Auch Schülerinnen ansprechen Oberschule Berge kooperiert mit der Firma Meurer

Von Silke Bork

Kooperationsvertrag OSB und Meurer: Von links: Gerd Beckmann, Schulleiter der OBS, Jens Gozian, Geschäftsführer der Firma Meurer, Urs Goebeler, Fachlehrer Informatik, Saskia Adam, Personalreferentin der Firma Meurer, mit einem angefertigten Modell des Robotik-Kurses,Thomas Lücke, Ausbildungsleiter der Firma Meurer und Hermann Schnieders, Fachlehrer Technik. Foto: Silke BorkKooperationsvertrag OSB und Meurer: Von links: Gerd Beckmann, Schulleiter der OBS, Jens Gozian, Geschäftsführer der Firma Meurer, Urs Goebeler, Fachlehrer Informatik, Saskia Adam, Personalreferentin der Firma Meurer, mit einem angefertigten Modell des Robotik-Kurses,Thomas Lücke, Ausbildungsleiter der Firma Meurer und Hermann Schnieders, Fachlehrer Technik. Foto: Silke Bork

Berge. Er ist unter Dach und Fach und mit Siegel versehen: Gerd Beckmann, Schulleiter der Oberschule am Sonnenberg und Jens Gozian, Geschäftsführer der Firma Meurer, haben einen Kooperationsvertrag unterschrieben.

„Wir freuen uns, mit der Firma Meurer einen Global Player als Kooperationspartner gewonnen zu haben“, betont Gerd Beckmann. Es besteht bereits seit Jahren eine Zusammenarbeit zwischen der Oberschule und der Fürstenauer Firma, vor allem bei der Durchführung von Praktika. ,,Aber wir wollten jetzt noch einen Schritt weiter gehen“, erläutert der Oberschulleiter. Das heißt konkret: „Unsere Schüler erhalten einen Einblick in die praktischen Tätigkeiten verschiedener Ausbildungsberufe, wobei der Schwerpunkt auf den technischen Berufen liegt“, erläutert Beckmann. „Darüber hinaus ist es aufgrund der Globalisierung für uns als Schule wichtig, durch unseren Kooperationspartner die Herausforderungen des weltweiten Marktes hautnah erfahren zu können.“

„Es ist eine Win-Win-Situation“

Das passiere sowohl im Rahmen der Berufsinformationswoche wie auch durch die Praktika in der Firma Meurer, erläutert er. Doch nicht nur die Schule profitiert von der Kooperation. „Es ist eine Win-Win-Situation“, bestätigt Jens Gozian. Das weltweit agierende Unternehmen für Verpackungssysteme habe durch die Schulpraktika die Möglichkeit, potenzielle Auszubildende kennenzulernen. Der Vorteil: Die Jugendlichen kennen bereits vor Beginn der Ausbildung die Firma und haben einen Einblick in den angestrebten Beruf bekommen. Dadurch erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen ihre Ausbildung nicht vorzeitig abbrechen. Das Unternehmen unterstützt auch den Robotik-Kursus der Schule. In dem Kurs lernen die Schüler, kleine Roboter-Modelle zu bauen und zu programmieren. Die Abläufe ähneln im Kleinen den Arbeitsprozessen im Betrieb. Es sei eine Verzahnung von Unterricht und Betriebsabläufen, betonen Urs Goebeler, Lehrer für den Fachbereich Informatik, und Thomas Lücke, Ausbildungsleiter der Firma Meurer für den Elektrobereich. Es sei wichtig, dass der Unterricht einen engen Praxisbezug beinhalte, fügt Urs Goebeler hinzu.

Interesse bei Schülerinnen wecken

Das trage auch zu einem Abbau der Hemmschwelle bei den Schülern bei, einen technischen Beruf erlernen zu wollen. Das sei insbesondere für die Schülerinnen wichtig. Eine technische Ausbildung ist nicht mehr mit „Maloche und Dreck“ wie früher verbunden, betont Hermann Schnieders, Fachleiter für Technik der OBS. Das ist auch ein wichtiges Anliegen der Schule und der Firmenleitung: das Interesse an einer technischen Ausbildung bei Schülerinnen zu wecken. Saskia Adam ist Personalreferentin der Firma Meurer. „Wir möchten unseren Anteil an weiblichen Auszubildenden erhöhen“. Anders als in den vergangenen Jahren habe sich in diesem Jahr leider keine Bewerberin für einen technischen Ausbildungsplatz gefunden. Das rund 600 Mitarbeiter umfassende Unternehmen hat zurzeit 22 Auszubildende.

„Quasi das Flugticket in der Tasche“

Da Meurer Verpackungssysteme weltweit tätig ist, haben die Auszubildenden bereits in der Lehre die Möglichkeit, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Ab dem 18. Lebensjahr haben die jungen Leute dann die Gelegenheit, auf Montage zu gehen. „Wir fangen vor der Tür an bei Firmen wie Duni in Bramsche oder Weser-Gold in Rinteln. So haben die Azubis die Möglichkeit, herauszufinden: Ist das was für mich?“, erläutert Thomas Lücke. Später gehe es dann weltweit auf Montage. Mit dem Ausbildungsvertrag hätten die jungen Leute „quasi das Flugticket in der Tasche“.