Alarm-App ruft zum Einsatz Erstmals mobile Retter in Berge ausgebildet

Von Jürgen Schwietert

Zur Ausbildung der mobilen Retter gehört auch die Reanimation von Säuglingen, hier in Gestalt eines Dummys. Foto: Jürgen SchwietertZur Ausbildung der mobilen Retter gehört auch die Reanimation von Säuglingen, hier in Gestalt eines Dummys. Foto: Jürgen Schwietert

Berge. Zum ersten Mal wurden jetzt in der Samtgemeinde Fürstenau mobile Retter ausgebildet. Sie sind eine Ergänzung zum hauptamtlichen Rettungsdienst und stehen nach dem Ersthelfer an zweiter Stelle in der Rettungskette.

Träger und Organisator des Projektes ist der gemeinnützige Verein „Mobile Retter“. In der Ausbildung zum mobilen Retter stellte Christian Meinecke von der DLRG Quakenbrück in Berge im Feuerwehrhaus das neue System vor. Die Teilnehmer, die aus Nortrup, Ohrtermersch-Ohrte, Berge, Grafeld und Fürstenau kamen, erhielten eine entsprechende Schulung, die sich in erster Linie auf den Umgang mit der Alarm-App sowie auf den Einsatz bei Herz- oder Kreislaufstillstand bezog. In diesem Zusammenhang wurde mithilfe eines Dummys die Reanimierung von Babys bis hin zu Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen geübt. Die Initiative zur Ausbildung ergriff Feuerwehrmitglied Marius Berling, der in Ankum und Grafeld aktiv ist. Den praktischen Teil übernahmen Elke von der Wösten und Christiane Lüers, beide aus Quakenbrück. Das System wird anderweitig schon länger angewandt und wurde inzwischen vom Landkreis Osnabrück übernommen. Der mobile Retter wird mithilfe einer App alarmiert. Derzeit gebe es im Landkreis schon 750 mobile Retter. Der mobile Retter entscheide bei Alarmierung, ob er den Einsatz übernehmen könne. Ab Übernahme des Einsatzes sei sein Standort von der Leitstelle her erkennbar. Er werde über eine Navigationsfunktion zur Einsatzstelle geführt.

Eine Fortbildung pro Jahr erforderlich

Mobiler Retter kann jeder werden, der eine geeignete Ausbildung absolviert hat und sich ständig weiterschulen lässt. Die überwiegende Zahl der mobilen Retter komme aus dem Rettungsdienst, darunter auch die Feuerwehren und die DLRG. Wie Christian Meinecke mitteilte, komme es in Deutschland jährlich zu 75.000 Herz- oder Kreislaufstillständen. Die Überlebenschance verringere sich pro Minute um zehn Prozent. Ziel des Projektes sei es, die Zahl der Überlebenden deutlich zu erhöhen.Mobile Retter sind bei ihrem Einsatz Verwaltungshelfer der Regionalleitstelle und entsprechend versichert. Marius Berling machte deutlich, dass es nicht immer gelinge, einen mobilen Retter in den Einsatz zu schicken. Es müsse auch jemand in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stehen. Eine Fortbildung jährlich sei Pflicht. Jeder mobile Retter werde nach einem Einsatz betreut und bekomme Hilfe, wenn es erforderlich sei und wenn er darum bitte.