Ziel: Gemeinsinn fördern Stadtstiftung Quakenbrück „wird volljährig“

Von Bernard Middendorf

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Quakenbrück. „Die Stiftung wird volljährig“, formulierte Peter van Dyk zu Beginn seiner Ansprache humorvoll, was Zustifter, Spender und Paten auf Gut Vehr zusammengeführt hatte: Seit genau 18 Jahren fördert die „Stadt-Stiftung – Bürger für ihre Stadt“ karitative und soziale Projekte – sogar sportlicher Art. Der 2. Vorsitzende betonte im Namen von Vorstand und Kuratorium, dass auch mit kleinen Beträgen geholfen werden könne, und sprach allen Unterstützern seinen Dank aus. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von der Streicherklasse des Artland-Gymnasiums und der Gruppe 4-Takter.

Im Oktober 1999 gründete Günter Welker-Altegoer mit Gleichgesinnten die Stiftung. Ihr Selbstverständnis: Eine Gemeinschaftseinrichtung von Bürgern für Bürger zu sein. Oberstes Ziel sei, den Gemeinsinn zu fördern und nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ Vorhaben zu unterstützen, die im Interesse der Stadt und ihrer Bürger liegen, betonte Peter van Dyk stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden August Averbeck.

Nach teils beeindruckenden, teils stimmungsvollen musikalischen Vorträgen der Streicherklasse des Artland-Gymnasiums, die zum Auftakt mit viel Applaus bedacht wurden, bedankte sich Dirigent Markus Steiner bei allen Anwesenden – aus gutem Grund, konnte doch die Streicherklasse 2012 nur mit einem namhaften Zuschuss der Stiftung aus der Taufe gehoben werden.

Großen Beifall heimste im zweiten Teil des Abends auch die Gruppe „4-Takter“ ein, die mit launigen, tiefschürfenden oder doppelsinnigen, aber stets niveauvollen Stücken mehr als ein Feuerwerk abbrannte. Vorstand und Kuratorium hatten zuvor bereits das Gespräch mit den Gästen gesucht und Grußworte entrichtet.

Beach Boys auf Platt

Die Geschichte der Stadtstiftung ist eng verbunden mit dem alten Gut an der Peripherie Quakenbrücks, und sei es nur über die Tatsache, dass das Herrenhaus, das im Krieg als Offizierskasino herhalten musste, von 1946 bis 1953 unentgeltlich für das Waisenhaus St. Elisabeth zur Verfügung gestellt wurde, geleitet vom Orden „Schwestern unserer Lieben Frau“. Diese und andere historische Details führte Dr. Günter Welker-Altegoer in Teil I des Vortrags „Gut Vehr – gestern und heute“ auf.

Teil II übernahm Kuratoriumsvorsitzender Hans-Wilhelm Welker, der im Zeitraffer die Neuzeit des Guts darstellte. Er habe es ab 1985 zunächst als Saatgetreide- und Viehzuchtbetrieb übernommen, aber gründlich umgebaut, als es nach Öffnung des Ostens und radikalen Agrar-Strukturverwerfungen nicht mehr rentabel zu führen war. Heute sei der Tourismus mit Swingolf und Restauration die Haupteinnahmequelle, Forst und Ländereien verpachtet, in den ensemblegeschützten Gebäuden seien Mietwohnungen entstanden: „Das tut meinem Vater sicher ein bisschen weh“ bedauerte Welker jr. augenzwinkernd die wirtschaftlichen Zwänge.

Bevor die Wehmut zu groß wurde, funkten Katharina Abeln und ihre „4-Takter“ dazwischen. Auf hohem musikalischen Niveau sorgten sie – mal mit dem Beach-Boys-Kultsong „Barbara Ann“ auf Platt, mal mit einer fetzigen Version von „Ich wollt, ich wär‘ ein Huhn“ oder dem Gassenhauer-Klassiker vom badenden Fräulein Helen für hör- und sichtbares Vergnügen, ehe der Abend mit großem Kommunikationspart und kleinen kulinarischen Köstlichkeiten gesellig ausklang.


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