Gedenken an einen Märtyrer Ankum: August-Benninghaus-Preis für Helmut Moll

Von Martin Schmitz


Ankum. Zum 75. Todestag das Märtyrers August Benninghaus wurde in Ankum erstmals ein August-Benninghaus-Preis vergeben. Erhalten hat ihn der Priester und Historiker Helmut Moll. In der Feierstunde gab es auch eine Initiative zur Seligsprechung des Jesuitenpaters, der 1942 im KZ Dachau starb.

Der „Freundeskreis P. August Benninghaus SJ“ vergab den von ihm geschaffenen Preis an Moll für sein Werk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“, teilt Hermann Rieke-Benninghaus mit. Das Buch ist Verzeichnis der Märtyrer und Heiligen, das Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz zusammenstellte. In der sechsten Auflage enthält es über 900 Kurzbiografien deutscher Märtyrer. Moll ist Prälat und Beauftragter für Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Erzbistum Köln. Er studierte Geschichte und katholische Theologie in Bonn, Tübingen, Rom, Regensburg und Münster. 1973 promovierte er in Regensburg bei Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Nach Benninghaus ist die Ankumer Oberschule benannt, die mit einer Delegation an der Feier teilnahm. In seiner Festrede charakterisierte Moll den aus Druchhorn stammenden Jesuitenpater Benninghaus nicht nur als unbeugsamen Kritiker des nationalsozialistischen Regimes, das ihn wegen seiner geschliffenen Rhetorik kaum zu fassen bekam.

Ignatianische Exerzitien

Mit dem Charme und der Natürlichkeit eines Rheinländers beschäftigte sich Moll auch mit Benninghaus als Exerzitienmeister und glühendem Glaubenszeugen. Mit einem Motorrad, mit dem ihn sein Orden eigens dafür ausgestattet hatte, fuhr er weite Wege über Land, um möglichst vielen Menschen innere Einkehr und Sinnsuche mit den Mitteln des Gebetes und der Meditation zu ermöglichen. Benninghaus beherrschte heute kaum noch gebräuchliche Langformen der ignatianischen Exerzitien, nutzte die damals neue Technik hektografierter Rundschreiben zur intensiven Nachbereitung und hatte bereits in den Dreißigerjahren über 600 Exerzitien gehalten.

Zu den Ehrengästen der Feier gehörte auch Monika Kaiser-Haas, deren Onkel Karl Leisner ebenfalls Märtyrer der katholischen Kirche ist und wie Benninghaus an den Folgen der KZ-Haft starb. Der Leisner-Arbeitskreis und der Benninghaus-Freundeskreis arbeiteten freundschaftlich zusammen, erklärte sie. Dann kündigte sie eine Initiative zur Seligsprechung von August Benninghaus an. Unterstützer konnten sich an Ort und Stelle in Unterschriftenlisten eintragen.

Der „Freundeskreis P. August Benninghaus SJ“ kündigt an, den undotierten August-Benninghaus-Preis künftig jährlich zu vergeben.


August Benninghaus wurde am 7. November 1880 auf dem Hof Benninghaus in Druchhorn geboren und starb am 20. Juli 1942 im Konzentrationslager Dachau. Mit 20 Jahren trat er als Novize in den Jesuitenorden ein. Als Missionar war er vier Jahre in Indien tätig, 1913 wurde er zum Priester geweiht. Er war Jugendseelsorger im Bistum Köln und wurde Exerzitienmeister in Niederkassel und Münster.