Roman erscheint Anfang März Quakenbrücker Veterinär schreibt mit Kollegen Krimi über Wölfe

Von Jürgen Ackmann


Quakenbrück. Der Wolf, dieses mythische Wesen, ist immer für Dramen gut. Für wohliges Schauern. Für grenzenlose Verehrung. Für tiefen Hass. Anfang März nun wird ein Krimi mit viel niedersächsischem Lokalkolorit erscheinen. „Der Schafe Tod“ heißt er. Mitautor ist der Quakenbrücker Werner Kunst.

Der Wolf ist bis zum heutigen Tage ein Faszinosum. Jede Nachricht über einen Nachweis, über den Riss eines Schafes oder Rehes, über ein neues Rudel sorgt auch in Niedersachsen für gesellschaftliche Wellenschläge. Und die haben dazu geführt, dass sich Werner Kunst und die beiden weiteren Autoren von „Der Schafe Tod“ Jutta Gerecke und Uwe Jark in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Aus dem „Für und Wider der Rückkehr der Wölfe“ ist so ein Krimi entstanden, in dem neben den Isegrims ein Toter im Wald, die Wolfsberaterin Heinrike Schnabels, die aufgebrachten Bewohner des Dörfchens Gravenstedt in der Lüneburger Heide und die Kommissarin Sabine Lüschen die Hauptrollen spielen. (Weiterlesen: So ticken Wölfe: Ein Besuch in Deutschlands einzigem Wolfcenter)

Interesse von mehreren Verlagen

Allein diese Mixtur aus aktueller Wolfsdebatte und Heimatkrimi ist schon erfolgversprechend und interessant. Das mag auch gleich eine ganze Reihe von renommierten Verlagen bewogen haben, nach dem Eingang des Exposés den Autoren den Druck der Geschichte anzubieten. Den Zuschlag habe aber der CW Niemeyer Verlag aus Hameln bekommen, so Werner Kunst. Er habe sich als erster Verlag zurückgemeldet, so der 66-Jährige.

Ein Aspekt, der das Buchprojekt aber noch interessanter macht, ist die Tatsache, dass die drei Autoren allesamt Veterinärmediziner sind und beim niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg arbeiten respektive gearbeitet haben. Dort hätten sich die drei näher kennengelernt und angefreundet, heißt es im inzwischen fertiggestellten Klappentext zum Buch. Alle drei seien zudem fasziniert von der Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen, verstünden als Tierärzte aber zugleich die Sorgen der Landwirte um ihre Nutztiere.

Lesung bei der Leipziger Buchmesse

Auch vor diesem Hintergrund ist das Interesse an dem Buchprojekt inzwischen groß. So wird es beispielsweise einen einseitigen Beitrag zum Buch im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels geben. Darüber hinaus ist das Trio zu einer Lesung bei der Leipziger Buchmesse vom 15. bis zum 17. März eingeladen. Und natürlich interessiert sich auch das Tierärzteblatt für die Lektüre – nicht schlecht für einen Erstling. Denn das ist das Buch für die drei Autoren tatsächlich. Ein Erstling.

Zwei Jahre lang haben sie am Projekt gearbeitet und – wie auf deren Facebook-Seite nachzulesen ist – dabei ihre Schreibtemperamente kennengelernt. Jutta Gerecke habe Spaß an dunklen Charakteren und rührseligen Geschicken, Uwe Jark sprudelt nur so vor bizarren Ideen, und Werner Kunst sei der Mann der realistischen Recherchen und der geschliffenen Übergänge. All das habe sich hervorragend ergänzt, heißt es.

Schreibstil vereinheitlichen

Und wie funktionierte die Arbeitsweise? Das habe sich Schritt für Schritt entwickelt. Nach den mündlichen Absprachen habe jeder seine Kapitel geschrieben und seine Ideen umgesetzt, sagt Werner Kunst. Das sei das eine gewesen, das andere: die Zusammenführung der Kapitel und die Vereinheitlichung der Schreibstile. Das habe viel Zeit in Anspruch genommen, erklärt Werner Kunst, der sich übrigens von 1990 bis 2009 für den Landkreis Osnabrück unter anderem um die Lebensmittelüberwachung gekümmert hat –mit Dienstsitz in Bersenbrück.

Derzeit ist die Vorfreude bei den Autoren groß. Über jeden Schritt auf dem Weg zur Veröffentlichung freuen sie sich. So brachte Werner Kunst zum Gesprächstermin das gerade fertiggestellte Cover mit. Er freut sich sichtlich – ebenso wie seine Kollegin Jutta Gerecke. Sie schreibt: „Aus der anfänglichen Spielerei ist tatsächlich eine Geschichte entstanden, und aus der Geschichte ein Buch mit einem Verlag. Und gestern hat der Verlag unserem Buch tatsächlich ein Gesicht verliehen. Ich bin total begeistert und kann es noch gar nicht fassen.“ Und wer weiß: Vielleicht schlägt die Begeisterung noch weitere Wellen. Zum Beispiel in der Leserschaft.


Jutta Gerecke,

geboren 1955 in Hannover, ist verheiratet und wohnt bei Bremen. Sie hat Veterinärmedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert. Sie ist heute berufstätig als Veterinärin und seit 2008 beim niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg beschäftigt.

Uwe Jark,

geboren 1964 in Braunschweig, ist verheiratet, hat zwei Töchter und wohnt in Hundsmühlen. Er hat ebenfalls Veterinärmedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert. Er arbeitete zunächst beim damaligen Veterinäruntersuchungsamt für Fische und Fischwaren in Cuxhaven, seit 2007 ist auch er beim niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg tätig.

Werner Kunst,

geboren 1950 in Bremerhaven, ist verheiratet, hat zwei Töchter und wohnt heute in Quakenbrück. Er hat Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin studiert. Er war berufstätig als Veterinär in Berlin und Osnabrück sowie seit 2009 beim niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg. Seit Juli 2016 ist er im Ruhestand.