50 Jahre Heilpädagogische Hilfe Mit Paul-Moor-Schule fing alles an in Bersenbrück

Von Claudia Casamento

Die Paul-Moor-Schule der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück; Foto. HpH Bersenbrück.Die Paul-Moor-Schule der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück; Foto. HpH Bersenbrück.

Bersenbrück. Gegründet wurde der Verein für Heilpädagogische Hilfe in 1967, um sich einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe anzunehmen: der Betreuuung von Behinderten. Dazu gehört, sich um die Kinder zu kümmern, die in den Schulen nicht mitkamen, weil es für sie zu wenige spezielle Förderangebote gab.

Als erste Einrichtung des Vereins für Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück wurde im Februar 1970 in der Liebigstraße eine Tagesbildungsstätte für 60 Schulkinder mit angeschlossener Kindergartengruppe eröffnet. Damit kam ein Stein ins Rollen.

Bereits zwei Jahre später mietete man zwei weitere Klassenräume in der Marktschule an. 1985 dann wurde der Neubau Im Dom fertiggestellt. Der Sprachheilkindergarten zog mit drei Gruppen in die frühere Tagesbildungsstätte.

Anna Herrmann und Andrea Hoffmann, Urgesteine im Schulbetrieb der Paul-Moor-Schule, erinnern sich gern zurück: „Wir waren eine bunt gemischte Truppe aus Pädagogen, Krankenschwestern, Pflegern und Erziehern. Bereits von Beginn an war der Unterricht auf jeden Schüler individuell abgestimmt.“

Neben Mathematik und Deutsch stünden auch Sachunterricht, Sport, Hauswirtschaft, Musik und Religion auf dem Lehrplan. Für die Schüler sei natürlich sehr praktisch, dass die begleitenden, pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen direkt im Hause stattfänden. Die Kinder müssten also nicht noch am Nachmittag durch den Ort oder in den Nachbarort gefahren werden, damit sie ihre Förderung erhalten, sind sich die beiden Fachkräfte einig.

„Jeder hat sein eigenes Tempo“

„Die Fördermaßnahmen haben sich natürlich mit der Zeit entwickelt“, erklärt Anna Herrmann. „Wir haben mit dem Unterricht begonnen und sehr schnell herausgefunden, was welches Kind braucht, um sich optimal zu entwickeln.“ Andrea Hoffmann ergänzt: „Mittlerweile sind unsere Maßnahmen sehr vielfältig.“ Neben Schulpsychologie, Logopädie, Physiotherapie, Sehgeschädigten-Pädagogik, basaler Einzeltherapie, Ergotherapie und Reittherapie arbeite die Paul-Moor-Schule auch eng mit dem Autismus-Therapie-Zentrum zusammen, deren Mitarbeiter stundenweise zugegen seien.

Gleich geblieben sei über die Jahre die Zeit, die die Mitarbeiter sich für jedes Kind nähmen. „Wir wissen genau, dass jeder sein eigenes Tempo hat, und wir sind immer besser darin geworden, den Unterricht und die Angebote, die wir gemeinsam mit den benachbarten Regelschulen durchführen, auszugestalten“, so Hoffmann.

Auf die Frage, was in all den Jahren ihr schönstes Erlebnis war, erinnert sich Anna Herrmann: „Eine Schülerin war zunehmend von Blindheit bedroht. Sie ließ sich erfolgreich in Münster behandeln und rief mich dann an, um mir die frohe Botschaft mitzuteilen. Als ich das hörte, hatte ich Tränen in den Augen.“

*Claudia Casamento ist Mitarbeiterin der HpH Bersenbrück.


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