Architekturbüros entwickeln Ideen Für einen Neubau des Fürstenauer St.-Reginen-Stiftes

Von Jürgen Ackmann

Der Gebäudekomplex des St.-Reginen-Stiftes in Fürstenau soll in weiten Teilen einem Neubau weichen. Zudem ist geplant, den Eingangsbereich komplett als Parkanlage neu zu gestalten. Damit würde das Stadtbild erheblich aufgewertet. Foto: Jürgen SchwietertDer Gebäudekomplex des St.-Reginen-Stiftes in Fürstenau soll in weiten Teilen einem Neubau weichen. Zudem ist geplant, den Eingangsbereich komplett als Parkanlage neu zu gestalten. Damit würde das Stadtbild erheblich aufgewertet. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Das St.-Reginen-Stift in Fürstenau soll ganz oder in großen Teilen abgerissen und neu gebaut werden. Fünf Architekturbüros werden nun für das Alten- und Pflegeheim bis zum 31. August ihre Ideen für das Millionenprojekt entwickeln und anschließend vorstellen.

Keine Frage. Das St.-Reginen-Stift ist in die Jahre gekommen. Der Sanierungsbedarf für den Gebäudekomplex – der älteste Teil stammt von 1905 – ist hoch. Das hat das Architekturbüro Schröder aus Merzen im Auftrag der katholischen Kirchengemeinde St. Katharina sowie des Sondervermögens St.-Reginen-Stift als Eigentümerinnen ermittelt. Insgesamt käme eine Summe von mehr als 1,63 Millionen Euro zusammen. Würde auch das Schwesternhaus noch saniert, beliefen sich die Kosten sogar auf rund 1,88 Millionen Euro. Für das Geld müssten unter anderem die Dachflächen sowie Türen und Fenster rundum erneuert werden. Überdies gibt es Feuchtigkeitsschäden an Gebäudeteilen. Auch müsste der Eingangsbereich neu gestaltet werden. Einst auf den Krankenhausbetrieb ausgerichtet, entspricht er nicht mehr den heutigen Erfordernissen. Schließlich gibt es im Gebäude noch sogenannte „Tandembäder“. Anders ausgedrückt: Zwei Zimmernachbarn teilen sich ein Bad.

Vollstationäre Altenpflege auf 60 Plätze erhöhen

Vor diesem Hintergrund habe sich den Verantwortlichen die Frage gestellt, ob nicht gleich ein Neubau besser sei, wie Rudolf Fissmann erklärte. Der Geschäftsführer der Caritas Nordkreis Pflege GmbH, zu der auch das St.-Reginen-Stift gehört, sieht ebenso wie der eigens eingesetzte Bauausschuss mit Pfarrer Hubert Schütte, Bernhard Haverkamp, Hermann Selker, Burghard von Schorlemer und Gregor Wagemester angesichts der Sanierungskosten die Notwendigkeit, ein neues Gebäude zu errichten, wobei der Neubauteil von 2006 nach Möglichkeit erhalten bleiben soll. Die Gründe dafür sind vielfältig. So verfügt das St.-Reginen-Stift derzeit über 49 Plätze für vollstationäre Altenpflege einschließlich eingestreuter Kurzzeitpflege. Die demografische Entwicklung zeigt aber, dass allein in Fürstenau in den nächsten zehn Jahren die Zahl der über 74-Jährigen um 300 Einwohner beziehungsweise um 35 Prozent steigen wird. Deshalb wollen die Verantwortlichen die Zahl der Plätze für die vollstationäre Altenpflege auf 60 erhöhen. Das lässt sich am besten in einem Neubau realisieren.

Künftig ein Hausgemeinschaftskonzept geplant

Darüber hinaus möchte das St.-Reginen-Stift ein Hausgemeinschaftskonzept umsetzen. Das heißt, dass je 15 Bewohner in einem Wohn-, Küchen- und Essbereich zusammenleben. Jeder hat zudem ein etwa 20 Quadratmeter großes Zimmer und ein Bad für sich. Diese familienähnliche Wohn- und Lebensform sei zeitgemäß, betont Pflegedienstleiterin Gisela Snöink. Damit einhergehe die Aufhebung der personellen und räumlichen Trennung von Hauswirtschaft, der Pflege sowie der sozialen Betreuung. Weiterhin haben sich das St.-Reginen-Stift und die Caritas Nordkreis Pflege eine Reihe weiterer Aufgaben gestellt, die beim Sanierungs- und Neubauprojekt angegangen werden sollen. Dazu gehörten unter anderem die räumliche Zusammenlegung der Geschäftsstelle des ambulanten Caritas-Pflegedienstes mit dem St.-Reginen-Stift sowie die verkehrliche Einbindung der benachbarten Tagespflege St. Hedwig. Vor Ort bleiben soll die Fürstenauer Tafel, aber an einem anderen Standort.

Öffentlich zugängliche Cafeteria im Eingang

Und weiter: Im Eingangsbereich wird eine öffentlich zugängliche Cafeteria angestrebt. Zudem ist daran gedacht, den Vorplatz des St.-Reginen-Stiftes künftig in Parkform zu gestalten – auch mit Blick auf die Innenstadtsanierung in Fürstenau. Hier kommt dem St.-Reginen-Stift als ortsbildprägendem Gebäude am Eingang zur Innenstadt eine wichtige Funktion zu. Schließlich sollen 50 Pkw-Stellplätze auf dem Gelände entstehen. Mit diesen Auf- und Vorgaben setzen sich nun die fünf Architekturbüros auseinander. Mit deren Ideen wird sich am 14. September ein Beurteilungsgremium befassen. Es besteht unter anderen aus Mitgliedern des Kirchenvorstandes, des Bistums, der Stadt Fürstenau sowie der Einrichtungsleitung des St.-Reginen-Stiftes. Die Bauzeit wird wahrscheinlich etwa eineinhalb Jahre betragen. In dieser Zeit könnten die Bewohner möglicherweise im St.-Josef-Stift in Bersenbrück unterkommen. Dort wird derzeit auch ein Neubau realisiert. Ab Herbst 2019 würde der alte Gebäudekomplex leer stehen. Der dann anstehende Abriss könnte für die Bewohner des St.-Reginen-Stiftes verschoben werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN