Abriss im Herbst 2019 geplant Bewegte Geschichte des Fürstenauer St. Reginenstifts

Von Jürgen Schwietert


Fürstenau. Im Herbst 2019 soll das St. Reginenstift großteils abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das Alten- und Pflegeheim ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung, die mehr als 1,6 Millionen Euro kosten würde, lohnt nicht mehr.

Das Alten- und Pflegeheim Sankt Reginenstift blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück. Den Namen und die Entstehung des Krankenhauses verdankt Fürstenau einer großherzigen Stiftung. Die Witwe des letzten Fürstenauer Amtsvogtes Ferdinand Nieberg (1809 bis 1878), Regina Nieberg, vermachte im Oktober 1887 testamentarisch das Nieberg’sche Haus mitsamt einigen Grundstücken der katholischen Kirchengemeinde St. Katharina Fürstenau. Wenige Tage nachdem sie das Testament aufgesetzt hatte, verstarb sie.

Vermächtnis der Stiftung

Die Stiftung sah zweckbestimmt vor, dass das Gebäude in eine Krankenpflegestätte umgewandelt werden sollte. Um dieses Vermächtnis der Stiftung zu verwirklichen, wandte sich der damalige Pastor Bernhard Filmer an die Kongregation der Franziskanerinnen vom heiligen Georg, die „Thuiner Schwestern“. Aufgrund dieser Bitte kamen 1888 drei Ordensschwestern nach Fürstenau, die das Haus bezogen und sich der ambulanten Krankenpflege widmeten. Erst vier Jahre nach der Gründung, also 1892, wurde es offiziell ein Krankenhaus.

Immer wieder bauliche Veränderungen

Im Jahre 1992 konnte das Jubiläum des 100-jährigen Bestehens gefeiert werden. Das Stammkrankenhaus wurde 1905 abgebrochen und noch im gleichen Jahr ein Neubau errichtet. Mit wachsendem Fortschritt auf sozialem und technischem Gebiet erfuhr das Haus in den folgenden Jahrzehnten manch grundlegende bauliche Erweiterung und parallel dazu Verbesserungen bei der medizinisch-technischen Ausstattung. Dass es den Einwohnern von Fürstenau und der Bevölkerung des Fürstenauer Umlandes ein Anliegen war, das allseits geschätzte Krankenhaus zu erhalten, zeigte sich zuletzt in der vor Jahren erfolgreich durchgeführten Haussammlung zur Bewältigung des aufgetretenen finanziellen Engpasses anlässlich des großzügigen Um- und Erweiterungsbaues.

Seit 1995 als Alten- und Pflegeeinrichtung genutzt

Im Zuge der Anfang der 1980er-Jahre im Land Niedersachsen realisierten Krankenhausreform hing die Existenz des Krankenhauses am seidenen Faden. Nach jahrelangen Turbulenzen ums Überleben, scheint der Bestand des Krankenhauses gesichert. Das zeigt sich auch darin, dass der letzte Bauabschnitt, der Westflügel, mit öffentlichen Zuschüssen des Caritasverbandes, der Samtgemeinde Fürstenau und des Landes Niedersachsen gefördert wurde. Es kam letztendlich aber nur ein Aufschub heraus. Die Tage der Fürstenauer Krankenhäuser waren gezählt. So wurde dieses Haus 1995 nach modernsten Kriterien zur Alten- und Pflegeeinrichtung umgebaut. Von Anfang an prägen Thuiner Franziskanerinnen den Geist des Hauses. Das Haus verfügte seinerzeit über 48 Pflegeplätze.


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