Weihnachtsausflug in den Harz? Triebwagen in Ankum: Bahn im Testbetrieb


Ankum. Die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahngesellschaft (ABE) testet den Eisenbahnbetrieb. Dazu holte sie am Mittwoch ein Triebwagengespann in den Ankumer Bahnhof. Vielleicht gibt es im Dezember einen Weihnachtsausflug in den Harz?

Eisenbahnvereine wie die Osning-Bahn in Bielefeld stellen ihre Fahrzeuge bei Eisenbahnunternehmen ein. Auf diese Weise kam die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn GmbH zu zwei MAN-Triebwagen, gebaut um 1960, einer sogar der letzte seiner Reihe. Matthias Huck und Daniel Wulfing überführten den Zug am Mittwoch nach Ankum. Huck, Gründungsvorsitzender des Aktionsbündnisses Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde, ist Betriebsleiter der ABE in Ankum, Daniel Wulfing ist Lokführer, engagiert sich bei der Osning-Bahn.

Seit 1962 fahren keine Personenzüge mehr zwischen Ankum und Bersenbrück. Die kleinste Privatbahn Deutschlands hält ihren Schienenstrang in Schuss. Doch funktioniert alles so, wie es soll? Das wollen Huck und Wulfing jetzt feststellen, indem sie ihren Zug auf die Strecke schicken. Mit von der Partie ist Eric Kruse. Er hat ein Unternehmen für Verkehrstechnik, wartet Bahnstrecken. Wegen der Bahnrenaissance im Lande – nach Niedersachsen hat auch der Bund ein Förderprogramm aufgelegt – hat Kruse derzeit reichlich zu tun.

Andreaskreuz wie ein Stoppschild

Großen Wert legt er auf sorgfältig frei geschnittene offene Bahnübergänge, die Sicht auf die Bahnlinie bieten. Das Andreaskreuz sei zu beachten wie ein Stoppschild, sagt er. Wo selten Züge unterwegs sind, werde es aber kaum wahrgenommen.

Seit sechs Jahren organisiert die Osning-Bahn Ausflüge mit der Eisenbahn von Bielefeld aus in einen weiten Umkreis, zum Kohlessen auf dem Ausflugsschiff auf der Weser, zu Weihnachtmärkten und anderen Ereignissen. Das könnte sich Daniel Wulfing auch für Ankum vorstellen. Die Osning-Bahn hat noch zwei weitere Triebwagen, berichtet er, einer wird gerade gründlich gewartet, der andere nach einem Unfall repariert. Eine Zusammenarbeit Bielefeld/Ankum wäre möglich.

Ewald Beelmann wirkt ein bisschen, als wolle er die Begeisterung der Eisenbahnfans Huck und Wulfing dämpfen. Es gebe viele Ideen, was die ABE auf der Schiene unternehmen könnte, sagt ihr Geschäftsführer, unter anderem seine einer regelmäßigen Fahrt zum Wochenmarkt nach Bersenbrück. Angedacht ist ein Test für den 17. Dezember: ein Tageausflug zum Weihnachtsmarkt in Goslar.

Unterdessen arbeitet ein ABE-Trupp an den historischen Waggons und der Lok, mit denen Holger Paulsen und die ABE touristische Pläne verwirklichen wollen. Die Renovierung kommt voran, sagen die Männer im Schutzanzug.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN