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Fans feiern bis 3 Uhr morgens Reggae Jam 2017 in Bersenbrück – Großartiger Auftakt am Freitag

Von Reinhard Fanslau


Bersenbrück. Die Reggae Jam im Klostergarten läuft. Schon der Freitag hatte alles, was das Fest seit 23 Jahren ausmacht: Partystimmung, gute Musik und feiernde Leute aus aller Welt. Auch das Wetter hielt sich einigermaßen.

Öfter mal was Neues. Der Auftakt der Drei-Tages-Fete Reggae Jam war ungewöhnlich. Direkt, nachdem sich die Warteschlangen der ungeduldigen Fans vor den Eingängen auflösten und alle auf das Festivalgelände strömten, trat nicht etwa ein Reggae-Künstler auf. Die große Leinwand zwischen den zwei Bühnen zeigte einen 72-minütiger Film: „Kingston Crossroads“ von Oliver Becker und Jonas Schaul. Das rief unterschiedliche Reaktionen hervor. Die meisten sahen sich Streifen auf dem Rasen liegend interessiert an. Es waren aber auch einzelne Kommentare zu hören wie „Das haut mich nicht um“. Das dürfte sich aber nicht auf die Qualität des durchaus sehenswerten Films beziehen, sondern darauf, dass einige lieber einen Live-Act gesehen hätten. (Multimedia-Reportage: Was das Reggae Jam für Besucher und Anwohner bedeutet)

Energiegeladene Show

Der kam dann auch wie vorgesehen pünktlich um 19 Uhr: Marla Brown, die jüngste Tochter der 1999 verstorbenen Reggae-Legende Dennis Brown. Die Sängerin zeigte, dass sie nicht vom großen Namen ihres Vaters lebt, sondern legte eine energiegeladene Show hin, die von ihrer kräftigen Stimme und sympathischen Ausstrahlung getragen wurde. Dem Roots Reggae der Jamaikanerin folgten mit Irie Souljah, Teacha Dee, Runkus und Voice Mail Acts, die auch Dancehall- und HipHop-Elemente im Repertoire hatten.

Den musikalischen Abschluss des ersten Tages gestaltete der von vielen mit Spannung erwartete Auftritt von Michael Rose. Der Sänger feierte noch zu Lebzeiten von Bob Marley mit „Black Uhuru“ erste Erfolge. Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde die Band der erfolgreichste Reggae-Act der damaligen Zeit. Rose hat es immer noch drauf, wie er auf der Main Stage im Klostergarten zeigte. Selbst um 3 Uhr morgens nach einem anstrengenden ersten Festivaltag tanzten die Leute ausgelassen und feierten ihren Star.

Keine nassen Füße

Das übrigens mit trockenen Füßen und auf gut präparierten Untergrund. „Reggae im Regen? Matsch und Schlamm? Ich freu mich“ – Das schrieb ein weiblicher Fan vor drei Tagen in einem Internetforum zur Reggae Jam. Nur traf das am Freitag nicht zu. Bernd Lagemann und sein vielköpfiges Team hatten das Festivalgelände und die Zeltplätze nach den Regengüssen in den Tagen zuvor hervorragend mit Holzschnitzelstücken und Sand präpariert. Und nur zwei Mal regnete beziehungsweise tröpfelte es kurz. Genau zum Einlass um 17.30 Uhr und genau um 24 Uhr. Wahrscheinlich wollte der Wettergott den Reggae-Fans nur einen kleinen Schrecken einjagen. In Bersenbrück aber lässt man sich die Freude an der Reggae Jam aber selbst von Unwetter nicht verderben, wie die Vorjahre gezeigt haben.