KHBB-Sternwanderung Ankum: Schöner Blick über „die Steppen Sibiriens“


Ankum. Mehrere hundert Wanderfreunde stiegen aufs Fahrrad oder in die Wanderschuhe, um an der Einweihung des Aussichtspavillons in Ankum-Tütingen teilzunehmen. Der Kreisheimatbund Bersenbrück hatte zur Sternwanderung eingeladen.

Der dreieckige Pavillon am Rand des Starter Holzes möge Wanderern und Radlern als Rastplatz dienen und Informationspunkt sein am Bersenbrücker-Land-Weg wünschte der KHBB-Vorsitzende Franz Buitmann. Buitmann dankte allen Beteiligten, nicht zuletzt den Geldgebern wie der Sparkassenstiftung, die sich mit beträchtlichen Mitteln am 70000 Euro teuren Aussichtspunkt beteiligt hatten.

Als einen neuen markanten Punkt in der Bauerschaft Tütingen bezeichnete Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange den Pavillon. Gern habe sich die Gemeinde Ankum dazu bereiterklärt, die Pflege der Anlage zu übernehmen. Einen Tag Wandern bedeute acht Tage Gesundheit, meint Ulrich Gövert, Präsident des Wiehengebirgsverbandes. „Mögen sich an diesem Platz viele Menschen treffen, sich austauschen und sich an der Natur erfreuen,“ weihte Pfarrer Ansgar Stolte den Pavillon ein.

Historische Öko-Katastrophe

Konzipiert von Judith Franzen und Bodo Zehm von Kreis- und Stadtarchäologie werden den Besuchern auf den Infotafeln Geologie und Fauna ebenso vermittelt wie Aufschlüsse über die Grabungen an der Ankumer Kirchenburg.

Nicht immer betrachteten Zeitgenossen das Bersenbrücker Land als Kleinod. So ist auf eine der Tafeln folgendes Zitat des Theologen Johann Gottfried Hoche zu lesen, der die Region im Jahre 1800 durchwanderte und befand: „Der ganze Strich Landes gehört zu den schlechtesten Deutschlands. Man glaubt in den Steppen Sibiriens zu seyn.“

Die Teilnehmer der Sternwanderung waren da ganz anderer Ansicht. Man muss Hoche aber zugutehalten, dass der Altkreis Bersenbrück zu seiner Zeit unter einer riesigen Öko-Katastrophe litt: Bevölkerungswachstum und aufkommendes Gewerbe hatten zum kompletten Kahlschlag sämtlicher Wälder geführt. Selbst die Maiburg musste mühsam wieder aufgeforstet werden.

Empfangen wurden die Wanderer und Radler von der Bläsergruppe des Hegerings Ankum. Mit Volksliedern hielt danach der Musikverein „Rote Heide“ die Teilnehmer bei Laune.


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