Rutschenturm bleibt umstritten Rat Rieste billigt Irrgarten-Erweiterung am Alfsee

Seit Jahren gibt es in Rieste Streit um die Erweiterung des Irrgartens am Alfsee. Archivfoto: Holger SchulzeSeit Jahren gibt es in Rieste Streit um die Erweiterung des Irrgartens am Alfsee. Archivfoto: Holger Schulze

Rieste. Der Gemeinderat hat mit hauchdünner Mehrheit der beantragten Erweiterung der Irrgarten-Freizeitanlagen in Alfsee-Nähe zugestimmt. Der Bebauungsplan Nr. 39 in Rieste ist jedoch umstritten. Auch das machte die Ratssitzung noch einmal deutlich.

Eine Kompromissfindung zwischen dem Irrgarten-Betreiber und seinen Nachbarn, die das Vorhaben ablehnen, sei gescheitert, so Bürgermeister Sebastian Hüdepohl. Dennoch müsse der Rat nun über den Antrag abstimmen - nach insgesamt vier Jahren Beratungszeit. „Wir entscheiden nach Sachlage und nach Ausarbeitung der Fachleute“, so Hüdepohl.

Schwierige Situation

Auch Ratsherr Markus Revermann (Wählergemeinschaft UWG) sprach von einer „schwierigen Situation für alle Ratsmitglieder“. Bei dieser Abstimmung, so der erfahrene Kommunalpolitiker, könne angesichts der festgefahrenen Fronten „hier nur jeder verlieren“. Das finale Votum im Riester Rat fiel dann auch nicht unerwartet knapp aus. Zunächst wurde der sogenannte Abwägungsbeschluss mit 8:6 Stimmen gebilligt, anschließend der im Planverfahren alles entscheidende Satzungsbeschluss bei zwei Enthaltungen (und in Abwesenheit von CDU-Ratsherr Friedrich König) mit 7:5 Stimmen gefasst. In beiden Fällen stimmte Markus Revermann nicht mit „seiner“ UWG/Grünen-Fraktion, sondern verhalf den Christdemokraten um Bürgermeister Hüdepohl entscheidend zur Mehrheit.

Mehrere Jahre Streit

Mehrere Jahre lang hatten zuvor der Besitzer der Freizeitanlage und seine Nachbarn über das Projekt gestritten. Zwar waren eine Reihe von Änderungsvorschlägen der Anwohner in den Bebauungsplan aufgenommen und eingearbeitet worden, doch unter dem Strich wurden sich beide Seiten letztendlich nicht handelseinig. Vor allem der Bau eines Rutschenturmes blieb ein ewiger Zankapfel. Dass dieser nun - so sieht es der Beschluss der Mehrheit des Rates vor - nicht vor dem Jahre 2023 gebaut und in Betrieb genommen werden darf, ist für die (meisten) Irrgarten-Nachbarn offenbar weiterhin nicht akzeptabel.


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