Hoffen auf hohe Bürgerbeteiligung Ein energetisches Quartierskonzept für Fürstenau?

Von Gesa Hustede

Hoffen auf Bürgerbeteiligung: Predrag Gorgiev (von links), Frederic Hoogen, Monika Kolosser, Benno Trütken und Herbert Gans. Foto: Gesa HustedeHoffen auf Bürgerbeteiligung: Predrag Gorgiev (von links), Frederic Hoogen, Monika Kolosser, Benno Trütken und Herbert Gans. Foto: Gesa Hustede

gehu Fürstenau. Im Rahmen des Projektes „Attraktive Innenstadt“ haben die Stadt Fürstenau sowie die Fachbüros BauBeCon und Enakon Wolfenbüttel Hauseigentümern während eines Infoabends ein integriertes energetisches Quartierskonzept vorgestellt.

Das Quartier „ Attraktive Innenstadt “ wurde in das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ der kfW-Bankengruppe aufgenommen. „Die Energetik kommt, so hat es den Anschein, oftmals zu kurz. Da wollen wir entgegenwirken“, so Bürgermeister Herbert Gans. Aufgrund dessen soll in den kommenden Monaten ein integriertes energetisches Quartierskonzept erarbeitet werden. „Energetisches Quartiersprojekt steht für die Unterstützung bei der Instandhaltung und Werterhaltung der Immobilie“, erklärt Frederic Hoogen, Projektbearbeiter bei BauBeCon Sanierungsträger GmbH. Das Konzept setzt sich aus der Bestandsaufnahme des Ortskerns, den Verbesserungsmöglichkeiten und schließlich den konkreten Maßnahmen zusammen. Es wird zunächst auf rege Bürgerbeteiligung gesetzt: Die Hauseigentümer der Gebäude im Sanierungs- und Fördergebiet rund um die Große Straße wurden gebeten, einen Fragebogen mit den Eigenschaften des Hauses und dessen energetischem Verbrauch auszufüllen.

Strom und Wärme einsparen

Ausgewählte Gebäude nehmen dann an dem Konzept teil. Das Konzept bietet Vorschläge für öffentliche Maßnahmen, eine kundengerechte Unterstützung, Impulse für Förderprogramme der Stadt sowie Erkenntnisse über die eigene Immobilie. Die Bestandsaufnahme unterscheidet sich nach Gebäudetypen. Bei den ersten Mustergebäuden wird der Ist-Zustand betrachtet und eine Potenzialanalyse durchgeführt. Dabei werden im Energiekonzept die Bereiche Einsparung Wärme, Einsparung Strom, Energiebereitstellung und Rahmenbedingungen untersucht. „Wir bieten zum Beispiel eine Beratung zum Thema Brandschutz oder zum Wechsel auf LED-Technik an“, so Predrag Gorgiev, Projektingenieur bei Enakon Wolfenbüttel GmbH. Auch auf die Wirtschaftlichkeit werde dabei geachtet, ebenso wie auf den Denkmalschutz.

Benno Trütken appelliert an Hauseigentümer

Die Idee traf bei den Eigentümern auf eher gemischte Meinungen. „Wir hoffen auf eine rege Zusammenarbeit mit den Bürgern“, sagt Gorgiev. Ohne sie sei keine Analyse und folglich auch keine Beratung oder Förderung möglich. Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken nennt zum Abschluss ein positives Beispiel: Durch die neue Heizung in der 1912 Schule sei schon ein Drittel an Energie eingespart worden. Für die Kommune ist das Projekt nur erfolgreich, wenn sich viele beteiligen. „Nicht, dass es später heißt, wir haben etwas für die Optik, aber nicht für die Energetik getan. Deshalb möchten wir beides verknüpfen“, so Trütken. Die Konzepterarbeitung soll Ende August stehen. Erste Rückmeldungen seien vor den Sommerferien zu erwarten. Wird das Konzept gut angenommen, werden weitere Gebäude analysiert. Informationen gibt es bei der Stadt oder bei Frederic Hoogen, Telefon 0541/2027412, und Predrag Gorgiev, Telefon 0511/59029602.