Umgestaltung des Kreismuseums Bersenbrück: Das Museum hinter der Tapete

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Bersenbrück. Die große Umgestaltung des Kreismuseums in Bersenbrück bringt seine Ursprünge zum Vorschein: Hinter Tapeten und unter Teppichböden verbirgt sich Zeigenswertes, das die Restaurierung wieder in Szene setzen soll.

Aus einem blutigen mittelalterlichen Machtkampf ging das Bersenbrücker Kloster hervor. Der preußische Staat nutzte im 19. Jahrhundert die Klostergebäude, um hier die Verwaltung des Kreises Bersenbrück unterzubringen, die zum ersten Mal das Osnabrücker Nordland zur Verwaltungseinheit machte. Im 20. Jahrhundert baute Landrat Hermann Rothert die Urzelle der Kreisverwaltung um zu einem Regionalmuseum.

Ejnar Tonndorf hat eine spannende Aufgabe. Was Historiker, Museologen und eine Bauuntersuchung an Fakten zusammentrugen, daraus gestaltet der Oldenburger Architekt gerade das „neue“ Kreismuseum. Er möchte das Ursprüngliche zurückholen, das Typische erhalten, das Haus zugleich behutsam modernisieren.

Die Abtragung von Tapeten, Rigipsplatten, Putz und Teppichböden bringt alte Fliesen zu Vorschein, Holzdecken und Böden aus roh behauenen Brettern, teils aus dem 17. Jahrhundert. Blasse Farben lassen die ursprüngliche Wandbemalung erahnen.

Highlights wie die im ersten Stock eingebaute originale Bauerndiele sollen erhalten bleiben, ebenso der mit allerlei Bögen auf Kapelle getrimmte Raum für die sakralen Kunstschätze im Erdgeschoss. Zugleich aber erhält das Haus einen neuen Eingang, ein Panoramafenster, das das Museum von außen sichtbar macht, einen modernen Aufzug.

Dienstwohnung mit Ofennische

Die Handerker ziehen engagiert mit, berichtet der Architekt, der viel Erfahrung mit Museums- und Ausstellungsbau hat. Er ist optimistisch, im Herbst fertig zu werden. Die eigentliche Gestaltung des Museums dürfte sich bis Mitte 2018 ziehen. Dann soll im ersten Stock die Dienstwohnung des Landrats aus dem 19. Jahrhunderts mit ihrer Ofennische wieder zu erkennen sein und im Erdgeschoss vielleicht sogar der erste Versammlungssaal des Kreises Bersenbrück, sein Urkreistag, in den Räumen jenseits der Tordurchfahrt.

Das braucht zusätzliche Denkmalschutzmittel, auf die Franz Buitmann vom neuen Kuratorium ebenso hofft wie Burkhard Fromme vom Kulturbüro des Landkreises und sein Mitarbeiter Fabian Schröder. Der 30-jährige Museologe Schröder soll mit Ehrenamtlichen zusammen das neue Museum aufbauen, zugleich aber auch andere Mini-Museen im Osnabrücker Land unterstützen. Berufserfahrung sammelte er nach seinem Studium in Oldenburg im Historischen Museum in Bielefeld und im Landesmuseum Mainz.

Platz für eine Terrasse

Wer aus der staubigen Baustelle in den Innenhof tritt, findet die Haseseite nicht mehr zugebaut. Der Anbau des Museums ist vor wenigen Tagen abgerissen worden. Hier wäre Platz für eine Terrasse, als Ergänzung zum kleinen Museumscafé im innern. Doch der Außenbereich gehört zur nächstens Stufe des Projekts, das der Landkreis in Angriff nehmen wolle, wenn der Kernbau steht, berichtet Burkhard Fromme. Zuvor müsse geklärt werden, ob die Museumsscheune weiter für das Museum gebraucht werde, oder für eine neue Nutzung zur Verfügung stehe.

Das dürften Fragen sein, in die das neue Kuratorium für das offiziell noch „Museum des Landkreises Osnabrück in Bersenbrück“ genannte Haus sich einbringen könnte. In diesem Gremium ist der Landkreis Osnabrück vertreten, der Kreisheimatbund und der Heimatverein Bersenbrück, der Förderverein des Museums, die Stiftung Kreis Greifenhagen, die Städte Bramsche und Bersenbrück und die Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen. Kürzlich unterzeichneten „die elf Partner“ einen Kooperationsvertrag, wie der Landkreis mitteilt.


Besichtigung der Baustelle:

Wer sich von der Baustelle des Kreismuseums selbst einen Eindruck verschaffen möchte, ist dort willkommen am Mittwoch, 21. Juni . Dann lädt der Arbeitskreis zu einer Baustellenbegehung ein, die um 18 Uhr beginnt. Anmeldungen bei Fabian Schröder im Kulturbüro des Landkreises Osnabrück, Telefon 0541-5014034, E-Mail fabian.schroeder@Lkos.de.

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