Diskussion mit Politikern Behinderte fordern Barrierefreiheit in Bersenbrück

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Im Gespräch: Mitglieder des Stadtrates und Menschen mit Behinderungen. Foto: HpHIm Gespräch: Mitglieder des Stadtrates und Menschen mit Behinderungen. Foto: HpH

Bersenbrück. Besian Krasniq hatte die Idee, dass Vertreter des Bersenbrücker Stadtrates nicht nur über, sondern mit Menschen mit Beeinträchtigungen sprechen. Acht Stadträte aus allen politischen Fraktionen folgten nun der Einladung.

Das Interesse, miteinander ins Gespräch zu kommen, war bei den Klienten der Wohnassistenz oder aus den Wohnstätten der Heilpädagogischen Hilfe groß.

Thema Nummer sei der fehlende Aufzug beim Bersenbrücker Bahnhof gewesen, heißt es in einer Mitteilung der HpH. Eindringlich baten die Menschen mit Behinderungen darum, dass da endlich etwas passiere. Einige Teilnehmer kannten gar nicht die Lösung, sich kostenlos mit einem Bus auf die andere Seite des Bahnhofs bringen zu lassen, wobei das ohne mobiles Telefon schwierig sei, Kontakt aufzunehmen, hieß es. Längst nicht alle hätten eines. Für andere Personen wiederum – Rollstuhlfahrer zum Beispiel – reiche der Busservice nicht aus.

Die Stadträte erklärten, dass ein Antrag zum Bau des Aufzugs gestellt sei, aber die laufenden Kosten nicht refinanziert wären. Sie luden ein zur Sitzung des Stadtrats am 26. September. Dort werde das Thema angesprochen.

Ein weiteres Thema: die Verkehrsführung in Bersenbrück. Hier wünschten sich die Diskussionsteilnehmer weitere Zebrastreifen, zum Beispiel in der Robert-Bosch-Straße in der Nähe der Werkstatt beziehungsweise der Supermärkte. Weiterhin wurden schmale und auch oft verstellte Bürgersteige ebenso beklagt wie unübersichtliche Stellen durch überwuchernde Hecken. Insbesondere Dreiradfahrer hätten es schwer. Führen sie auf der Straße, schimpften die Autofahrer, auf den Bürgersteigen schimpften Fußgänger, da sie dort nicht fahren dürften. Und weiter: Das Radwegenetz in Bersenbrück sei mit Blick auf die häufigen Straßenseitenwechsel nicht gut durchdacht, sofern es vorhanden sei.

Darüber hinaus kamen viele kleine Dinge zur Sprache: zum Beispiel der Hundekot, der überall in der Stadt herumliege, da es zu wenig Tüten gebe. Wünschenswert wiederum wären mehr Fachärzte in Bersenbrück, die Wege- und Wartezeiten seien für Menschen mit Behinderungen oft sehr lang. Schließlich bereite das Kopfsteinpflaster auf dem Marktplatz Probleme.

Die Stadträte warben im Gegenzug für Verständnis, wenn manche Dinge Zeit benötigten, um sie zu regeln. Auch sei es so, dass oft viele Interessen unter einen Hut gebracht werden müssten, es seien dann Kompromisse erforderlich.

Gleichwohl: Den eindringlichen Wunsch nach „Barrierefreiheit“ nahmen die Stadträte sehr genau wahr – nicht nur, weil die HpH und deren Klientel im Stadtbild so präsent seien, sondern weil Barrierefreiheit allen Bürgern und Touristen nütze.

Insgesamt sei das Gesprächsangebot des Stadtrates sehr gut angekommen, hieß es abschließend. Menschen würden ermutigt, sich zu Wort zu melden und sich am politischen Geschehen zu beteiligen.


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