinde hat Gutachter beauftragt

Zum Stand der Planungen für die Sanierung: Die Samtgemeinde hat einen Gutachter beauftragt, der im Rahmen einer Modernisierungsstudie den Sanierungsbedarf ermittelt. Bis September werde er eine erste Kostenschätzung vorlegen, so Benno Trütken. Neben den dann vorliegenden genauen Gästezahlen werde sie als Grundlage für einen Förderantrag dienen, den die Samtgemeinde einreichen wolle. Völlig ohne zusätzliche Mittel könne die Kommune das Millionen-Projekt nicht finanzieren, betonte der Samtgemeindebürgermeister. Er geht davon aus, dass die Chancen gut stehen, Fördergelder zu erhalten. Bippen sei schließend ein Luftkurort. Da sei ein Freibad von Bedeutung. Wie Benno Trütken weiter erklärte, sei geplant, 2019 konkret in die Planung einzusteigen. 2020/21 könnten dann – wenn alles klappe – die Bauarbeiten am Becken und an der Freibadtechnik beginnen. Anschließend könne auch die vom Förderverein gewünschte Erneuerung der Wirtschaftsgebäude in Angriff genommen werden. Damit vorab zu beginnen, mache keinen Sinn, da noch nicht klar sei, welcher Platz wo auf dem Freibadgelände für Becken und Technik benötigt würden.

Mittelfristig strebt die Samtgemeinde überdies an, auch in das Freibad in Fürstenau zu investieren. Auch das habe die Kommune im Blick, so Benno Trütken.