Ausbildung zur Hauswirtschafterin Wie man eine Schwagstorfer Großküche organisiert

Von Cristina Schwietert

Renate Siegert in der Großküche des Marienstifts in Schwagstorf. Foto: Cristina SchwietertRenate Siegert in der Großküche des Marienstifts in Schwagstorf. Foto: Cristina Schwietert

Schwagstorf. Die 20-jährige Renate Siegert aus Ankum absolviert zurzeit im Schwagstorfer Marienstift ihr drittes Lehrjahr. Gerade steckt sie mitten in den Abschlussprüfungen zur Hauswirtschafterin.

Morgens um halb neun ist in der Großküche des St. Marienstiftes in Schwagstorf schon viel Arbeit für das Mittagessen getan. Der grüne Salat ist geputzt und gewaschen, eine riesige Schüssel frisch gekochter Schokoladenpudding wartet auf die Portionierung, der Teig für den Stuten ist gut aufgegangen. Hier wird emsig und routiniert gearbeitet. 180 Essen werden Tag für Tag zubereitet. Mittendrin: Renate Siegert aus Ankum. Die 20-Jährige absolviert im Marienstift ihr drittes Lehrjahr. Gerade steckt sie mitten in den Abschlussprüfungen zur Hauswirtschafterin. „Den theoretischen Teil mit den Klausuren zu den Themen Versorgung, Betreuung, Wirtschaft und Soziales habe ich hinter mir“, berichtet sie. Jetzt erwartet die junge Frau noch ein umfangreicher Praxisblock, der sich über mehrere Wochen hinzieht. Er besteht unter anderem aus einer Zufallsaufgabe in der Berufsschule in den Bereichen Speisenzubereitung, Textilpflege, Servieren, Raumpflege und Hygiene.

„Hier im Marienstift lernt man das schnell“

Für die Fachaufgabe im Ausbildungsbetrieb hat Renate Siegert zwei Vorschläge zum Thema Ernährung eingereicht. „Neben der umfangreichen Zubereitung muss ich unter Beweis stellen, dass ich Budgetverantwortung tragen, Speisepläne erstellen, Einkauf und Vorratshaltung managen kann.“ Wer in dem Bereich arbeiten wolle, müsse eine gute Selbstorganisation haben. „Hier im Marienstift lernt man das schnell. Der Beruf der Hauswirtschafterin ist sehr abwechslungsreich. Ich mag das gerne tun. Man muss den ganzen Betrieb organisieren.“ Zur Hauswirtschaft kam Renate Siegert sozusagen von Hause aus: „Da wir eine große Familie sind – ich habe noch zwölf Geschwister – haben wir immer vieles selber gemacht. Das hat mich positiv geprägt. Nach dem Realschulabschluss stand die Hauswirtschaft dann für mich fest.“

180 Essen pro Tag zubereiten

Irmgard Berens (51), die Ausbilderin, ist Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und im Prüfungsausschuss/Hauswirtschaft bei der Landwirtschaftskammer. Seit 1990 arbeitet Irmgard Berens in dieser Position im Marienstift. Dreizehn Mitarbeiterinnen sind im hauswirtschaftlichen Bereich unter der Leitung von Küchenchefin Schwester Lena-Maria tätig, davon zwei Azubis. Die Küche des Marienstiftes verpflegt die Haupt- und Realschule, 60 Internatsschüler, die aktiven Ordensschwestern, das angeschlossene Schwesternaltenheim, sowie die Gäste des Exerzitienhauses.

Körperliche Belastbarkeit als Voraussetzung

„Wer bei uns eine Ausbildung machen möchte, sollte einen guten Hauptschul- oder Realschulabschluss haben. Körperliche Belastbarkeit, handwerkliches Geschick und Kreativität setzen wir voraus.“ Die Bewerberin sollte freundlich, umsichtig und teamfähig sein. Gearbeitet wird in Schichten: Morgens von 7 bis 14 Uhr, sowie von 13 bis 19.30 Uhr. Alle 14 Tage wird am Wochenende gearbeitet. „Wir sehen es gerne, wenn das erste Lehrjahr schulisch an der Fachschule Hauswirtschaft der BBS absolviert wird. Dann sind die fachtheoretischen Voraussetzungen gegeben. Die Berufssaussichten für Hauswirtschafterinnen sind gut.“


Der Ausbildungsberuf: Daten und Fakten

Hauswirtschafter/in ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf. Hauswirtschafter/innen versorgen und betreuen Bewohner, Kunden und Gäste in Groß- und Privathaushalten. Sie bereiten Mahlzeiten zu und servieren diese, kaufen ein, machen die Wäsche und halten die Räume sauber. Hauswirtschafter/innen planen, kontrollieren und optimieren Arbeitsabläufe, Personal- und Material, Speisenangebote, Reinigungs- und Pflegearbeiten. Sie finden Arbeit in Wohn-, Betreuungs-und Pflegeeinrichtungen sowie in privaten Haushalten, in Jugendherbergen, Krankenhäusern, Kur- und Reha-Kliniken, in Gastronomie und Hotellerie.

Beispielhafte Ausbildungsvergütung: 1. Ausbildungsjahr: 600 bis 730 Euro (Hauswirtschaft) 918 Euro (öffentlicher Dienst)

2. Ausbildungsjahr: 663 bis 760 Euro (Hauswirtschaft) 986 Euro (öffentlicher Dienst), 3. Ausbildungsjahr: 685 bis 830 Euro (Hauswirtschaft) 1014 Euro (öffentlicher Dienst). Info im Internet: www.berufenet.arbeitsagentur.de