Berichte vorgelegt Stift Börstel und Lernstandort Grafelder Moor: Wie geht es weiter?

Von Jürgen Ackmann

Bei der Arbeit: Rolf Wellinghorst (links) engagiert sich seit vielen Jahren für die Lernstandortarbeit Grafelder Moor/Stift Börstel. Im Ausschuss für Familien und Bildung informierte er über die Aktivitäten. Archivfoto: LernstandortBei der Arbeit: Rolf Wellinghorst (links) engagiert sich seit vielen Jahren für die Lernstandortarbeit Grafelder Moor/Stift Börstel. Im Ausschuss für Familien und Bildung informierte er über die Aktivitäten. Archivfoto: Lernstandort

Börstel/Grafeld. Was macht das Stift Börstel? Welche Projekte sind geplant? Wie ist es um den Lernstandort Grafelder Moor bestellt? Auf diese Fragen gab es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Familien und Bildung Antworten von Äbtissin Britta Rook und Lehrer Rolf Wellinghorst.

Britta Rook gab ihren Zuhörern zu nächst einige grundsätzliche Einblicke, berichtete, dass das Stift eine Fläche von 760 Hektar umfasst, dass davon 200 Hektar landwirtschaftlich genutzt sind und ein Viertel unter Naturschutz stehen. Sie informierte zudem über die Gästehäuser für Schüler, Erwachsenengruppen sowie für Paare und Einzelreisende, die beispielsweise in der „Villa Huhn“ untergebracht werden. Insgesamt gebe es 99 Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Stiftsgelände – von der Hotelkategorie bis zum Jugendherbergsniveau Sie würden zunehmend auch von Berufsschulklassen sowie von Gruppen genutzt, die Angebote wie das meditative Bogenschießen oder Einkehrzeiten wahrnähmen. Leider sei es so, dass Spaziergänger die Gäste immer wieder störten, indem sie einfach in die Gästehäuser hineingingen, da sie glaubten, sie seien öffentlich zugänglich, so die Äbtissin. Da fehle es an der notwendigen Sensibilität.

Alte Stiftsschänke soll umgebaut werden

Weiterhin berichtete Britta Rook, dass wahrscheinlich im nächsten Jahr die Umbauarbeiten in der ehemaligen Stiftsschänke zu einem weiteren Gästehaus beginnen sollen. Dort sind Zimmer mit insgesamt 18 Betten geplant.

Auch der Aufbau eines Archehofes ist weiterhin in Arbeit. Derzeit tummeln sich auf dem Stiftsgelände seltene und bedrohte Haustiere wie die weiße gehörnte Heidschnucke, altdeutsche Hütehunde, die ostfriesische Möwe – eine Hühnerrasse – und Leinegänse. Sie galten zeitweise als ausgestorben, Heute aber gibt es wieder 100 Zuchtpaare, von denen sich nun zwei in Börstel befinden. Für das Archeprojekt will das Stift später das denkmalgeschützte Heuerhaus Vosseberg – auch als Dahmann-Hof bekannt – sanieren und nutzen.

Maroder Steg wird erneuert

Über die Arbeit des regionalen Umweltbildungszentrums Osnabrücker Nordland und speziell über die Lernstandorte Grafelder Moor/ Stift Börstel berichtete Rolf Wellinghorst. Der Lehrer des Artland-Gymnasiums ist mit fünf Wochenstunden für die umweltpädagogische Arbeit abgeordnet. In einem Blitzdurchgang machte er deutlich, wie vielfältig die Umweltbildung im Nordkreis inzwischen ist – angefangen von Vorträgen über den Klimawandel von der Steinzeit bis heute über Exkursionen zum Thema Rastvögel im Hahnenmoor bis hin zum Bau von Eisvogelbrutröhren oder zu lichtmikroskopischen Übungen für Schüler und Fortbildungskurse für Lehrer. Ein weiteres Thema, das Rolf Wellinghorst im vergangenen Jahr beschäftigt hat, war der marode Steg auf dem Gelände des Freilandlabores im Grafelder Moor. Er konnte zuletzt nicht mehr betreten werden, da er baufällig war. Das wiederum beeinträchtigte die Lernstandortarbeit. Nach einem Planungsgespräch mit dem Stift und der Samtgemeinde Fürstenau ist nun Besserung in Sicht. Zur neuen Saison soll der Holzsteg saniert werden. Der Heimatverein Grafeld hat zudem seine Unterstützung zugesagt.