Roman Keller Jugendpfleger Gehrde: „Netzwerker“ für Senioren

Von Martin Schmitz

Die Mobicare-Tagespflege in Gehrde könnte ein Baustein des Netzwerkes sein, das Senioren erlaubt, so lang wie möglich selbstständig in ihrer Gemeinde zu leben. Foto: Thomas OeverhausDie Mobicare-Tagespflege in Gehrde könnte ein Baustein des Netzwerkes sein, das Senioren erlaubt, so lang wie möglich selbstständig in ihrer Gemeinde zu leben. Foto: Thomas Oeverhaus

Gehrde. Ein Seniorenberater für Gehrde und ein Pflegenetzwerk wären eine gute Sache für den Ort, findet Ludger Meyer. Wohl nicht nur dort.

Die Zahl der Älteren steigt, die für ihre Pflege nicht mehr aufkommen können. „Es gibt genügend Leute, die nichts haben, auch hier im Ort,“ berichtete der Pflegefachmann am Donnerstag dem Gehrder Ausschuss für Soziales und Kultur. Mit seinem Pflegedienst Mobicare ist er seit 1992 im Ort aktiv, unter anderem mit einer Tagesbetreuung.

Viele, die nach dem Pflegegesetz einen Anspruch auf Leistungen hätten, nähmen sie aus Scham nicht in Anspruch. Das sei für die Pflegedienste noch nicht einmal ein Nachteil. Die finden nämlich kaum genug Personal, wären schnell überfordert.

Doch wie kann man die, die Hilfe brauchen, dazu bringen, diese Hilfe abzurufen? Die Pflegestützpunkte des Landkreises Osnabrück in Osnabrück und Bersenbrück seien vorbildlich, aber zu weit weg. Ein Seniorenberater als Ansprechpartner in der Gemeinde könne eine große Hilfe sein.

Gefragt sei ein Netzwerk aller, die zur Pflege beitragen könnten, forderte die Ausschussvorsitzende Elke Hölscher-Uchtmann (SPD), der Berater könne die Fäden knüpfen. Auch die Gemeinde sei gefragt, waren sich Ingrid Thesing (SPD) und Bürgermeister Günther Voskamp (Grüne) einig. Als Beispiel verwies Voskamp auf den “Freitagsbus“, den die Gemeinde etablieren konnte. Ein Kleinbus, der zu Einkaufsfahrten startet, zunehmend in Anspruch genommen wird, und für den sich ein Stab von Freiwilligen als Fahrer zusammengetan hat.

Roman Keller von der Jugendpflege der Samtgemeinde Bersenbrück hat seinen Teilzeitjob als Gehrder Jugendpfleger mit fünf Wochenstunden angetreten, berichtete Hölscher-Uchtmann. In Kürze solle er auf einem Informationsabend den Vereinen als Ansprechpartner vorgestellt werden. Keller solle Angebote der Jugendarbeit wie die der evangelischen und der baptistischen Kirchengemeinde ergänzen, aber nicht ersetzen, betonte sie.


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