Zum ersten Mal gutes Wetter Full Pull: 120 Traktoren in Grafeld am Start


jesc Grafeld. Das Dröhnen der Motoren und die Stimmen der Moderatoren empfingen die Gäste des dritten Grafelder Trecker-Treck-Turniers. Und die stellten fest, dass das Organisationsteam eine gelungene Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Selbst das Wetter spielte zum ersten Mal mit. In zehn Klassen ging es bei sommerlichen Temperaturen um Rang und Platz. 175 Pulls fanden statt. 120 Traktoren waren am Start. Aber nur zehn Startern gelang ein Full Pull.

Aus einem weiten Umkreis waren die Freunde des Trecker-Trecks angereist. Die Veranstalter verzeichneten mehr als 1500 Gäste. Während die Schaulustigen sich die Fahrzeuge anschauten, bereiteten sich im Fahrerlager die Teams auf den Start vor. Zunächst galt es, die Traktoren für den Wettbewerb zu trimmen. Schließlich musste Luftdruck auf den Reifen ebenso passen wie die Gewichtsverteilung. War das erledigt, ging es erst einmal auf die Waage zum Einwiegen.

Dann war es so weit. Die Moderatoren riefen die Startklassen und Nummern auf. Die Fahrer machten sich bereit, um ihr Können vor dem nagelneuen Bremsschlitten zu zeigen. Die richtigen Gänge vorgewählt, und schon ging es los. Während der Fahrt über die gut präparierte Strecke verlagerte sich das Gewicht auf dem Bremswagen immer weiter nach vorne. Ein Full Pull – also die Bewältigung der kompletten Strecke von 100 Metern – war unter diesen Bedingungen schwierig. Nur zehn Fahrer schafften das Kunststück.

Die Bremswagen werden speziell für diese Sportart konstruiert. Das Heck des Gefährts wird von zwei Achsen getragen. Der vordere Teil besteht aus einer Kufe. Ein beweglicher Gewichtsbehälter, Back genannt, wird je nach Bedarf mit verschiedenen Gewichtseinheiten beladen. Zu Beginn des Zuges ruht der Gewichtsbehälter auf den Achsen, was eine Entlastung der Kufe und einen geringen Zugwiderstand zur Folge hat. Im Laufe eines Pulls fährt der Gewichtsbehälter in Führungsschienen nach vorn über die Kufe. Der Zugwiderstand erhöht sich dadurch drastisch. Die Position der Gewichtsbehälter auf dem Bremswagen wird dabei ausschließlich von der erreichten Weite und nicht von der Geschwindigkeit des Pulls bestimmt.

Bei und nach jedem Pull war der Bahndienst gefordert. Er musste dafür sorgen, dass alle Starter unter den gleichen Bedingungen antreten konnten.

Das Geschehen auf der Bahn und drum herum verfolgten zahlreiche Gäste von Ackerwagen aus. Auf den zu Tribünen umfunktionierten Gefährten, die mit bequemen Sesseln oder zumindest Gartenstühlen ausgestattet waren, ließ es sich prima aushalten. Ein entspannter und zugleich erlebnisreicher Tag war da garantiert. In einer kleinen Zeltstadt gab es zudem Kaffee und Kuchen.

Eine kleine Gewerbeschau mit Gartengeräten und Maschinen für die Landwirtschaft rundete die Veranstaltung ab. „Dieses Turnier ist eine wunderbare Sache. Das finde ich gut, was die auf die Beine gestellt haben“, lobte Berges Bürgermeister Volker Brandt. Ein Dank galt dem Grundstückseigentümer sowie allen Sponsoren und Helfern.