Linie zum Niedersachsenpark? Samtgemeinde Bersenbrück will mehr Busverbindungen

Von Martin Schmitz

Von Alfhausen sollen bald mehr Busse nach Bramsche fahren, um den Ort besser mit dem Schienennetz zu verbinden.

            

              Foto: Liesel HoevermannVon Alfhausen sollen bald mehr Busse nach Bramsche fahren, um den Ort besser mit dem Schienennetz zu verbinden. Foto: Liesel Hoevermann

Bersenbrück/Alfhausen. Neue Busverbindungen nach Bramsche sollen Alfhausen schon vor Wiedereinrichtung des Bahnhalts näher an das Schienennetz bringen. Im Ort wird die Veränderung begrüßt. In der Samtgemeinde Bersenbrück gibt es weitere Pläne, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken.

Für eine Busanbindung in Richtung Bramsche, mit Anbindung Richtung Osnabrück, setze sich die SPD Alfhausen seit vielen Jahren ein, teilt der Ortsverein mit. Bereits vor der Kommunalwahl 2016 habe sich der Vorsitzende Siegfried Hüls im Gespräch mit Stephan Rolfes von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) dafür starkgemacht. In Briefen an die Fraktionsvorsitzenden im Osnabrücker Kreistag und an Landrat Michael Lübbersmann seien Regionalisierungsmittel des Landes Niedersachsen für die Verbindung Alfhausen–Bramsche eingefordert worden. Mit Verwirklichung des Bahnhalts 2024 würden die Mittel wieder frei werden.

Von den neuen Busverbindungen profitierten Jugendliche, für die es im Ort wenig Angebote gebe, so die SPD. Sie machten Alfhausen auch attraktiver für junge Familien. Alfhausens Bürgermeisterin Agnes Droste (CDU) habe das Thema ÖPNV wieder nach vorne gerückt. Der Gemeinderat habe intensiv diskutiert.

Droste gibt das Kompliment der SPD freimütig zurück. Der Anstoß sei tatsächlich von Siggi Hüls ausgegangen, der anfangs auch die Verhandlungen begleitet habe. Zu verhandeln begann Droste Anfang 2016. Jetzt geht sie in die entscheidende Runde mit den Busunternehmern. Nun muss sich herausstellen, was die Gemeinde für ihr Geld bekommt. Der Landkreis bietet eine Pauschale von 45000 Euro im Jahr an, den Rest muss Alfhausen aufbringen.

Abendbus nach Ankum, Eggermühlen, Kettenkamp

Samtgemeindebürgermeister Horst Baier begrüßt die Stärkung der Linie 610 durch den Ausschuss für Planen und Bauen des Kreistages ebenfalls. „Charmanter“ hätte er aber eine Anbindung Alfhausens an die Bahnhöfe in Bersenbrück und Rieste gefunden. Dann wären nämlich alle sieben Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde durch Buslinien miteinander verknüpft. Es gäbe mehr Verbindungen zu den Bahnhöfen in Rieste und Bersenbrück, und die Ferienregion Alfsee wäre besser angeschlossen.

Das sieht Droste ähnlich, bis hin zur Wortwahl. Mehr Verbindungen von Alfhausen zum zentralen Bersenbrück oder zum Riester Bahnhof, das hat auch „Charme“ für sie. Attraktiv wäre die Verbindung aber nur mit einem günstigen Kombiticket. Deshalb setzt sie auf den Bus nach Bramsche, der zur Not auch Anschluss bietet an den kostengünstigen Bus nach Osnabrück.

Die Linie 610 über Regionalisierungsmittel zu stärken hatte Baier bereits im August 2016 Kreisdezernent Winfried Wilkens vorgeschlagen, mit einem weiteren Maßnahmenbündel: ein einheitliches Rufbussystem für das ganze Osnabrücker Land, um den Verkehr auf den Nebenlinien zu stärken, Anschluss aller Gemeinden an den Taktverkehr, mehr Bürgerbusse nach Badberger Vorbild, kreisüberschreitende Verbindungen ins Südoldenburger Land. Abgesehen vom Rufbussystem, das der Ausschuss jetzt auf den Weg gebracht hat, warten die Vorschläge noch auf ihre Umsetzung.

Verbindungen nach Südoldenburg

In der jüngsten Sitzung des Feuerwehrausschusses hat die Samtgemeinde Vorschläge zur Verbesserung ihrer Busverkehre vorgestellt, die auf ein Konzept der Planos zurückgehen. Die Samtgemeinde will die Hälfte des Zuschussbedarfs decken, wenn die Linie mindestens zwei Mitgliedsgemeinden berührt, und ein Viertel, wenn nur eine Gemeinde betroffen ist. Die Gemeinden müssen den Rest beisteuern.

Die Linie 650 verbindet Bersenbrück mit Ankum, Eggermühlen und Kettenkamp. Wochentags startet der letzte Bus um 18.35 Uhr, samstags um 13.35 Uhr. Für 40000 Euro im Jahr sollen die Fahrzeiten bis 20.35 Uhr und samstags bis 17.35 Uhr verlängert werden.

Busse zum Niedersachsenpark sind derzeit nur auf die Schichten im Adidas-Großlager abgestimmt. Eine samtgemeindeweite Buslinie im Ein- oder Zweistundentakt würde 120000 Euro jährlich kosten. Der Landkreis würde sich heraushalten, weil er derzeit keinen Bedarf sieht.

Rufbusse möchte die Planos künftig von Bersenbrück über den Hastruper Damm Richtung Neuenkirchen-Vörden schicken. Für diese Linien sehen die Bürgermeister in der Samtgemeinde aber keinen Bedarf. Stattdessen soll die Planos nun eine Rufbusverbindung nach Gehrde ausarbeiten.