Eine Insel im Moor Mit dem Nachtwächter durch Dalvers

Von Jürgen Schwietert

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Berge. Die Rundgänge mit dem Nachtwächter durch die Ortsteile erfreuen sich großer Beliebtheit. Jetzt lud „Nachtwächter“ Bernd Sandhaus nach Dalvers in den Straßenzug „Auf dem Eiland“ ein, um die Teilnehmer über die Geschichte der Dalveraner zu informieren.

Bevor Bernd Sandhaus jedoch Licht ins Dunkle der Dalveraner Vergangenheit brachte, ging er auf die mehrere Jahrhunderte umspannende Geschichte des Nachtwächters in Berge ein. In der dunklen Jahreszeit nahm der Nachtwächter seinen Dienst abends um acht Uhr auf. Bis in die frühen Morgenstunden patrouillierte er. Sein Augenmerk galt in erster Linie dem Ausbruch von Bränden. Im Jahr 1752 kam es in Berge an Ostern aufgrund einer Unachtsamkeit zu einem großen Brand, der acht Häuser in Obenberge vernichtete. Erster Nachtwächter war Friedlich Wilhelm Schmidt. Dirk Meese war der letzte Nachtwächter, der schon zur Dokumentation seiner Arbeitszeit mit einer Stechuhr ausgerüstet wurde.

Anschließend erklärte Sandhaus den Begriff „Auf dem Eiland“. Der Name komme von Insel, da dieser Bereich leicht erhöht am Rande von Moorgebieten liege. Danach berichtete Wilhelm Risto von der abwechslungsreichen Geschichte seines Hauses. Seine Vorfahren arbeiteten als Drechsler und Binsenflechter. Auf dem Hof wurden auch Gurken angebaut. Über hundert Zentner lagen eines Sommers auf der Diele. Das Miteinander in der Nachbarschaft sei sehr gut gewesen. Es wurde zusammen gearbeitet und zusammen gefeiert.

Auf der Hofstelle Bünder informierte die dort geborenen Hanna Stoltenjohannes, geb. Kleinschmidt, über die Geschichte des Anwesens. Sie berichtete, wie im letzten Kriegsjahr 1945 mehrere Häuser in der Nachbarschaft abbrannten, und schilderte den Wiederaufbau des Hauses. Zwei Männer aus Berge klopften Steine, der Kies kam mit der Kleinbahn.

Weiter ging es zum Haus Kirchner (vorher Haferbusch) und zum Haus Schröer (vorher Niemann). Über die ältere Dalveraner Geschichte informierte Hans-Neithardt Hansch. „Wir stehen hier auf einem historischen Boden“, begann er, „vor 500 Jahre ist dieses Gebiet des Eilandes Kulturland geworden.“ Zu Zeiten Karl des Großen (um 800 n. Chr.) erfolgte die Besiedlung durch die Urhöfe der Sachsen. Die Urhöfe Oldemann, Niemann, Meyer, zur Wähde, Overbecke und Scherhorn wurden später geteilt, sodass Halb- und Viertelerbehöfe sowie Erbkötter und nach Urbarmachung der Marken Markkötter entstanden. Dies sei der Ursprung des Eilandes. In Dalvers gab es 16, auf dem Eiland sechs Markkötter. Diese waren Becker-Wärnke, Behlmann, Bockwinkel, Dierker, Markus und Mödecke. „Sie alle tragen die Jahreszahl 1512. Das ist jetzt 506 Jahre her. Schade, dass die Eiländer nicht 500 Jahre Eiland gefeiert haben“, so Hansch.

Weiter ging es über die Anwesen Gärke (früher Markus), Bornhorst und Elting zum Abschluss nach Sodltalbers-Huster (ehemals Wobbe), auch Klaphake genannt. Dieses Haus hat sehr viel zu erzählen. Es gab Bäckerei und Gastwirtschaft, Lebensmittelladen und Mautstelle mit Schranke (Klaphake), Poststelle und Viehwaage.


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