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Pkw kollidiert mit Zug Ein Toter bei Unfall mit Nordwestbahn in Rieste

Von Mirko Nordmann, Christian Geers und Sven Mechelhoff


Rieste. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Zug der Nordwestbahn an einem unbeschrankten Bahnübergang in Rieste ist am Sonntagnachmittag gegen 15.20 Uhr ein 76-jähriger Mann aus Kettenkamp tödlich verunglückt. Seine 74-jährige Ehefrau, die auf dem Beifahrersitz saß, wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in ein Osnabrücker Krankenhaus gebracht. Die Bahnstrecke bleibt vorerst gesperrt.

Nach ersten Informationen von Polizei und Feuerwehr ereignete sich das Unglück um kurz nach 15 Uhr am Bahnübergang Johanniterstraße in Rieste. Der Kettenkamper wollte offenbar aus Richtung Lager Allee kommend mit seinem Auto die Bahnlinie überqueren. Dabei übersah er vermutlich den herannahenden Zug, der aus Richtung Neuenkirchen kommend auf dem Weg nach Osnabrück war. Der Zug erfasst das Auto, das durch den Aufprall in den Seitenraum geschleudert wurde.

Der Autofahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Seine 74-jährige Ehefrau erlitt bei der Kollision schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Osnabrücker Krankenhaus geflogen.

70 Fahrgäste im Zug

In dem Zug sollen etwa 70 Fahrgäste gewesen sein. Eine Frau, die im Zug saß, wurde bei der Notbremsung verletzt. Der Zugführer erlitt einen Schock. Die Fahrgäste verließen den Zug erst, nachdem die Leiche des 77-Jährigen abtransportiert worden war.

Die Bahnstrecke zwischen Bramsche und Neuenkirchen war für mehrere Stunden gesperrt. Die Nordwestbahn hatte einen Busnotverkehr eingerichtet. Gegen 17.30 Uhr war die Strecke wieder frei.

Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte waren vor Ort: die Polizei Bersenbrück, die Freiwilligen Feuerwehren aus Rieste und Bersenbrück waren ebenso im Einsatz wie ein Rettungshubschrauber, drei Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge mit leitendem Notarzt und die Führungskommission des DRK.

Neun von 17 Übergängen unbeschrankt

Auch Riestes Bürgermeister Sebastian Hüdepohl, der vom Riester Ortsbrandmeister Sven Kramer über das Unglück informiert worden war, fuhr zur Unfallstelle, sprach mit Helfern und Einsatzkräften. Seit 2014 setzt sich die Gemeinde dafür ein, dass alle unbeschrankten Bahnübergänge im Gemeindegebiet „entweder gesichert oder geschlossen, um die Gefahrenpunkte von der Strecke zu bekommen“ werden, betonte Hüdepohl. Neun der insgesamt 17 Bahnübergänge im Gemeindegebiet sind derzeit noch unbeschrankt. Nun müssten alle Beteiligten an einen Tisch kommen, um die Angelegenheit in einer konzertierten Aktion schnellstmöglich voranzutreiben.

Tödlicher Unfall bereits 2013

Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass an einem unbeschrankten Bahnübergang in Rieste Menschen ums Leben gekommen sind. Am 1. September 2013 war am selben Bahnübergang ein Auto mit einem Zug der Nordwest-Bahn kollidiert. Für die drei Fahrzeuginsassen – ein 48-jähriger Mann aus Alfhausen sowie dessen Mutter und Tante – kam jede Hilfe zu spät.

Wie es zu dem Unfall damals gekommen war, konnte nicht abschließend geklärt werden. Und auch jetzt herrscht Ratlosigkeit. Denn auch wenn es an dem Bahnübergang an der Johanniterstraße keine Schranken gibt, weisen mehrere Verkehrsschilder auf den Gefahrenpunkt hin. Vier Andreaskreuzen stehen vor dem Bahnübergang. Dazu macht ein Hinweisschild Autofahrer, die auf diesem Streckenabschnitt nur zehn Kilometer in der Stunde fahren dürfen, auf die Bahnlinie aufmerksam.

Autofahrer, die häufig in der Gemeinde Rieste unterwegs sind, kennen außerdem die Zeiten, wann mit Zügen zu rechnen ist: Kurz vor der vollen Stunde kommen die Züge aus Richtung Osnabrück, kurz nach dem Glockenschlag rauscht die Nordwestbahn aus Richtung Bremen durch das Riester Gemeindegebiet.

Weiterer Bahnunfall in Badbergen

Ein weiterer Bahnunfall im Großraum Bersenbrück ereignete sich am Sonntagabend in Badbergen. Dabei prallte ein Motorradfahrer an einem Bahnübergang gegen einen durchfahrenden Zug der Nordwestbahn. Er wurde dabei schwer verletzt. Und auch in Dissen – im Süden des Osnabrücker Landes – kam es am Abend zu einem Bahnunfall. Dabei kollidierte ein Rollerfahrer mit einem weiteren Zug der Nordwestbahn.


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