Kosten von 1,6 Millionen Euro Verkehrskonzept für neuen Campus in Fürstenau vorgestellt

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So sieht der Busbahnhof an der IGS derzeit aus. Künftig sollen die Busse nicht mehr ausschließlich wie an einer Perlenkette aufgereiht entlang des Bürgersteiges halten. Stattdessen sollen dort, wo sich derzeit mittig die Pkw-Parkplätze befinden, parallel. Bushaltebuchten im Sägezahnmuster entstehen. Für die Pkw werden Parkplätze auf dem jetzigen Grünstreifen (im Hintergrund) angelegt. Weitere Stellplätze sind an der Bürgerschützenstraße sowie an der Sporthalle geplant. Foto: Jürgen AckmannSo sieht der Busbahnhof an der IGS derzeit aus. Künftig sollen die Busse nicht mehr ausschließlich wie an einer Perlenkette aufgereiht entlang des Bürgersteiges halten. Stattdessen sollen dort, wo sich derzeit mittig die Pkw-Parkplätze befinden, parallel. Bushaltebuchten im Sägezahnmuster entstehen. Für die Pkw werden Parkplätze auf dem jetzigen Grünstreifen (im Hintergrund) angelegt. Weitere Stellplätze sind an der Bürgerschützenstraße sowie an der Sporthalle geplant. Foto: Jürgen Ackmann

Fürstenau/Bippen/Berge. Die Debatte ist eröffnet. Die Verwaltung der Samtgemeinde Fürstenau hat am Donnerstagabend erste Ideen und Pläne für ein neues Verkehrskonzept rund um den Campus mit IGS, Grundschule und dem in Bau befindlichen Kinderzentrum öffentlich vorgestellt.

Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten hatte die Verwaltung zusammen mit einem Ingenieurbüro aus Tecklenburg sowie Vertretern der Schulen und des Kinderzentrums an einem ersten Konzept gefeilt. Zudem hat es Gespräche mit der Landesnahverkehrsgesellschaft gegeben. Ursprünglich war geplant, bereits bis Mai die Planungen soweit voranzutreiben, dass sie – verbunden mit einem Förderantrag – in Hannover bei der Landesnahverkehrsgesellschaft als Geldgeber eingereicht werden können. Schnell zeigte sich aber, dass eine wirklich nach allen Seiten abgewogene Planung doch noch mehr Zeit braucht, wie Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken in der Sitzung des Ausschusses für Familien und Bildung erläuterte. Sorgfalt gehe hier klar vor Schnelligkeit, betonte er. Gleichwohl sei es nun an der Zeit erstmals den Stand der Planungen vorzustellen. Insgesamt gehe es dabei um eine Investition von etwa 1,6 Millionen Euro.

Mit Sägezahnbuchten

Wie der Verkehr künftig an IGS, Grundschule und dem neuen Kinderzentrum geregelt werden kann, erläuterte Dirk Fehr vom Büro „Eberhardt – die Ingenieure“ anhand erster Skizzen. Für den Busbahnhof der IGS steht die Idee im Raum, die Haltestellen neu anzuordnen. Bisher reihen sich die Busse entlang des Bürgersteiges vor der IGS von der Bürgerschützenstraße in Richtung Schorfteichstraße an 16 Haltestellen wie an einer Perlenschnur auf. Künftig könnten die Busse in zwei Reihen stehen – zum einem weiterhin am Bürgersteig entlang in sogenannten Sägezahnbuchten, zum anderen dort, wo derzeit wie auf einer lang gezogenen Verkehrsinsel die Pkw von Lehrern und Oberstufenschülern parken. Auch hier würden Sägezahnbuchten angelegt. Insgesamt könnten zehn Busplätze entstehen. Auf diese Weise soll der Bushalt stärker direkt vor der Schule komprimiert werden, um die Laufwege zu verkürzen. Zudem ist angedacht, einen Teil des regulären Linienverkehrs, der sich bisher mit den Schulbussen die Flächen teilte, an die Schorfteichstraße zu verlegen.

Und weiter: Die Pkw-Parkplätze auf der Mittelinsel würden dorthin verlegt, wo sich jetzt die Rasenfläche befindet. Dort könnten 51 Stellplätze entstehen. Zudem sind dort noch Flächen für Mopeds und Motorräder denkbar. Darüber hinaus könnte die Parkfläche im Bereich der Bürgerschützenstraße auf 26 Stellmöglichkeiten ausgebaut werden. Schließlich sind weitere 65 Parkplätze entlang der Sporthalle vorstellbar. Das wäre im Vergleich zum Istzustand eine wesentliche Verbesserung.

Straße Zum Gültun wird verbreitert

Für den Bereich der Grundschule und des Kinderzentrums ist geplant, die Straße Zum Gültum, die zum Kinderzentrum führt, deutlich zu verbreitern. Auch soll das kleine Rondell an der Einfahrt entfernt werden, wo Eltern oft morgens ihre Kinder absetzen und auf diese Weise regelmäßig für ein Verkehrschaos sorgen. Stattdessen wird es auf der Straße Zum Gültum kurz hinter der Grundschule in Richtung Kinderzentrum einen Minikreisel geben. Den können die Eltern umfahren, in Richtung Bürgerschützenstraße zurückfahren und auf 17 noch anzulegenden Parkplätzen entlang des Grundschulgebäudes ihre Kinder absetzen, und dann wieder ausscheren. Überdies ist geplant, einen weiteren Parkplatz mit 43 Stellplätzen anzulegen, der sich auf dem Eckgrundstück Bürgerschützenstraße/Dalumer Straße befindet.

Wie Benno Trütken mit Blick auf das neue Kinderzentrum, das im September in Betrieb gehen soll, erklärte, müsste zunächst die Zufahrt dorthin verbreitert werden. Auch sollten parallel dazu die neuen Parkflächen für die Grundschule geschaffen werden. Zwar müsse dafür die Stadt Fürstenau den entsprechenden Bebauungsplan ändern, doch könne zumindest in diesem Jahr schon mal ein Provisorium angelegt werden. Der Busbahnhof würde dann in einem nächsten Arbeitsschritt folgen. Während der Bauzeit seien hier zudem Ausweichflächen notwendig, die sich dann zumindest teilweise vorübergehend im Bereich der bereits fertiggestellten Flächen im Umfeld der Grundschule befinden könnten.

Noch offene Fragen

In der Aussprache zu dem Thema zeigte sich, dass es besonders wegen der neuen Anordnung der Busse vor der IGS noch Gesprächsbedarf gibt – vor allem mit Blick auf die Frage, wie gefährlich es ist, wenn die Kinder die erste Busreihe passieren müssen, um zur zweiten Reihe zu gelangen. Werden sie wirklich den mittig angelegten Zebrastreifen nutzen, um dorthin zu gelangen? Oder suchen sie den kürzesten Weg, schlängeln sich an den Bussen vorbei, passieren die Fahrbahn, die auch weiterhin von Pkw genutzt werden soll, und gehen zu ihren jeweiligen Haltebuchten? Kurzum: Die Debatte ist eröffnet und wird noch Zeit beanspruchen.


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