Rückläufige Besucherzahlen Künftig kein Rock am Schloss mehr in Fürstenau



Fürstenau. Das war es erst einmal. „Rock am Schloss“ wird in diesem Jahr nicht mehr stattfinden. Nach elf teilweise erfolgreichen, am Schluss aber eher durchwachsenen Jahren ist Schluss mit dem Festival, wie der Vorsitzende des Vereins Fürstenauer Jugendkultur, Jürgen Hemme, auf Nachfrage mitteilt. Es werde aber wahrscheinlich eine Ersatzveranstaltung geben, erklärte er.

„Rock am Schloss“ ging das erste Mal Anfang der 80er Jahre an den Start. Bis 1999 traten auf der Schlossinsel Bands wie Fury in the Slaughterhouse, Garbage oder Bollock Brothers auf und sorgten für entsprechend großen Publikumszuspruch. Doch Ende der 90er Jahre gingen die Zahlen zurück, zudem löste sich das Organisationsteams aufgrund von beruflichen Veränderungen nach und nach auf. Nachfolger fanden sich zunächst nicht, wie Jürgen Hemme erzählt, der bereits in der ersten „Rock-amSchloss-Phase“ dabei war.

2007 ging es dann weiter – zunächst unter der Regie des Stadtjugendringes, später dann unter der Leitung des eigens für das Festival gegründeten Vereins Fürstenauer Jugendkultur. Er warb unter anderem Sponsorengelder ein, verpflichtete die Bands und kümmerte sich um die Logistik. Das Organisationsteam bestand im Kern aus sieben Leuten.

Seit dem Neustart spielten viele bekannte regionale Bands auf der Schlossinsel, aber gelegentlich auch nationale Größen wie Jennifer Rostock. Eine Mischung, die zunächst gut ankam. Aber insbesondere in den beiden vergangenen Jahren gingen die Zuschauerzahlen deutlich zurück. Kamen in Spitzenzeiten bis zu 1200 Rockfans auf die Schlossinsel, so waren es 2017 trotz guten Wetters gerade einmal 500 bis 600 Gäste. Das reiche definitiv nicht aus, um so ein Festival finanziell zu stemmen, betont Jürgen Hemme. Es seien rund 1000 Besucher notwendig, um nicht in die roten Zahlen zu rutschen.

Hinzu sei gekommen, dass fast ausschließlich die Generation Ü30 das Festival besucht habe. „Wir haben es nicht geschafft, die U30er anzusprechen, so Jürgen Hemme. Das Team habe keine schlüssige Erklärung gefunden, warum die jungen Leute im Alter von 16 bis 25 Jahren weitgehend ausgeblieben seien. An den Eintrittspreisen habe es nicht liegen können. Die hätten im Vorverkauf zuletzt elf Euro betragen. Dafür hätten vier Bands gespielt. Offenbar habe sich das Konzept von Rock am Schloss schlicht überlebt und sei nicht mehr attraktiv.

Derzeit denke das Organisationsteam zusammen mit Vertretern der Stadt Fürstenau über eine Neuausrichtung der Veranstaltung auf der Schlossinsel nach, so Jürgen Hemme weiter. Möglich sei beispielsweise eine Open-Air-Feier mit einer Live-Band. Sie solle – so wie Rock am Schloss – am dritten Samstag im August stattfinden. Komme die Veranstaltung gut an, bestehe die Chance, sie weiter auszubauen. „Auf jeden Fall wollen wir nicht einfach so abtreten“, betont Jürgen Hemme. Wie das Konzept für die neue Veranstaltung aussehen werde, müsse sich zeigen. Bisher gebe es nur „lockere Überlegungen“.


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