50 Jahre Heilpädagogische Hilfe Das Kinderzentrum Bersenbrück der HpH

Von Claudia Casamento*

Das Kinderzentrum in Bersenbrück fasst drei therapeutische Einrichtungen zusammen. Foto: HpH BersenbrückDas Kinderzentrum in Bersenbrück fasst drei therapeutische Einrichtungen zusammen. Foto: HpH Bersenbrück

Bersenbrück. Die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück besteht seit 50 Jahren. Einer ihrer Schwerpunkte war von Anfang an die Förderung von Kindern und die Hilfe für Familien.

Als Simone Krauel-Rohe ins Kinderzentrum Bersenbrück kam, bekam sie dort die Aufgabe, neben den bestehenden heilpädagogischen Gruppen auch Integrationsgruppen aufzubauen. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung sollten mit- und voneinander lernen.

Schon früh machte sie sich für das „Selbstbestimmte Spielen und Lernen“ stark. Bei diesem Konzept haben die Kinder ihren „sicheren Hafen“ in ihren Gruppen und zudem die Möglichkeit, sich in verschiedenen Lernwerkstätten jeden Tag aufs Neue auszuprobieren. Heute werden alle Gruppen im Kinderzentrum nach und nach mit diesem Konzept verbunden. 2011 wurde man vom Niedersächsischen Kulturministerium als Leuchtturmeinrichtung zur Konsultationskindertagesstätte ernannt.

„Ressourcen des Klienten ausbauen“

Bärbel Thierau kam frisch aus der Elternzeit, als sie im Autismus Therapie Zentrum (ATZ) anfing. Sie hatte zuvor im Kinder- und Jugendbereich gearbeitet, aber mit Autismus noch keine Erfahrung. „Da habe ich mich ganz schön reingekniet. Ich hatte tolle Kollegen, die mich unterstützten. Wir waren nur zu viert und haben zunächst nur Familien der Tagesbildungsstätte, des Heilpädagogischen Kindergarten und der Werkstatt betreut.“

Seit 2003 leitet Thierau die Einrichtung, heute sind mehr als hundert Klienten aus einem großen Einzugsgebiet im ATZ. „Wenn wir einen Förderplan erarbeiten, ist die Teilhabe an der Gesellschaft ein ganz zentraler Punkt. Es geht nicht darum, für die Gesellschaft „passend gemacht zu werden“, sondern die Ressourcen, die der Klient mitbringt, auszubauen und den richtigen Platz für ihn zu finden. Sei es in Bezug auf Wohnen, Arbeit oder Freizeitgestaltung. Es ist wichtig, dass nicht nur in der Therapie diese Fähigkeiten weiterentwickelt werden, sondern auch im Umfeld des Klienten.“

Hierfür wird das ganze System des Klienten mit einbezogen. Hilfreich ist, dass sich das ATZ ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut hat.

Kirsten Meyer ist Teamkoordinatorin im Praxisverbund Logopädie. Zu ihr kommt der Säugling mit Schluckstörungen, ebenso der Senior, der nach einem Schlaganfall wieder seine Sprache neu erlernen muss. An die „Offene Sprachberatung“ können sich Eltern wenden, die unsicher sind, ob ihr Kind eine logopädische Therapie braucht.

Bei Kirsten Meyer geht es also stets darum, die für den Patienten richtige Sprache zu finden. Wie beeinflusst das ihr eigenes Verhalten? „Ich versuche immer, in den Bauch zu atmen. Besonders typisch für uns Logopäden ist aber, dass wir förmlich zusammenzucken, wenn sich jemand räuspert“, erzählt sie mit einem Lächeln. „Für die Stimmbänder ist es viel besser, wenn man einmal beherzt hustet.“

*Claudia Casamento ist Mitarbeiterin der HpH Bersenbrück.


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