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Sommerkirche mit Joachim Minneker Der Jugend helfen und dabei selbst jung bleiben

Von Boris Reitzig

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Pastorin Anke Kusche und Heimleiter Joachim Minneker. Foto: Boris ReitzigPastorin Anke Kusche und Heimleiter Joachim Minneker. Foto: Boris Reitzig

zig FÜRSTENAU. „Welchen Schatz können alte Menschen in unsere Gesellschaft einbringen?“ Dazu predigte Joachim Minneker in der Kirche St. Georg. Pastorin Anke Kusche begrüßte den Leiter des Pastor-Arning- Hauses zur zweiten Sommerkirche in diesem Jahr. Nach seiner Ausbildung zum Altenpfleger absolvierte Minneker eine Weiterqualifizierung zur Pflegedienstleitung. Seit Juli 2009 leitet Joachim Minneker das Alten- und Pflegeheim in Fürstenau und das St.-Sylvester-Stift in Quakenbrück.

In seiner Predigt verwies er auf die jüdische Kultur, die alte Menschen besonders hoch achte. Zwischen mittlerem Erwachsenenalter und Tod liege ein Lebensabschnitt, der im Alten Testament mit Klugheit, Erfahrung und Einsicht umschrieben werde. Das verwundere nicht, da dem lebenslangen Lernen im Judentum eine besondere Bedeutung zukomme. Von diesen Erfahrungen profitiere die nachwachsende Generation.

Diese Rolle der alten Menschen sei zu Beginn des dritten Jahrtausends eher in den Hintergrund getreten. Dabei hätten Senioren oft eine positive Lebenseinstellung und unterstützten ihre Familie. Auch Wirtschaft und Politik seien schon länger auf diese Klientel angewiesen. Berufstätige Eltern ließen ihren Nachwuchs regelmäßig von Großmutter und Großvater betreuen. „Den Jungen auf die Sprünge helfen und dabei selbst jung bleiben“, wie Joachim Minneker ausführte.

Hier offenbare sich der Schatz, den die ältere Generation zu vererben habe. Die Enkelkinder könnten ihr Sozialverhalten verbessern und die Herkunft ihrer Familie ergründen. Auch für die Gesellschaft werde der Ruhestand genutzt. Senioren seien in vielen Ehrenämtern anzutreffen.Unabhängig von Bildung und sozialem Status kristallisiere sich hier eine Lebenserfahrung heraus, die mit dem Begriff „Weisheit“ umschrieben werde. Im Alter könne man besser Distanz zu Konflikten aufbauen. Damit gelinge es leichter, bei Auseinandersetzungen zu schlichten.

Die Bewohner des Pastor-Arning-Hauses hatten gemeinsam mit Beate Strieder und Bettina Bußmann vom Sozialdienst ihre Wünsche zu diesem Thema gesammelt. Sie machten deutlich, dass junge Menschen heute wesentlich mehr Möglichkeiten hätten, sich Wissen anzueignen. Dies sollten Heranwachsende nicht als Belastung, sondern als Herausforderung begreifen.


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