50. Galasitzung „Rübbel Helau“ Berger Karnevalisten loben die Grafelder

Von Bjoern Thienenkamp


Berge. Auf 50 Jahre „Rübbel Helau“ blickte die Kolpingsfamilie Berge am Samstag bei ihrer großen Galasitzung im Saal Schohaus mit einem breit gefächerten Programm zurück. Wird dabei traditionell auch stets über die Grafelder hergezogen, gab es nun erstmalig ein Lob.

Nach dem Einzug von Elferrat, Funkenmariechen und Fahne begrüßte Andreas von der Wellen als Sitzungspräsident die Berger Jecken zu einem viereinhalbstündigen Programm. Zum Auftakt berichtete der Männergesangverein Berge in drei humorvoll angepassten Liedern von einem Köln-Besuch; alle Narren konnten den Text von einer Leinwand mitsingen.

„Wenn ich nicht auf der Bühne wär“, lautete das Lied, zu dem Rita Brechmann, Marion Frerker, Sonja Herbers, Gaby Kramer, Gaby Krümpelmann, Gaby Nordsieke, Anne Roßkamp, Ute von der Wellen und Uschi Webering die typischen Bewegungsabläufe verschiedener Alternativberufe darstellten, wobei sie in einer genialen Choreografie vermieden, sich gegenseitig zu schlagen.

In jeder Frau steckt ein Stück Hefe

Als Lisbeth und Mia trafen sich Elisabeth Auf dem Felde und Elisabeth Moormann beim Friseur und zogen über das Lokalgeschehen her – von der Wiederbelebung der Kneipen über das Event-Center Dalvers bis hin zur vermeintlichen Müllverbrennungsanlage. „Zusammenhalten, das können die Grafelder“, stellten die Damen mit Blick auf den Genossenschaftsladen fest. Lob für Grafeld? „Das hat es in 50 Jahren nicht gegeben.“ Zu der Erkenntnis „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ kamen Daniela Dohle und Beate Wissmann, wenn sich bei Frauen die Konturen ungünstig verlagern. „Bald ist Karneval, und unsere Kolping-Sitzung naht“, war das Problem, das sie als DB besangen, gefolgt von: „Wir wollen Spaß hier im Saal...“

Der Thermomix als Wundergerät

In dem Stück „Lust auf Schokolade“ sprachen Engelchen und Teufelchen der Dame auf dem Sofa abwechselnd ins Gewissen – pro und kontra Kühlschrank. Patrick Böcker, Christin und Markus von der Wellen sowie Jana Webering trugen das Problem vorzüglich vor, bevor Prinz Carsten I. von seinem Brief an die Regierung berichtete, wonach Kinder eine immer größere Belastung würden. Altöl filtrieren, alte Schrauben sortieren und sogar den Rasen mähen – all das kann der Thermomix angeblich. Davon jedenfalls zeigten sich Ines Escher, Gaby Krümpelmann, Margit Plorinn und Anne Roßkamp überzeugt, am Keyboard begleitet von Pastor Christoph Scholz. Heidrun und Heinz Hoffmann zeigten, was passiert, wenn der Reporter vom „Bersenbrücker Kreisblatt“ meint, bei dem Goldschatz von zwölf Pfund handele es sich um Edelmetall, Frau Hitzig im Interview aber von ihrem Baby spricht.

Hans-Georg Wißmann hochkarätiger Stand-up-Comedian

In der Talkshow „Andrea Will“ trafen Andrea Webering und Uschi Webering als Journalistin und Grippe im Anzug aufeinander und amüsierten mit köstlichen Wortspielen. Letztlich wollte sich der Virus vielleicht verändern und in die Computer-Branche gehen. Unglaublich, was Hans-Georg Wißmann als Püter so alles träumt: Da schraubt er doch nachts auf dem Dach der Charité in Berlin das Accent aigu über dem e ab und falsch herum als Accent grave wieder an. Das zeugt allemal von erstaunlich intellektuellem Tiefgang. Auch sonst zeigte er sich als hochkarätiger Stand-up-Comedian mit bestem Timing – großartig pointiert etwa beim Zwiegespräch mit seinem Spiegelbild.

Der Tanz als vertikaler Ausdruck horizontalen Verlangens

„Ich hab Sommer“ war das Problem des Lebens von Susanne Gerdes, Esther Langetepe und Cornelia Meyer, das sie als die wilden Drei besangen und zu dem Fazit kamen: „Ich schlafe einfach in der Wanne – wie Susanne.“ Als Klaus und Marita Meyer gaben Eva und Christoph Otten Einblicke in die Abgründe eines Ehelebens. „Alle dürfen zur Ü-30-Party – warum ich nicht?“, beschwerte sich Klaus, der extra noch im Kaufhaus Zinn einen Hut gekauft hatte – einen Zinnlinder eben. „Oh, Berge ist schön“, war dann letztlich die gesungene Erkenntnis der beiden, mit der sie den Saal begeisterten. Seine Erfahrungen als Toilettenoffizier trug Georg Webering vor, sprach etwa vom Tanz als vertikaler Ausdruck horizontalen Verlangens. Zu Waterloo von Abba tanzten Marc Jansen, Mona Jansen, Tessa Markus, Lara Stienke, Christin von der Wellen, Dennis Webering und Jana Webering in stilechten Kostümen als „The Next Generation“.

Mit ihren an den Berger Karneval angepassten Texten beendeten Carsten Bertke, Hermann Hardebeck, Thomas Hülsmann, Klaus Liegmann und Heiner Rocho als „Die Knallköppe“ den Abend in bester Stimmung.