Treffen am 18. April in Ueffeln Themenabend im Altkreis Bersenbrück zur Trauer um verstorbene Kinder

Von Jürgen Ackmann

Sie bereiten den Themenabend vor: Vanessa Wübbelmann, Marita Olding, Ute Elbers. Foto: Jürgen AckmannSie bereiten den Themenabend vor: Vanessa Wübbelmann, Marita Olding, Ute Elbers. Foto: Jürgen Ackmann

Altkreis Bersenbrück. Natürlich. Zeit heilt nicht alle Wunden. Schon gar nicht, wenn Eltern ein Kind verlieren oder Jungen und Mädchen ihre Geschwister. Aber wie können die Betroffenen mit ihrer Trauer leben? Was hilft? Auf diese Fragen wird es am 18. April, 19. 30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Ueffeln Antworten geben – auch von Betroffenen. Es besteht anschließend die Möglichkeit zum Gespräch, ein jeder kann es aber auch beim Zuhören bewenden lassen.

„Wir laden Sie ein, sich mit uns auf das Thema Tod und Trauer einzulassen“, heißt es in der Einladung. Mit „uns“ ist die Selbsthilfegruppe für trauernde Eltern und Geschwister im Osnabrücker Nordland gemeint, die in Zusammenarbeit mit dem ambulanten Hospizdienst St. Johannes zu diesem Abend einlädt. Die Selbsthilfegruppe hieß ursprünglich „Verwaiste Eltern Merzen/Ueffeln“. Um aber deutlich zu machen, dass sie für alle Betroffenen im Nordkreis da ist, erfolgte nun die Umbenennung. Die wiederum ging einher mit dem Engagement von Vanessa Wübbelmann aus Gehrde, eine betroffene Mutter und zugleich Trauerbegleiterin. Sie ergänzt das Team mit Diakonin Ute Elbers und Marita Olding, die ebenfalls betroffene Mutter und Trauerbegleiterin ist.

Neuer Internetauftritt

Gemeinsam hat das Trio jüngst zudem den Internetauftritt neu gestaltet und außerdem neben der Gruppe für verwaiste Eltern auch eine Gruppe für verwaiste Geschwister eingerichtet, besonders auch für ältere. Sie tagt einmal im Monat im Jugendheim in Gehrde. Vanessa Wübbelmann hat ihren Sohn 2013 im Alter von fünf Jahren wegen plötzlichen Herztodes verloren. Nur die drei Jahre ältere Tochter blieb noch.

Die Tränen nicht verstecken

Beim nun anstehenden Themenabend, der einmal im Jahr auf der Tagesordnung steht, wird es um konkrete Beispiele zum Umgang mit Trauer und Trauernden gehen. Dass es also hilft, nicht nur im Verborgenen zu weinen, dass es gut ist, über das verstorbene Kind zu sprechen, dass es sinnvoll ist, ein Erinnerungsbuch für das verstobene Kind anzulegen, auf das es im Gedächtnis lebendig wie am ersten Tage bleiben möge, und dass es wichtig ist, einen Ort für die Trauer und das Gedenken zu haben, zu dem Familie und Freunde gemeinsam gehen können. Und was können die tun, die Trauernde kennen? Zuhören, sich nicht aus falsch verstandener Rücksichtnahme zurückziehen, kleine Gesten setzen. So fand einmal eine Familie, die gerade ihr Kind verloren hatte, vor der Haustür einen Topf mit Eintopf und einem Nachtisch. Einfach hingestellt, um der Familie, der die Kraft fehlte, sich um sich selbst zu kümmern, zu verstehen zu geben: Ihr könnt weiter trauern, es gibt Hilfe und Rückhalt. All das wird am 18. April Thema sein.


Die Selbsthilfegruppe bietet jeden dritten Mittwoch im Monat, 19.30 Uhr im Gemeindehaus in Ueffeln (Dorfstraße 44) ein Treffen für Betroffene an. Weiterhin gibt jeden vierten Samstag im Monat, 10 Uhr, im Jugendheim Gehrde (Pastors Weg) ein Treffen für trauernde Geschwister. Darüber hinaus gibt es Workshops, ein Jahresfrühstück und ein Jahrestreffen. Weitere Infos: www.veid-os-nordland.de