Bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung auf dem Fürstenauer Marktplatz

Von Jürgen Schwietert

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Im Gespräch. Helmut Staroste mit Susanne Lindemann (Mitte) und Sonja Kohmöller. Foto: Jürgen SchwietertIm Gespräch. Helmut Staroste mit Susanne Lindemann (Mitte) und Sonja Kohmöller. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Auf dem Marktplatz in Fürstenau informierte die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes Bramsche über Wege aus der Schuldenfalle. Dabei standen Sonja Kohmöller und Susanne Lindemann den interessierten Besuchern Rede und Antwort.

Das Diakonische Werk fordert ein Maßnahmenbündel gegen Verschuldung privater Haushalte. „Wir sind heute unterwegs im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung“, erläuterte Sonja Kohmöller vom Diakonischen Werk Bramsche. Viele ihrer Kollegen in ganz Deutschland machten gerade aufmerksam auf die Situation verschuldeter Menschen. „Zu uns können alle Menschen kommen, egal welche Konfession sie haben, oder auch wenn sie keine haben“, ergänzte Susanne Lindemann. Ziel sei im Endeffekt, dass es dadurch der Gesellschaft besser gehe. Die Politik werde auch gebeten, die Aktion zu unterstützen und sich auf diesem Gebiet zu engagieren. In Fürstenau bietet die Diakonie in ihrem Büro an der St.-Georgstraße montags zwischen 14 und 16 Uhr und donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr Beratungen an. Telefonische Informationen sowie Terminabsprachen sind unter der Nummer 05901/ 5013454 zu erhalten.

Diakonisches Werk engagiert sich

„Weg mit den Schulden!“ lautet der Titel der Aktionswoche. „Damit Menschen aus den Schulden herauskommen, ist ein Maßnahmenbündel notwendig. Neben der persönlichen Anstrengung des Schuldners ist auch der Staat gefordert“, sagt Natalia Gerdes, Leiterin des Diakonisches Werkes Bramsche. Sie hält es für erforderlich, dass die Politik im Gesetz einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung unabhängig vom Einkommen der Betroffenen verankert. „Damit wäre der Zugang zur sozialen Schuldnerberatung für alle möglich. Zahlreiche Studien belegen die vielfältigen positiven Wirkungen von sozialer Schuldnerberatung“, so Gerdes. Die Schuldnerberatung macht es möglich, dass Menschen aus den Schulden herauskommen, wieder das Heft des Handelns in wirtschaftlichen Dingen in die Hand bekommen und eine Chance auf Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben erhalten. Es gehe immerhin um 6,9 Millionen Menschen in Deutschland, die überschuldet seien oder nachhaltige Zahlungsprobleme hätten. Im Gebiet des Kirchenkreises Bramsche befinden sich Kommunen des Landkreises Osnabrück, die von der Überschuldung der privaten Haushalte am stärksten betroffen sind.

Natalia Gerdes: Grundsicherung anpassen

Die soziale Schuldnerberatung vermittelt zwischen Gläubigern und Schuldnern. Und auch für die öffentlichen Haushalte rechnet sie sich. Verschuldete Menschen, die ihre Situation im Griff haben, haben verbesserte Berufsaussichten. Dieses senke Sozialausgaben. Zugleich steigen Steuern und die Einnahmen der Sozialkassen. Diese positiven Effekte würden insbesondere dann erzielt, wenn alle Überschuldeten einen ausreichenden Zugang zur Schuldnerberatung hätten, unabhängig von ihrem Einkommensstatus, so Gerdes. Trotz aller Beratungsmöglichkeiten dürfe die Politik nicht übersehen, dass die Grundsicherung für Arbeitslose und die Sozialhilfe nicht bedarfsdeckend seien und angepasst werden müssen, so Gerdes.


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